So ganz nach dem Motto „Todgesagte leben länger“ hat sich Litecoin in den vergangenen Tagen als die Alt-Coin mit dem grössten Potential entpuppt. Aber worin lässt sich die Kurssteigerung um über 100% innnert wenigen Tagen erklären? Denn eines darf man nicht vergessen, mit Litecoin kann man kaum irgendwo was kaufen.

Die Aktzeptanz von Litecoin ist gering. Mit Litecoin kriegt man nirgendwo eine Pizza. Und trotzdem wird diese Währung an den Cryptocurrency-Börsen wieder vermehrt gehandelt. Verantwortlich für den Kurssprung sind wohl die sogenannten Day Trader. Denn mit Litecoin lässt sich eines kaufen: Bitcoin. Obwohl der Litecoinkurs im Grossen und Ganzen mit dem Bitcoinkurs korreliert, brauchen die Händler eine Zweitwährung, worin sie jeweils vorübergehend ihre Werte „parken“.

Ich habe in der Bitcoin-Community nachgefragt, worin die Vorteile des Litecoins liegen. Eine Aussage überzeugt und lässt sich einfach mit dem Algorithmus erklären: Litecoin ist besser für Mobile Payment-Lösungen geeignet. Im Litecoinprotokoll werden in kürzeren Zeitintervallen Blöcke erzeugt, dh. im Konkreten, dass Litecoins schneller verifiziert werden. Händler müssen also weniger lang warten, bis sie die erhalten Coins wieder ausgeben können. Worin bestehen die Unterschiede zum Bitcoin?

  • Blöcke werden im Litecoin-Netzwerk wie erwähnt alle 2,5 Minuten anstatt alle 10 Minuten erzeugt, was für die Clients zu schnelleren Transaktionsbestätigungen führt.
  • Das Litecoin-Netzwerk produziert daher auch im gesamten Verlauf viermal so viele Einheiten wie Bitcoins, wodurch die Anzahl der Litecoins gegen 84 Millionen konvergiert.
  • Im Gegensatz zu Bitcoins, für welche SHA256 verwendet wird, verwendet Litecoin scrypt in seinem Proof-of-work-Algorithmus: eine spezielle sequentielle Funktion, erdacht und beschrieben von Colin Percival. Mit dem Ziel, das Mining gleichmäßig auf viele Menschen zu verteilen und einer Zentralisierung wie bei Währung Bitcoin vorzubeugen, wurde damit ein Algorithmus ausgewählt, der auf PCs zugeschnitten ist (CPU- und GPU-optimiert). Einer (wesentlich schnelleren) Implementierung in ASICs, die für diese Anwendung extra produziert werden, sollte dagegen vorgebeugt werden, um das Mining weniger von der Finanzkraft abhängig zu machen. Scrypt wurde speziell entwickelt, um Brute-Force-Angriffe mit spezialisierter Hardware wie etwa FPGAs und ASICs zu erschweren. Sie nutzt dazu die Tatsache, dass Arbeitsspeicher verhältnismäßig teuer ist. Aus diesem Grund ist scrypt absichtlich sehr speicheraufwendig konstruiert worden. Deshalb sind für das Mining von Litecoins Grafikprozessoren , die u.a. für den Umgang mit Texturen und anderen größeren Datensätzen ausgelegt sind bzw. Zugriff auf den Arbeitsspeicher der CPU haben, gut geeignet, und es ist vergleichsweise kostenaufwendig, Geräte mit FPGAs oder ASICs erfolgreich umzusetzen.

Litecoin-Kurs

Litecoin kann an diversen Börsen gekauft werden, und die Kurse lassen sich am Besten via Bitcoinwisdom verfolgen:
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Google Trends: Litecoin

Interview mit Charlie Lee, Kreator des Litecoin und Software Entwickler bei Coinbase