Do. Okt 21st, 2021

Es gibt kaum eine Technologie auf der Welt, die derart die Meinungen der Menschen spaltet wie Kryptowährungen. Für die einen sind sie die große Erlösung, welche die alten Zahlungssysteme und die damit verbundenen Manipulationen der Regierungen beenden wird. Für die anderen dagegen sind Kryptowährungen nichts mehr als reine Spekulation, die am Ende garantiert zusammenstürzen wird.

Was jedoch kein Mensch verleugnen kann, ist die Tatsache, dass Bitcoin und Co. immer mehr von den Massen akzeptiert werden. Ein großer Teil der Bevölkerung hat mittlerweile schon in Kryptos investiert oder glaubt zumindest an deren Zukunft. Zudem stehen selbst große Unternehmen wie PayPal oder Tesla heute auf der Seite der Bitcoin-Befürworter, was die Akzeptanz bei den Menschen noch weiter steigen lässt.

Die große Frage ist dabei jedoch, wo die Zukunft von Bitcoin liegt. Wird die digitale Währung hauptsächlich als Investitionsobjekt genutzt werden, wie zum Beispiel Gold oder Aktien? Oder wird Bitcoin sich als Zahlungsmittel durchsetzen und irgendwann in den meisten Läden akzeptiert werden?

Man kann bereits heute mit Bitcoin bezahlen

Tatsache ist, dass Bitcoin bereits heute als Zahlungsmittel verwendet wird. Es gibt eine Reihe von Websites und anderen Diensten, welche Bitcoin und andere Kryptos als Zahlungsmethode akzeptieren. Die Nutzer können dabei also Bitcoin zur Wallet des Dienstleisters schicken und so ganz einfach für die erworbenen Produkte bezahlen.

Zum Beispiel akzeptiert so mancher Lieferdienst in Deutschland bereits Zahlungen mit Bitcoin. Und auch in Bereichen wie dem digitalen Glücksspiel ist Bitcoin sehr beliebt. Jede Seite, die sich als das beste Online Casino bezeichnen will, muss heute praktisch Zahlungen mit Kryptos unterstützen.

Dennoch ist die Zahl der Händler, die Bitcoin akzeptieren, noch relativ klein. Im Einzelhandel sind Kryptowährungen praktisch noch überhaupt nicht zu finden, und auch viele Online-Händler wie Amazon scheuen sich bisher davon, die kontroverse Technologie zu unterstützen. Selbst Tesla hat die Entscheidung, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, nach weitreichender Kritik schnell wieder rückgängig gemacht.

Probleme mit Bitcoin

Es gibt mehrere Gründe, warum viele Unternehmen Abstand zu Bitcoin nehmen. Zuerst einmal unterliegt die digitale Währung nach wie vor starken Schwankungen, wodurch Investoren innerhalb von kurzer Zeit schwere Verluste erleiden können. Bereits in der Vergangenheit kam es schon mehrmals zu sogenannten „Crashs“, bei denen sich der Wert von Bitcoin in wenigen Tagen um 50% oder mehr reduziert hat.
Dies sind jedoch nur einige der Probleme, warum die Adaptierung von Bitcoin immer noch schleppend verläuft. In den folgenden Abschnitten beschreiben wir einige andere Probleme der Währung.

Als Zahlungsmittel nicht besonders praktisch

Zuerst einmal muss erwähnt werden, dass Zahlungen mit Bitcoin im Vergleich zu anderen Methoden relativ mühsam sind. Um eine Zahlung vorzunehmen, muss der Nutzer zuerst einmal auf seine Wallet zugreifen. Diese kann entweder online oder offline sein. Wenn die Zahlung online erfolgt, muss sich der Nutzer in sein Profil einloggen, was in der Regel mehrere Sicherheitskontrollen umfasst.
Wenn die Wallet gar offline ist, wird die Sache noch komplizierter. Der Nutzer muss in diesem Fall nämlich einen USB-Stick mit seinem Computer verbinden und die gewünschte Menge an Bitcoin auf diese Weise verschicken. Schnell mal beim Bäcker um die Ecke ein paar Brötchen zu kaufen wird dadurch ganz schön umständlich.

Starke Belastung für die Umwelt

Ein noch größeres Problem stellt die Tatsache dar, dass Bitcoin alles andere als umweltfreundlich ist. Um die Kryptowährungen zu produzieren und zu verwalten, ist das sogenannte „Mining“ nötig. Dabei müssen Computer komplexe Rechenaufgaben lösen, wodurch sie dann mit kleinen Mengen an Kryptowährungen belohnt werden.

Diese Aufgaben benötigen unglaublich viel Rechenleistung, was wiederum enorme Mengen an Strom verschlingt. Aktuell verbraucht die Technologie nach Schätzungen ungefähr so viel Energie pro Jahr wie kleine Länder wie Belgien oder Neuseeland. Sogar noch verrückter: eine einzelne Transaktion mit Bitcoin verbrauchte im Jahr 2018 so viel Strom wie 80.000 Transaktionen mit Kreditkarten.

Wenn man die aktuellen Probleme mit globaler Erwärmung betrachtet, wird schnell klar, dass Bitcoin und Co. bei vielen Menschen niemals auf große Akzeptanz stoßen werden.

Der Fall von El Salvador

Im September 2021 wurde ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte von Bitcoin gefeiert. Die digitale Währung wurde in El Salvador als offizielle Landeswährung eingeführt. Die Regierung des Landes will sich damit von der Abhängigkeit des US-Dollars lösen, welche viele andere Staaten auf der Welt schon seit langem plagt.
Allerdings gab es auch bei dieser Maßnahme bisher einige Probleme. Bereits am Tag der Einführung stürzte der Preis von Bitcoin stark ein. In der Folge kam es zu Ausschreitungen und Demonstrationen im Lande. Kein gutes Bild für das Image von Bitcoin also. Im Moment ist es zwar noch zu früh, um den Ausgang dieses Experiments zu sehen, doch der Start ist alles andere als gut geglückt.

Konkurrenz durch staatliche Kryptowährungen

Bei all den negativen Schlagzeilen um Bitcoin könnte es am Ende eine ganz andere Entwicklung sein, welche das Ende der Währung als Zahlungsmittel herbeiführt. Und zwar arbeiten viele Regierungen der Welt an eigenen Kryptowährungen, welche die nationalen Währungen ersetzen sollen.

Selbst in der EU wird bereits seit längerem fleißig an der digitalen Währung E-Euro gefeilt. Nach Angaben vieler Experten könnte dieser bereits vor 2025 in den Ländern der EU eingeführt werden. Zwar wird der digitale Euro vorerst keinen Ersatz für Bargeld darstellen, doch irgendwann ist dies sicherlich der Fall.

Für Bitcoin ist die Gefahr durch den E-Euro enorm hoch. Man muss nicht lange überlegen, um zu erkennen, dass die meisten Menschen wesentlich mehr Vertrauen in eine digitale Währung der Europäischen Zentralbank haben, als in eine extrem kontroverse Technologie, die nicht reguliert wird und alle paar Monate für negative Schlagzeilen sorgt.

Fazit

Die Geschichte von Bitcoin ist geprägt von Rückschlägen. Allerdings ist der Wert der Währung bis heute um Tausende Prozent gestiegen und hält sich selbst 2021 nach zahlreichen negativen Meldungen wacker. Auch die Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel nimmt immer weiter zu, auch wenn Unternehmen wie Tesla aus PR-Gründen vom Zug abspringen mussten.

Ob Bitcoin allerdings wirklich einmal ein ähnlich weit verbreitetes Zahlungsmittel wie Kreditkarten oder Dienste wie PayPal sein wird, muss derzeit noch bezweifelt werden. Es gibt aktuell noch zu viele Probleme mit Kryptowährungen, und die Gefahr durch staatliche Kryptowährungen ist ebenfalls enorm.

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