Bei diesem Modell, das auch reward-based Crowdfunding genannt wird, finanzieren mehrere Förderer ein Projekt, die im Gegenzug durch Leistungen des Unternehmens oder vorbestellte Produkte belohnt werden. Hiervon machen insbesondere Start-ups regen Gebrauch, aber auch ältere KMU, die ein spezifisches Vorhaben finanzieren wollen. Das gilt beispielsweise für die Uhrenmarke Code41 aus Lausanne, die in weniger als 72 Stunden CHF 2,889 Millionen für die Entwicklung eines neuen Uhrenmodells eingeworben hat. „Eine Crowdfunding-Kampagne zu lancieren, ist wie eine Marktstudie in Echtzeit“, erklärt Vincent Pignon, Vize-Präsident der Swiss Crowdfunding Association. „Die Plattformen sind regelrechte Resonanzkörper, Beschleuniger von Erfolg wie auch Misserfolg.“ Insofern ist es sehr wichtig, gut zu kommunizieren und im Vorfeld eine ausreichend grosse Gemeinschaft zusammenzubringen.

Für das Zürcher Online-Magazin Republik ging das Wagnis auf: Es sammelte 2017 rund CHF 3,4 Millionen für sein unabhängiges Medienprojekt (mehr dazu in unserem Interview vom 7. August). Auch der Zirkus Knie konnte auf diesem Weg den Kauf eines neuen Zirkuszeltes in Höhe von CHF 254’101 finanzieren. Das im Januar 2019 beendete Projekt war vor allem eine Marketing-Aktion, da es dem Familienunternehmens aus Rapperswil (SG) finanziell gut geht.