In der aktuellen Debatte rund um Bitcoin und China geht etwas wichtiges unter: Wir werden im November wohl ein erneutes Splitting von Bitcoin sehen. Oder mit anderen Worten: Es wird eine zusätzliche, dritte Variante von Bitcoin geben.

Bereits am ersten August dieses Jahren hat sich eine Variante durch einen sogenannten Hardfork von der ursprünglichen Bitcoin Blockchain abgespalten: Bitcoin Cash (BCC). Und jetzt im November wird es wohl einen weiteren Split geben. Warum ist das so?

Ausgangslage

Bitcoin ist einfach zu erfolgreich geworden und konnte mit den hohen Anzahl von Transaktionen nicht mehr mithalten. Ja es gab einen regelrechten Stau im Bitcoin-Netzwerk beim Verarbeiten von Zahlungen. Manchmal musste man bis zu einem Tag warten, bis die versendeten Bitcoin ankamen. Zudem wurden die Transaktionen immer teurer und teurer. Nach zwei Jahren heftigen hin und her hatten sich endlich die grossen Stakeholder, also alle grossen beteiligten Firmen und Mining-Farmen rund um Bitocoin getroffen und im Mai einen Konsens gefunden.

Fahrplan: SegWit2x und 2MB Blockgrösse

Da wurde vereinbart, dass in einem ersten Schritt am 1. August in einem Softfork SegWit2x aktiviert werden soll. Dies ging erstaunlich reibungslos über die Bühne. Doch nun soll im November via Hardfork die Grösse der Blöcke von einem auf zwei Megabyte erhöht werden. Tja.. und genau da happert es wie man den aktuellen Diskussionen rund um dieses Thema entnehmen kann. Damit es zu keinem Split kommt und alle zum updaten ihrer Bitcoin Software gezwungen werden, dazu braucht es eine Zustimmung von mindestens 92% der Miner und Nodes. Wie bereits im August wird es wohl eine grosse Anzahl von Leuten gehen, die diesen Fork nicht unterstützen. Und somit wird dann wohl eine weitere Version von Bitcoin im Umlauf sein.

Diese Consensus-Veranstaltungen haben zwar die Entwicklung von Bitcoin und damit die Skalierung vorwärts gebracht. Aber das wars dann auch schon. Ein gemeinsames Vorgehen sowie ein Konsens wurde nicht gefunden. Aber was erwartet man von einer Veranstaltung, wo die wichtigsten Bitcoin Entwickler nicht mit dabei sind und Tickets über 1’800 USD kosten?

Samson Mow, CEO von Blockstream meinte zum Thema Split:

Viele Entwickler, User, Miner und Geschäfte rund um Bitcoin sind mit dem Hardfork auf 2MB nicht einverstanden. Wird werden also 2 verschiede Bitcoin Versionen haben und erst langfristig beurteilen können, welche Version die Unterstützung der Community haben wird.

Dies ist eine interessante Aussage, zumal Samson Mow sehr enge Kontakte zum Entwicklerteam unterhält.

Bitcoin Split, was bedeutet das für die User?

Wird diese 92% Grenze nicht erreicht, kommmt es zum Split. Und dieser Split wird für einiges an Verwirrung sorgen. Unter anderem werden viele nicht wissen, welche Version von Bitcoin nun DER BITCOIN sein wird. Im weiteren wird es wie schon beim Fork im August unklar sein, welche Börsen und Walletanbieter welche Version unterstützen werden. Gemäss dem Nachrichtenmagazin Bloomberg glaubt auch Wang Chun, Administrator des F2Pool, einem der grössten Mining Pools, an einen Split.

Fazit: Bitcoin bleibt interessant.

Bloomberg TV über die Wahrschlichkeit eines Splits

Quellen

[1] Bitcoin Scaling Agreement at Consensus 2017, 23. Mai 2017
[2] Bitcoin Is Likely to Split Again in November, Say Major Players, Bloomberg 20. September 2017