Do.. Jan. 22nd, 2026

Gold hatte in der Geschichte stets einen besonderen Wert. Damit wurde Götter geehrt und Gold diente schon jeher als Zeichen von Reichtum. Nur wie sicher ist Gold als Geldanlage und vor allem, woher stammt Gold überhaupt?

Mit der Alchemie gab es zeitweise sogar eine Wissenschaft, welche sich ganz dem gelben Metall widmete und die als Ziel hatte, Gold künstllich herzustellen. Doch das gelang nie. Kein Wunder, denn nach neusten Erkenntnissen ist Gold nicht auf der Erde entstanden. Auf der Erde kann Aufgrund der Gravitation maximal ein Metall von der Dichte von Eisen entstehen. Eisen hat eine Ordnungszahl von 26. Dichtere Metalle müssen andersartig entstanden sein. Woher kommen also Elemente wie Gold, die Nr. 79, oder Platin, die Nr. 78? Lange Zeit hatten Forscher gedacht, dass diese Elemente bei Supernovaexplosionen entstehen würden. Doch dann legten experimentelle Daten nahe, dass solche Sternexplosionen zumindest nicht die Hauptquelle für Gold sein können. Was dann?

Im Jahr 1999 gelingt Computersimulation zur Goldentstehung

Bereits im Jahr 1999 konnte der heute an der Universität Stockholm arbeitende Physiker Stephan Rosswog in einer Computersimulation zeigen, dass bei der Kollision von zwei Neutronensternen ein breites Spektrum von schweren Elementen gebildet werden könnte – unter anderen Gold. Entscheidend ist dabei, dass eine sehr große Menge an Neutronen zur Verfügung steht, die von Atomkernen aufgenommen werden können. Im Atomkern können sich Neutronen in ein Proton umwandeln, wobei ein Elektron abgestrahlt wird.

Denn Gold – ebenso wie alle anderen Edelmetalle – kann nach bisherigen Erkenntnissen nicht Teil der irdischen Ur-Materie sein: Elemente mit dieser hohen Dichte bilden einen Teil des flüssigen Erdkerns, seit vor rund 4,5 Milliarden Jahren der Erdmantel entstand.

Enstehung von Gold wird 2017 experimentell bewiesen

Erst 2017 wurde dann experimentell bewiesen, dass Gold und andere schwere Elemente tatsächlich bei der Fusion von zwei Neutronensternen entstehen.

Das Verschmelzen von zwei solchen ultrakompakten Sternen wurde über die dabei ausgesandten Gravitationswellen beobachtet – was für sich allein schon eine wissenschaftliche Sensation war. Und das entstandene Gold konnte spektroskopisch mithilfe von Teleskopen nachgewiesen werden, die Forscher sodann auf den Ort des kosmischen Geschehens gerichtet hatten. Gold stammt mit grosser Wahrscheinlichkeit aus dem All.

Die Alchemisten können Gold nach heutigen Erkentnissen also nicht künstlich herstellen. Ist Gold daher eine sichere Geldanlage? Nicht zwingend. Ja es gab sogar einmal eine Zeit in der Geschichte, noch nicht allzulange her, wo Gold innert Jahren einiges an Wert verlor:

Goldpreis: Inflation durch die Entdeckung Amerikas

Durch die Unterwerfung und Ausplünderung der mittelamerikanischen Kulturen im 16. Jahrhundert gelangten viele Schiffsladungen Gold und Silber nach Europa. Von 1494 bis 1850 sollen schätzungsweise 4700 Tonnen Gold aus Südamerika gekommen sein. So viel Gold, dass der Goldpreis regelrecht einbrach:
Die Zunahme der Goldmenge hatte grosse Folgen für die damaligen Volkswirtschaften der Erde. Die Preise begannen weltweit zu steigen. In Spanien betrug die Inflation im gesamten 16. Jahrhundert 400 Prozent. Die Preisrevolution breitete sich von dort über ganz Europa und bis nach Asien aus.

Asteroid Mining: Gold bald im Überfluss?

In der Geschichte der Welt wurden bis jetzt ca. 170’000 Tonnen Gold gefördert. Jedes Jahr kommen etwas mehr als 3’300 Tonnen Gold dazu. Das ist gar nicht mal so viel. Aber je mehr der Wert des Goldes steigt, desto lukrativer wird es, dieses Gold abzubauen. Die tiefsten Goldminen in Südafrika wurden mittlerweile mehr als 5’000 Meter in den Boden getrieben. Mit den ambitionierten Raumfahrtprogrammen wird zudem Asteroid Mining immer mehr zum Thema: Gibt es Gold auf Asteroiden in Erdnähe? Wenn ja, dann sind diese Goldreserven relativ einfach zu erschliessen. Im Gegesatz zum Mond haben Asteroiden keine grosse Gravtiation. Ein beladenes (Roboter)Raumschiff kann also problemlos starten und Bodenschätze zur Erde bringen. Denn obwohl ein Raketenstart vom Mond viel Energie benötigt, befindet sich fast 400 Kilogramm Mondgestein auf der Erde:

Gegenwärtig gibt es drei Quellen für Mondgestein auf der Erde:

  • Durch die amerikanischen Apollo-Missionen gesammelten Gesteine
  • Proben von sowjetischen Luna-Missionen
  • Gesteine, die auf natürliche Weise durch Impakte aus der Oberfläche des Mondes geschleudert wurden und als Meteorite auf die Erde fielen.

Während der sechs Apollo-Exkursionen wurden 2415 Proben mit einem Gesamtgewicht von 382 kg gesammelt, das meiste davon durch Apollo 15, 16 und 17. Die drei Luna-Raketen brachten weitere 326 g Material zurück und mehr als 90 Mondmeteoriten wurden bis 2006 auf der Erde gefunden, insgesamt mehr als 30 kg Material.

SpaceX, Sojus und Shenzhou: Gold bald wertlos?

Wird Gold bald wertlos? Momentan ist dies nicht der Fall, es wird um Gold gekämpft. Aber ein Preiszerfall ist beim Goldpreis möglich. Vor allem dann, wenn Asteroid Mining möglich wird. Allzu viele Tonnen Gold müssten ja nicht mal zur Erde geflogen werden. Alleine schon das Entdecken und Nachweisen von Gold auf einem Asteroiden in Erdnähe würde den Goldpreis ziemlich schnell unter Druck bringen. Und es gibt in der Geschichte ja bereits Ereignisse, bei welchen genau dies passierte: Die spanischen und portugiesischen Eroberer brachten mit ihren Galeeren soviel Gold nach Europa, dass der Goldpreis weltweit einbrach. Und vielleicht reimt sich die Geschichte bald, wenn die Raumschiffe und modernen Galeeren wie SpaceX, Sojus und Shenzhou von ihren Entdeckungen berichten.

Quellen:

By Christian Mäder

Publisher and Founder >> Christian Mäder auf LinkedIn

One thought on “Stammt Gold aus dem Weltall?”
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