So. Jul 21st, 2024

In jeder Gesellschaft gibt es seit Jahrhunderten eine feine Unterscheidung zwischen „Old Money“ und „New Money“. Diese Begriffe bezeichnen nicht nur den Unterschied im Wohlstand, sondern auch in den damit verbundenen Traditionen, Werten und Kulturen. Aber was genau sind diese Unterschiede?

1. Herkunft des Vermögens:

  • Old Money: Hierbei handelt es sich um Familien, die ihr Vermögen über Generationen hinweg aufgebaut haben. Dieses Vermögen stammt oft aus längst etablierten Industrien oder Landbesitz.
  • New Money: Dies sind in der Regel Menschen, die ihr Vermögen in ihrem Leben selbst aufgebaut haben, oft durch moderne Industrien wie Technologie, Entertainment oder Start-ups.

2. Kulturelle und gesellschaftliche Werte:

  • Old Money: Tradition und Erbe sind zentrale Werte. Die Aufrechterhaltung des Familienrufs und der Status sind oft wichtiger als materieller Reichtum.
  • New Money: Oft gibt es einen Wert auf Individualismus und das Streben nach eigenen Erfolgen. Das Zeigen von Reichtum kann häufiger vorkommen, da es ein Zeichen für den persönlichen Erfolg ist.

3. Investitionen und Ausgaben:

  • Old Money: Investiert oft in langfristige Anlagen wie Kunst, Immobilien oder Familienunternehmen. Die Ausgaben sind oft konservativ und zurückhaltend.
  • New Money: Neigung zu riskanteren Investitionen und extravaganteren Ausgaben, da das Vermögen oft schneller erworben wurde und es ein Bedürfnis gibt, es zu zeigen.

4. Bildung und Erziehung:

  • Old Money: Traditionelle Bildungseinrichtungen und Internate sind häufig. Es gibt oft einen starken Schwerpunkt auf Künsten, Kultur und Sprachen.
  • New Money: Während Bildung immer noch geschätzt wird, gibt es oft einen stärkeren Fokus auf praktische Fähigkeiten oder spezialisierte Ausbildungen, die zum aktuellen Erfolg beigetragen haben.

5. Akzeptanz in der Gesellschaft:

  • Old Money: Wird oft als elitär oder exklusiv betrachtet. Diese Familien haben oft einen festen Platz in der Gesellschaft und sind in traditionellen Clubs und Organisationen etabliert. Obwohl sie genauso wohlhabend sein können, stehen Menschen mit neuem Geld oft vor Herausforderungen bei der Integration in traditionelle gesellschaftliche Kreise. Ihre Akzeptanz kann langsamer kommen, und sie können als Außenseiter betrachtet werden, bis sie sich über Generationen hinweg etabliert haben.
  • New Money: Diese Individuen oder Familien können häufig auf Widerstand oder Skepsis aus etablierten Kreisen stossen. Sie werden möglicherweise nicht sofort in traditionelle Clubs oder gesellschaftliche Gruppen aufgenommen, unabhängig von ihrem Reichtum oder ihrem Einfluss. Oftmals wird von ihnen erwartet, dass sie sich ihre Anerkennung und ihren Respekt erst verdienen. Einige nutzen dies als Ansporn, um sich in der Gesellschaft durch philanthropische Aktivitäten oder durch Unterstützung von Kultur und Bildung einen Namen zu machen. Andere wiederum entscheiden sich dazu, ganz neue Netzwerke und Institutionen zu gründen, die ihre eigenen Werte und Interessen widerspiegeln.Es gibt jedoch auch Fälle, in denen „New Money“-Familien oder Individuen sich recht schnell in der höheren Gesellschaft integrieren können, besonders wenn ihre Leistungen oder ihr Beitrag zur Gesellschaft hoch geschätzt wird. Es hängt alles von den individuellen Umständen und der jeweiligen Kultur oder Gesellschaft ab, in der sie sich befinden.

6. Beziehung zur Arbeit:

  • Old Money: Arbeit wird oft als Pflicht gegenüber der Familie und ihrem Erbe gesehen. Es gibt ein starkes Gefühl der Verantwortung, das Familienvermögen und den -ruf zu bewahren.
  • New Money: Arbeit ist oft direkt mit persönlichem Erfolg und Leistung verbunden. Es gibt ein starkes Gefühl der Selbstverwirklichung und des Wunsches, einen eigenen Fussabdruck zu hinterlassen.

7. Philanthropie:

  • Old Money: Die Spende an wohltätige Zwecke ist oft traditionell und wird über Generationen hinweg fortgesetzt. Es kann sich um namhafte Institutionen handeln, wie Museen, Universitäten oder medizinische Einrichtungen.
  • New Money: Während viele Neureiche auch grosszügig spenden, könnten ihre Beiträge innovativer und weniger traditionell sein, wie z.B. an Start-ups, die soziale Probleme lösen, oder an Umweltinitiativen.

8. Einstellung zu Geld:

  • Old Money: Geld wird oft als Mittel zum Zweck gesehen, nicht als Endziel. Es dient dazu, den Lebensstil und das Erbe der Familie aufrechtzuerhalten.
  • New Money: Geld kann als Symbol für Erfolg und Anerkennung gesehen werden, besonders wenn es durch harte Arbeit und Risikobereitschaft erworben wurde.

Fazit:

Sowohl Old Money als auch New Money bringen ihre eigenen Werte, Traditionen und Perspektiven mit. Während „Old Money“ oft mit Tradition und kulturellem Erbe in Verbindung gebracht wird, steht „New Money“ für den modernen Erfolg und das Streben nach individueller Anerkennung. Es ist wichtig, zu erkennen, dass diese Unterscheidungen oft überzeichnet sind und es viele Überschneidungen gibt. Am Ende des Tages sind es individuelle Entscheidungen und Werte, die bestimmen, wie jemand sein Vermögen nutzt und zeigt.

Sources:

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