Di. Okt 4th, 2022

Ist Bitcoin überhaupt eine Währung? Wird sich Bitcoin als zukünftige, globale Währung duchsetzen? Wenn, dann muss Bitcoin meiner Meinung nach folgende drei grossen Hürden meistern:

1. Regulierung
Der Bitcoin braucht Rechtssicherheit. Den Bitcoin verbieten geht nicht. Man könnte geradesogut die Primzahlen oder die Fibonaccizahlen verbieten. Okay, dies ist jetzt etwas populistisch ausgedrückt. Im Prinzip müsste im bestehenden Gesetz eine neue Kategorie „Cryptocurrencies“ erschaffen werden. Dies wird wohl allerdings noch Jahrzente dauern. Die technologische Entwicklung ist da, nun muss zuerst eine Diskussion entstehen und diese Ethik sich in einer Moral manifestieren. Wir sind erst im Begriff zu begreifen, was mit der Bitcoin-Technologie alles möglich ist. Erst wenn diese neuen Möglichkeiten etwas fassbarer werden, wird es möglich sein, diese auch im Gesetz niederzuschreiben. Daher wird Bitcoin wohl zuerst in bestehende Formen eingepasst. In Schweden wird Bitcoin rechtlich wohl bald als „Kunst“ betrachtet. Bitcoin kann aber ebensogut als Ware oder als Fremdwärung eingestuft werden. Auf jeden Fall braucht es für Bitcoin baldmöglichst Rechtssicherheit. Nur so kann nachhaltig Innovation rund um den Bitcoin entstehen.

2. Akzeptanz
Bitcoin wird erst eine richtige Währung, wenn genügend Akzeptanz vorhanden ist. Das heisst, Geschäfte müssen Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Aber nicht nur das, ein richtiger Durchbruch für Bitcoin als Währung ist erst dann gegeben, wenn das Steueramt und die Polizeibeamten ihren Lohn, also die staatlichen Organe, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung gewährleisten, allesamt Bitcoins akzeptieren. Davon sind wir noch meilenweit entfernt, aber sag niemals nie!

3. Volatilität
Die hohe Volatilität ist eines der zentralen Probleme des Bitcoin. Erst wenn sich der Bitcoinkurs stabilisiert, wird Bitcoin eine ernstzunehmende Alternative zum bestehenden Währungsystem. Anderseits zeigen gerade die aktuellen Vorkomnisse in Argentinien, dass auch Fiatgeld alles andere als stabil sein kann.

Als Transfervehikel für Geldüberweisungen in andere Länder, dafür kommt Bitcoin bereits jetzt infrage. Dabei ist der aktuelle Wert des Bitcoins relativ unwichtig. Ob ein Bitcoin 1 Dollar oder 10’000 Dollar wert ist, spielt dabei keine Rolle. Bitcoin wird bereits jetzt dazu benutzt, innert Minuten Geld irgendwohin zu überweisen. Bitcoin wird dabei sozusagen lediglich als Transferprotokoll für Geld eingesetzt.

Fazit:
Es braucht noch einiges, bis Bitcoin überhaupt annähernd das Potential hat, unser aktuelles Währungssystem abzulösen. Die Technologie des Bitcoins ist allerdings revolutionär. Und mit Projekten wie Open Transactions entstehen wirkliche Alternativen. Unabhängig davon, ob Bitcoin sich als Digitale Leitwährung etablieren wird oder nicht, wird diese neue Technologie unsere bestehende Welt verändern. Aus meiner Erfahrung als Informatiker auf Privatbanken weiss ich nur zu gut, dass bisher die Digitale Welt stets an bestehende, veraltete Prozesse angepasst wurde. Die revolutionäre Technologie eröffnet uns auf einen Schlag ganz neue Möglichkeiten. Das Bankenwesen wird sich grundlegend verändern. Die Prozesse werden sich in Zukunft an diesen neuen, bisher unbekannten Möglichkeiten orientieren.

Ob diese neue Technologie gut oder schlecht für die Menschheit sein wird, diese Frage wage ich nicht zu beantworten. Ich möchte jedenfalls informiert sein, wenn es soweit ist. Denn dieser Mix aus Transparenz, Kryptologie und Dezentralität hat definitiv Potential. Und ich finde es unglaublich spannend, bereits jetzt erste Erfahrungen im Umgang mit kryptologischen Währungen zu sammeln.

Wer sich etwas genauer darüber informieren möchte, was Bitcoin sonst alles noch kann, dem sei das nachfolgende Video von Mike Hearn wärmstens empfohlen:

 

By Christian Mäder

Publisher and Founder >> Christian Mäder auf LinkedIn

7 thoughts on “Diese 3 Hürden muss Bitcoin meistern, um als Währung akzeptiert zu werden!”
  1. Was bedeutet Bitcoin als Transferprotokoll für Geld und das der Bitcoin Kurs dabei keine Rolle spiele? Das verstehe ich noch nicht ganz.

    1. Damit meinte ich, dass man Bitcoin für den Geldtransfer von A nach B nutzen kann. Also zum Beispiel um Geld von der Schweiz nach Slowenien zu transferieren. Dabei wechselt man den Betrag in CHF in Bitcoin um, führt die BTC Transaktion durch, und wechselt anschliessend in Slowenien den Betrag umgehend von Bitcoin in EUR zurück. Da der Geldbetrag in nur kurze Zeit in Bitcoin existiert, wird das Risiko der Volatilität minimiert. Der Preis des Bitcoin spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wenn man die aktuellen Gebühren von Western Union oder PayPal etc. betrachtet, kann sich eine derartige Transaktion in Bitcoin durchaus lohnen.

  2. nun im jahr 2013 hat die deutsche obermutti das internet als #neuland bezeichnet. immerhin existiert das internet schon 30 jahren. also haben wir wohl eine chance dass bitcoin in so 60-90 jahren als offizielle währung akzeptiert wird. bisher sehe ich bitcoin eher als zahlungsmittel im dark-net. den ich sehe es nicht dass die migros bitcoin akzeptiert. dafür ist der kurs wohl viel zu instabil. vorallem sehe ich nicht dass alle menschen dieses zahlungsmittel akzeptieren werden in ihren köpfen. dafür gibts zuviele obrigkeitshörige bünzlis (nicht bönzlis *g*) – den erinnert euch angeblich ist die Weltwirtschaftskrise beflickt und alles läuft jetzt wieder super – und die nsa spioniert niemand mehr aus – wenigstens sagt man das und die bünzlis glauben das alles…

    wie auch immer als digitale wärung für uns onliner – find ich das ganze ned mal so schlecht 🙂

  3. BitPay ermöglicht den Shops das Entgegennehmen von Bitcoin ohne Risiko von Kursschwankungen. Dabei wird der Betrag direkt in Fiatgeld aufs Konto einbezahlt. Wäre auch für die Migros eine denkbare Option.

  4. ähm christian dir ist schon klar dass wir hier von migros und anderen konzernen reden die es jahre lang nicht mal managen konnten, dass man kontaktfrei bezahlen konnte via rfid maestro karten :).

    naja ich denke onlineshops sind wohl die ersten die hier wirklich auf den zug aufspringen – vorallem dank der medienberichterstattung von dir 🙂

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