Ist Bitcoin überhaupt eine Währung? Wird sich Bitcoin als zukünftige, globale Währung duchsetzen? Wenn, dann muss Bitcoin meiner Meinung nach folgende drei grossen Hürden meistern:

1. Regulierung
Der Bitcoin braucht Rechtssicherheit. Den Bitcoin verbieten geht nicht. Man könnte geradesogut die Primzahlen oder die Fibonaccizahlen verbieten. Okay, dies ist jetzt etwas populistisch ausgedrückt. Im Prinzip müsste im bestehenden Gesetz eine neue Kategorie „Cryptocurrencies“ erschaffen werden. Dies wird wohl allerdings noch Jahrzente dauern. Die technologische Entwicklung ist da, nun muss zuerst eine Diskussion entstehen und diese Ethik sich in einer Moral manifestieren. Wir sind erst im Begriff zu begreifen, was mit der Bitcoin-Technologie alles möglich ist. Erst wenn diese neuen Möglichkeiten etwas fassbarer werden, wird es möglich sein, diese auch im Gesetz niederzuschreiben. Daher wird Bitcoin wohl zuerst in bestehende Formen eingepasst. In Schweden wird Bitcoin rechtlich wohl bald als „Kunst“ betrachtet. Bitcoin kann aber ebensogut als Ware oder als Fremdwärung eingestuft werden. Auf jeden Fall braucht es für Bitcoin baldmöglichst Rechtssicherheit. Nur so kann nachhaltig Innovation rund um den Bitcoin entstehen.

2. Akzeptanz
Bitcoin wird erst eine richtige Währung, wenn genügend Akzeptanz vorhanden ist. Das heisst, Geschäfte müssen Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Aber nicht nur das, ein richtiger Durchbruch für Bitcoin als Währung ist erst dann gegeben, wenn das Steueramt und die Polizeibeamten ihren Lohn, also die staatlichen Organe, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung gewährleisten, allesamt Bitcoins akzeptieren. Davon sind wir noch meilenweit entfernt, aber sag niemals nie!

3. Volatilität
Die hohe Volatilität ist eines der zentralen Probleme des Bitcoin. Erst wenn sich der Bitcoinkurs stabilisiert, wird Bitcoin eine ernstzunehmende Alternative zum bestehenden Währungsystem. Anderseits zeigen gerade die aktuellen Vorkomnisse in Argentinien, dass auch Fiatgeld alles andere als stabil sein kann.

Als Transfervehikel für Geldüberweisungen in andere Länder, dafür kommt Bitcoin bereits jetzt infrage. Dabei ist der aktuelle Wert des Bitcoins relativ unwichtig. Ob ein Bitcoin 1 Dollar oder 10’000 Dollar wert ist, spielt dabei keine Rolle. Bitcoin wird bereits jetzt dazu benutzt, innert Minuten Geld irgendwohin zu überweisen. Bitcoin wird dabei sozusagen lediglich als Transferprotokoll für Geld eingesetzt.

Fazit:
Es braucht noch einiges, bis Bitcoin überhaupt annähernd das Potential hat, unser aktuelles Währungssystem abzulösen. Die Technologie des Bitcoins ist allerdings revolutionär. Und mit Projekten wie Open Transactions entstehen wirkliche Alternativen. Unabhängig davon, ob Bitcoin sich als Digitale Leitwährung etablieren wird oder nicht, wird diese neue Technologie unsere bestehende Welt verändern. Aus meiner Erfahrung als Informatiker auf Privatbanken weiss ich nur zu gut, dass bisher die Digitale Welt stets an bestehende, veraltete Prozesse angepasst wurde. Die revolutionäre Technologie eröffnet uns auf einen Schlag ganz neue Möglichkeiten. Das Bankenwesen wird sich grundlegend verändern. Die Prozesse werden sich in Zukunft an diesen neuen, bisher unbekannten Möglichkeiten orientieren.

Ob diese neue Technologie gut oder schlecht für die Menschheit sein wird, diese Frage wage ich nicht zu beantworten. Ich möchte jedenfalls informiert sein, wenn es soweit ist. Denn dieser Mix aus Transparenz, Kryptologie und Dezentralität hat definitiv Potential. Und ich finde es unglaublich spannend, bereits jetzt erste Erfahrungen im Umgang mit kryptologischen Währungen zu sammeln.

Wer sich etwas genauer darüber informieren möchte, was Bitcoin sonst alles noch kann, dem sei das nachfolgende Video von Mike Hearn wärmstens empfohlen: