Nach Venezuela plant nun auch Kambodscha die staatliche Einführung einer eigenen Kryptowährung. Vordergründig soll die Blockchain-Technologie zur Weiterentwicklung der heimischen Wirtschaft dienen. Dahinter könnten jedoch politisch Gründe stehen, drohen doch westliche Länder mit Sanktionen gegen Kambodscha.

Kambodscha weist eine der höchsten Wachstumsraten weltweit auf und gilt bereits seit längerem als Befürworter der Blockchain-Technologie. Dafür spricht auch das Abhalten des diesjährigen ASEAN BlockChain Summit, das derzeit in der Hauptstadt Phnom Penh stattfindet. Teilnehmen werden unter anderem namhafte Politiker des südostasiatischen Landes, die laut eigenen Angaben auf eine Kryptowährung zur Entwicklung der heimischen Volkswirtschaft setzen. Diese Kryptowährung, über die noch wenige Informationen bekannt sind, soll in der Lage sein, den Einsatz von Kreditkarten zu ersetzen.

Ähnlich dem venezolanischem Petro

Die Kryptowährung Kambodschas soll ähnlich dem venezolanischen Petro sein. Bei letzterem handelt es sich um den ersten staatlichen Coin, der erdölgebunden ist und dem südamerikanischen Staat aus der finanziellen Krise helfen soll. Ähnlich wie in Südamerika ist die Ausgabe der eigenen Kryptowährung in Kambodscha die Reaktion auf angekündigte Sanktionen aus dem Ausland. Diese resultieren aus anti-demokratischen Tendenzen, die sich in letzter Zeit zeigten. So wurde nicht nur die unabhängige Justiz für politische Zwecke instrumentalisiert, sondern auch binnen weniger Monate unliebsame Medien und die bedeutendste Oppositionspartei geschlossen.

Während in Venezuela die Kryptowährung durch Rohölfässer abgesichert wird, kann Kambodscha kaum auf Bodenschätze zurückgreifen. Viele Gebiete des südostasiatischen Landes sind schlichtweg nicht erforscht. Es bleibt demzufolge unklar, wie sich die Regierung die Deckung des staatlichen Coins vorstellt.

Nachtrag 09.03.2018

Ausrufezeichen, Korrektur, Dementi>> Die Kambodschanische Regierung dementiert, eine eigene Kryptowährung erschaffen zu wollen. Beide Behörden, also die National Bank of Cambodia (NBC) and Securities and Exchange Commission of Cambodia (SECC) dementierten auf Anfrage der Phnom Penh Post diese Gerüchte umgehend. Die Meldung sei falsch und alleine auf die unten verlinkte Pressemitteilung zurückzuführen. Kryptowährungen seien momentan noch hochriskant und kein Thema, so Chea Serey in der Phnom Penh Post. Allerdings hatte sich Chea Serey vor einigen Monaten in einem Interview im Printmagazin „SEA Globe“ dem Thema Blockchain gegenüber sehr positiv geäussert. Chea ist die Vorsitzende der Kambodschanischen Zentralbank. Und ebendiese Bank gab etwa zeitgleich eine Kooperation mit dem Japanischen Unternehmen „Japanese Blockchain identity“ bekannt. In diesem Zusammenhang war es nachvollziehbar (Mehrere unabhängige Quellen), dass die unten verlinkte Pressemitteilung von bekannten Online Seiten und auch Bitcoinnews.ch aufgegriffen wurde.

Quellen

>> CryptoAsia
>> Cambodia May Issue Its Legal Cryptocurrency, Following Venezuela