Für die Gewinner der aktuellen Auswahlrunde beginnt im Oktober bzw. Januar ein intensives dreimonatiges Programm mit Workshops, individuellem Mentoring und Networking-Events.

Das hat das Auswahlkomitee des German Accelerator seit der Gründung des Programms in 2012 noch nicht erlebt: In der finalen Runde dürfen die Unternehmer ihre Startups per Videochat dem internationalen Team präsentieren, und diesmal meldet sich einer der Gründer aus einer Strandhütte in Costa Rica. „Ich bin spontan in Zentralamerika”, entschuldigt sich Neel Popat, CEO und Co-Founder von Donut Technologies, bevor er seinen zehnminütigen Pitch beginnt. Er überzeugt die Jury und wird mit zehn weiteren Startups für das German Accelerator-Programm in den USA ausgewählt. Sie können bei der Expansion in die USA ab Oktober beziehungsweise ab Januar auf die Unterstützung des erfahrenen Teams und Mentorennetzwerks zählen. Donut Technologies GmbH ist aus Berlin und geplant ist eine App, die den Vermögensaufbau durch Mikro-Investitionen in Bitcoin und andere digitale Assets ermöglicht.

Unternehmensberatung, Logistik, Finanzen, Gaming, Sensortechnik – die Branchen, in denen die Gewinner des Auswahlverfahrens tätig sind, könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch einen gemeinsamen Nenner gibt es: Alle haben sich beim German Accelerator beworben, da sie mit ihren Produkten in die USA expandieren möchten.

„Wir werden vom weitreichenden Netzwerk und der langjährigen Erfahrung des German Accelerator Programms profitieren“

so Sven Merten, Managing Director USA von COMATCH. Mertens Startup hat eine Plattform entwickelt, die Firmen mit unabhängigen Unternehmensberatern zusammenbringt.

Wie auch die anderen Bewerber sieht Merten großes Potential im nordamerikanischen Markt und muss das in seiner Präsentation vor dem Auswahlkomitee begründen:

„Die USA sind der weltgrößte Markt für Unternehmensberatung, daher gibt es hier großen Bedarf nach einem Produkt wie unserem. Auch die meisten unserer Wettbewerber kommen aus den USA. Wir wollen sie auf ihrem Heimatmarkt schlagen und damit von einem führenden deutschen Startup zu einer globalen Organisation wachsen.”

Auf dem Weg dorthin kann sich Merten auf die Unterstützung des German Accelerator verlassen: Drei Monate lang stehen ihm am Standort New York kostenlose Büroflächen sowie Zugang zu mehr als 200 erfahrenen Mentoren und einem starken Netzwerk aus Partnern, Investoren und potenziellen Kunden zur Verfügung. Da das Programm vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt wird, müssen Merten und seine Mitstreiter dafür weder Unternehmensanteile abgeben, noch eine Teilnahmegebühr bezahlen.

Dennoch ist den Startups bewusst, dass ihnen keine einfache Zeit bevorsteht. Benjamin Federmann, Co-Founder und CEO des aus Kassel stammenden Logistikmanagement-Startups doks.innovation, stellt fest:

„In Europa haben wir uns mittlerweile eine solide Kundenbasis erarbeitet, in den USA wollen wir jetzt durchstarten. Wir hoffen, auch dank der Erfahrung des German Accelerator-Teams typische Fehler zu vermeiden, schnell relevante Kontakte zu knüpfen und uns so nachhaltig auf dem amerikanischen Markt zu positionieren.”

Und hier die Liste der ausgewählten Startups:

  • 12 Grapes GmbH (Bunch.ai) (aus Berlin) analysiert die Zusammenarbeit von Teams beispielsweise auf Slack und gibt so praxisnahe Einblicke in die Firmenkultur.
    BF Worldwide GmbH (Buckle and Seam) (aus Berlin) verkauft hochwertige, personalisierbare Ledertaschen.
  • COMATCH GmbH (aus Berlin) vermittelt unkompliziert Unternehmensberater, die mit spezifischen Fachkenntnissen und Erfahrungen die Projekte von Firmen vorantreiben.
  • doks.innovation GmbH (aus Kassel) digitalisiert das Logistikmanagement in Lagerhäusern, indem es Daten automatisch generiert, das Bestandsmanagement automatisiert und kontinuierlich alle relevanten Informationen in Echtzeit liefert.
  • Donut Technologies GmbH (aus Berlin) ist eine App, die den Vermögensaufbau durch Mikro-Investitionen in Bitcoin und andere digitale Assets ermöglicht.
  • FUN WITH BALLS GmbH (aus München) verbindet Sport und Gaming mittels Technologie und bietet damit sportlichen Spaß für die ganze Familie.
  • Hoss GmbH (aus Wiesbaden) bindet renommierte europäische Möbelhersteller in eine Cluster-Plattform ein.
  • Inuru GmbH (aus Berlin) vermag dank digitaler Oberflächen jegliche Art von Verpackung umweltfreundlich und zu niedrigen Preisen zum Leuchten zu bringen.
  • LiveEO GmbH (aus Berlin) nutzt Satellitenbilder zur Überwachung großflächiger Infrastrukturnetze in den vertikalen Bahn-, Strom- und Pipeline-Bereichen und ermöglicht es den Betreibern damit, Betriebskosten zu sparen.
  • Die AI-betriebene Plattform von scoutbee GmbH (aus Hausen bei Würzburg) erlaubt es Beschaffungsleitern von Unternehmen, tiefe Einblicke in deren Lieferanten zu gewinnen und damit bessere Kaufentscheidungen zu treffen.
  • Die kundenspezifischen Sensorlösungen von Senorics GmbH (aus Dresden) erlauben Nutzern durch Spektroskopie die einfache Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe verschiedener Substanzen, wodurch beispielsweise die korrekte Rezeptur eines Medikaments geprüft werden kann.

German Entrepreneurship GmbH

Der German Accelerator unterstützt die vielversprechendsten deutschen Startups bei der internationalen Expansion. An den Innovationsstandorten San Francisco, Silicon Valley, New York, Boston und Singapur begleitet das Team vom German Accelerator aus erfahrenen Experten und Mentoren die ausgewählten Firmen aktiv mit lokalem Know-how sowie verschiedenen Workshop- und Trainingsangeboten. Programmteilnehmer erhalten zudem kostenfreie Büroräume sowie direkten Zugang zu unserem globalen Netzwerk aus Partnern und Investoren. Unsere Programme sind kostenfrei und werden auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Startups zugeschnitten, um ihnen zu einem erfolgreichen internationalen Markteintritt zu verhelfen. Seit dem Start 2012 haben mehr als 220 Startups eines unserer Programme erfolgreich durchlaufen und bisher mehr als US$ 2,5 Milliarden an Finanzierung erhalten. Der German Accelerator wird von der German Entrepreneurship GmbH betrieben und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt.