Während in Europa die Regulierenden Angst vor Geldwäscherei haben, geht es in China fleissig voran: Die chinesische Zentralbank kündigt bereits seit einiger Zeit eine digitale Staatswährung an. Nun soll diese noch 2019 in den beiden Städten Shenzhen und Suzhou getestet werden. Ein Bericht des chinesischen Finanzportals Caijing bestätigte dieses Vorhaben. Damit die chinesische Zentralbank als erste eine eigene, digitale Staatswährung herausbringen kann, soll das bisherige Programm nun beschleunigt werden.

Libra als Entwicklungsantrieb für CBDC

Das Projekt rund um den digitalen Yuan konnte enorm von der Ankündigung um die Kryptowährung Libra profitieren. So sahen viele Teilnehmer des Projektes eine Bedrohung durch Facebook. In der Folge sollten das internationale Währungssystem sowie die nationale Währungssouveränität geschützt werden.

Sieben Unternehmen unterstützen das Pilotprojekt

Die Peoples Bank of China kündigte im Rahmen des geplanten Pilotprojektes die Unterstützung von sieben Unternehmen an. Unter diesen sollen sich vier Geschäftsbanken sowie drei Telekommunikationsunternehmen befinden.

Während die Banken Angebote für Branchen wie zum Beispiel Verkehr, Handel oder Bildung entwickeln und die digitale Währung im Tausch gegen Renminbi-Reserven holden, können Kunden ihre Wallet bei den teilnehmenden Unternehmen anmelden.

Das zuvor durchgeführte Projekt unternahm einen Test innerhalb des Systems der Zentralbanken. Nun soll in einem neuen Versuch der Umgang mit der neuen Staatswährung außerhalb dieses Systems in Erfahrung gebracht werden. Das Pilotprojekt soll so die Einbindung von realen Dienstleistungsszenarien ermöglichen.

Gleichzeitig sollen eine Einlagesicherung und die Pflichtannahme des neuen Zahlungsmittels gewährleistet werden. Die digitale Staatswährung stellt für China eine neue Überwachungsmöglichkeit dar und soll den Einfluss fremder Kryptowährungen eindämmen.

Frankreich plant Test eines digitalen Euros

Die französische Nachrichtenseite Les Echos berichtete, dass auch das europäische Land einen digitalen Euro testen möchte. Die Zentralbank Frankreichs plant diesen Test für das Jahr 2020 und fokussiert sich insbesondere auf private Finanzeinrichtungen. Der Gouverneur der Bank, François Villeroy de Galhau, gab zu bedenken, dass eine digitale Währung, die für Privatkunden nutzbar ist, eine „besondere Überwachung“ benötige.
Die Schweiz ist da etwas weiter: Eine erste Version von Digitalen Franken ist bereits mit einem Netzwerk live und der Crypto Franc ist mit Bitfinex auch bereits auf einer grossen Bitcoin-Börse handelbar. Dies ist allerdings erst ein Privates Projekt und wenn, dann erst eine Art inoffizieller Test der Schweizer Nationalbank.