Coinbase sperrt den Account des WikiLeaks-Shops. WikiLeaks reagiert umgehend und ruft zum Boykott der amerikanischen Kryptobörse auf.

Am 20. April gab die Whistleblower-Plattform WikiLeaks bekannt, dass Coinbase den Account ihres Online-Shops gesperrt hat. Der WikiLeaks-Shop unterstützt die Aktivitäten der Enthüllungsseite durch den Verkauf von Fan-Artikeln wie T-Shirts, Handy-Hüllen, Aufklebern, Postern und Büchern. Da viele Käufer anonym bleiben möchten, lässt der Shop Zahlungen in verschiedenen Kryptowährungen zu.

Coinbase begründete die Account-Sperre in einem Brief an WikiLeaks vage mit einem Verstoss gegen die Nutzungsbedingungen:

„Nach sorgfältiger Prüfung gehen wir davon aus, dass über Ihr Konto eine verbotene Nutzung unter Verletzung unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen stattgefunden hat. Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihnen keinen Zugang zu unserem Service mehr gewähren können.“ Worin die „verbotene Nutzung“ gelegen haben soll, lässt der Brief allerdings offen.

WikiLeaks reagierte noch am selben Tag. Per Twitter kündigte die Enthüllungsplattform einen Boykottaufruf gegen Coinbase an:

„Wikileaks wird nächste Woche eine globale Blockade von Coinbase als einem unwürdigen Mitglied der Krypto-Community fordern.“ Die kalifornische Kryptobörse habe mit der Blockierung des „völlig harmlosen WikiLeaks-Shops“ auf einen „versteckten Einfluss“ reagiert.

Coinbase will Zulassung als Wertschriftenhändler

Tatsächlich vermuten Experten, dass sich Coinbase von WikiLeaks distanziert, weil das Unternehmen eine amerikanische Zulassung als Wertschriftenhändler anstrebt. Diesem Zweck dient auch die Übernahme der drei Brokerfirmen Keystone Capital, Venovate Marketplace und Digital Wealth, die Coinbase Anfang Juni ankündigte.

Eine Zusammenarbeit mit WikiLeaks könnte die Pläne von Coinbase zunichtemachen. Denn die amerikanischen Behörden stehen der Whistleblower-Plattform, die wiederholt geheime Regierungsdokumente veröffentlichte, äusserst kritisch gegenüber. Zudem erhoben die US-Demokraten am 20. April im Zusammenhang mit den Clinton-E-Mails eine Klage gegen Russland, die sich auch gegen WikiLeaks richtet. Ob die Klage der Auslöser für die Account-Sperre war oder ob die zeitliche Koinzidenz zufällig ist, lässt sich indes nicht feststellen.

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