Der britische Finanzdienstleister Revolut will sein Geschäft in der Schweiz deutlich ausbauen und hat dafür eine Schweizer Banklizenz bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA beantragt. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen Investitionen von mehr als 150 Millionen Franken in der Schweiz über die kommenden fünf Jahre an.

Revolut ist in der Schweiz bereits stark vertreten. Nach eigenen Angaben nutzen rund 1,3 Millionen Menschen die Plattform im Land. Bisher werden Schweizer Kunden über die litauische Revolut Bank UAB bedient. Mit einer eigenen Schweizer Banklizenz könnte sich das künftig ändern.
Schweizer IBAN und weitere Bankdienstleistungen
Eine bewilligte Schweizer Banklizenz würde Revolut ermöglichen, sein Angebot stärker auf den Schweizer Markt auszurichten. Geplant sind unter anderem Schweizer IBANs, Lohnkonten und der Zugang zur Schweizer Einlagensicherung.
Auch weitere lokale Dienstleistungen sind vorgesehen. Dazu gehören laut Revolut unter anderem eBill und Zahlungsdienstleistungen für Händler. Produkte wie die Säule 3a und eine mögliche Integration von TWINT werden ebenfalls geprüft.
Damit würde Revolut stärker mit etablierten Schweizer Banken und digitalen Finanzangeboten konkurrieren. Der Antrag befindet sich derzeit noch im Prüfverfahren der FINMA. Eine Schweizer Banklizenz wurde also noch nicht erteilt.
Mehr Mitarbeiter in der Schweiz
Auch personell soll Revolut in der Schweiz wachsen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 30 Mitarbeiter und plant, diese Zahl bis Ende kommenden Jahres zu verdreifachen. Die angekündigten Investitionen sollen unter anderem in neue Produkte und lokale Arbeitsplätze fließen.
Für den Schweizer Finanzplatz ist der Schritt vor allem deshalb interessant, weil ein internationaler Fintech-Konzern damit seine lokale Präsenz deutlich verstärken will. Revolut bezeichnet die geplante Schweizer Bank als eigenständige lokale Struktur innerhalb seiner internationalen Expansion.
Die Entscheidung über den Lizenzantrag liegt nun bei der FINMA.







