Mo. Dez 5th, 2022

Schweizer Gründer von Start-ups und Jungunternehmer*innen sollten sich die Schweizer Ausgabe der „Höhle der Löwen“ anschauen. Die Gründershow, die durchaus gut unterhält, liefert gleichzeitig reichlich Anschauungsmaterial für den Umgang von Gründern mit Investoren.

Grundidee der „Höhle der Löwen“

Für diejenigen, welche die Show nicht kennen: Das ursprünglich von Sony Pictures Television für Grossbritannien entwickelte, dann von anderen Ländern übernommene Konzept lässt Gründer*innen vor Investoren ihre Grundidee pitchen, um dafür Geld einzusammeln. Es geht ausdrücklich um einen Elevator Pitch: Diese Idee kam erstmals im frühen 20. Jahrhundert in den USA auf. Nachdem Firmenzentralen in die neuen Wolkenkratzer in New York, Chicago und Los Angeles eingezogen waren, passten junge Manager ihren Chef, der niemals Zeit für sie hatte, morgens am Fahrstuhl (Elevator) ab, um ihm in den zwei Minuten der Fahrt ins oberste Stockwerk (Chefbüro) eine zündende Idee vorzutragen. Nur im Fahrstuhl konnte der Chef nicht weglaufen. Es hiess daher, die Erklärung auf zwei Minuten zu komprimieren. In der „Höhle der Löwen“ erhalten die Gründer*innen manchmal ein wenig, aber nicht viel mehr Zeit. Das ist für den Zuschauer unterhaltsam, die Einschaltquoten der Sendung sind überall sehr gut. Für die Gründer*innen ist es eine Existenzfrage. Sie brauchen Startkapital, das ihnen die Bank meistens nicht gibt. Doch sie profitieren selbst auch vom Fernsehformat, denn naturgemäss interessieren sich nach der Sendung viele Menschen für ihre Produkte, wenn sie diese wirklich an den Start bringen.

Warum ist die Sendung für Jungunternehmer*innen so interessant?

Jede Geschäftsidee ist anders. Die Gründer*innen unter den Zuschauern haben ganz sicher völlig eigene Vorstellungen, die sie in der Sendung kaum jemals 1:1 wiederfinden. Doch es geht in diesem Fall nicht um das geschäftliche, sondern um das finanzierungstechnische Konzept. Die Sendung lehrt, wie jemand erfolgreich oder nicht so erfolgreich mit Investoren umgehen kann. Das erfolgt anhand exemplarischer Fallstudien aus dem echten Leben, denn in der „Höhle der Löwen“ ist nichts gestellt. Warum also kommt ein Pitch bei den Kapitalgebern gut an – und warum auch nicht? Hierfür gibt es wichtige Triggerpunkte, welche das Format sehr schön aufzeigt. Sie machen den Unterschied zwischen einem erfolgreichen und nicht erfolgreichen Pitch aus. Wer sich die Sendung häufig anschaut, wird dabei viel für das eigene Start-up lernen.

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