Fr. Jul 12th, 2024

„Die Tokenisierung von realen Vermögenswerten ist eine bedeutende Entwicklung, die bereits Form angenommen und sogar eine beträchtliche Marktkapitalisierung erreicht hat“

erklärt Menno Martens (PDF), Kryptospezialist und Produktmanager bei VanEck. In seinem aktuellen Kryptomarkt-Kommentar wirft er einen genaueren Blick auf die Unterschiede zwischen sogenannten digital nativen tokenisierten Vermögenswerten und realen tokenisierten Vermögenswerten sowie die Vorteile, aber auch die Herausforderungen, die letztere mit sich bringen.

Menno Martrens, Van Eck
Menno Martrens, Van Eck

Während digital native tokenisierte Vermögenswerte vollständig digital sind und ausschliesslich auf Blockchain-Plattformen existieren – Beispiele sind Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum – handelt es sich bei realen tokenisierten Vermögenswerten um Darstellungen physischer Vermögenswerte, wie zum Beispiel Immobilien, Kunst oder Rohstoffe, auf einer Blockchain. Diese Token sind durch materielle Vermögenswerte unterlegt und das Eigentum wird auf einer Blockchain aufgezeichnet, was Transparenz und Sicherheit gewährleistet. Reale Vermögenswerte werden tokenisiert, um die Zugänglichkeit, Liquidität und Effizienz der traditionellen Märkte für Vermögenswerte zu verbessern. Gleichzeitig steigen durch die Tokensierung auch die globale Reichweite und Interoperabilität der Vermögenswerte, ausserdem werden viele Zwischenhändler überflüssig, was die Kosten senkt und die Produktivität steigert.

Für Emittenten führt die Tokenisierung jedoch auch zu Herausforderungen, so müssen sie mit einem dichten Netz von Vorschriften und Compliance-Anforderungen jonglieren, da das regulatorische Umfeld für tokenisierte Vermögenswerte noch in der Entwicklung ist. Hierbei geht es zum Beispiel um Aspekte wie die Verhinderung von Geldwäsche („KYC“) oder vertrauenswürdige Bewertungsmethoden für die jeweiligen Vermögenswerte.

Tokenisierte reale Vermögenswerte stellen eine bedeutende Entwicklung in der Finanzwelt dar und bieten Anlegern und Emittenten gleichermassen eine Vielzahl von Vorteilen. Auch wenn es noch Herausforderungen gibt, ist das Potenzial für mehr Zugänglichkeit, Liquidität und Transparenz auf den Vermögensmärkten erheblich. Es sind nicht nur die Vermögenswerte selbst, die sich verändern, sondern auch die Vermögensverwalter, Emittenten, Datenanbieter und alle anderen Vermittler, die ihr gesamtes Geschäftsmodell neu überdenken müssen.

„Für eine Weile werden wir in einer hybriden Welt, sowohl off-chain als auch on-chain, feststecken. Ich denke, wir werden langsam zum globalen Optimum von vollständigen On-chain-Vermögenswerten tendieren und die Anzahl der Vermittler wird stark zurückgehen“

so Martens.

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