Donald Trump sorgt mit einem ungewöhnlichen Versprechen für neue Spekulationen an den Finanzmärkten: Jeder erwachsene US-Bürger könnte künftig einen Scheck über 5.000 Dollar erhalten. Bitcoin-Investor Anthony Pompliano sieht darin einen möglichen Treiber für Bitcoin, Gold und andere knappe Vermögenswerte.
5.000 Dollar für Millionen Amerikaner
Donald Trump hat bei der Midterm Convention der Republikanischen Partei in Dallas angekündigt, erwachsenen US-Bürgern möglicherweise eine Zahlung von 5.000 Dollar zukommen zu lassen, sofern die Republikaner bei den Wahlen im November ihre Mehrheit im Kongress behalten.
Trump bezeichnete die geplante Zahlung als eine Art „Dividende“. Details zur konkreten Umsetzung und Finanzierung sind allerdings noch offen. Bei einer Zahlung an einen großen Teil der erwachsenen US-Bevölkerung würde es sich um ein Programm in einer Größenordnung von mehr als einer Billion Dollar handeln.
Als mögliche Finanzierungsquelle wurden unter anderem Einnahmen aus den US-Zöllen genannt. Vizepräsident JD Vance deutete zudem an, dass Personen mit höheren Einkommen möglicherweise ausgeschlossen werden könnten.
Damit ist keineswegs garantiert, dass die Zahlungen tatsächlich in dieser Form kommen. Für Bitcoin-Anleger ist jedoch bereits die Diskussion darüber interessant.
Pompliano erwartet steigende Preise bei Bitcoin und Gold
Der bekannte Bitcoin-Investor und Unternehmer Anthony Pompliano sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen staatlichen Geldzahlungen und steigenden Preisen knapper Vermögenswerte.
Trump announced yesterday that he is going to give out $5,000 stimulus checks.
The more money he hands out, the higher bitcoin, gold, and land will go.
— Anthony Pompliano 🌪 (@APompliano) September 10, 2026
„Je mehr Geld [die US-Regierung] verteilt, desto höher werden Bitcoin, Gold und Land steigen“, schrieb Pompliano auf X.
Seine Argumentation ist einfach: Wenn zusätzliche Milliarden oder gar Billionen Dollar in die Wirtschaft gelangen, steigt die Menge an verfügbarem Kapital. Ein Teil dieses Geldes könnte in Vermögenswerte fließen, deren Angebot nicht beliebig ausgeweitet werden kann.
Dazu zählen für Pompliano neben Gold und Land auch Bitcoin.
Eine direkte Garantie für steigende Bitcoin-Kurse ist das allerdings nicht. Entscheidend ist unter anderem, wie hoch die tatsächliche Auszahlung ausfällt, wer das Geld erhält und wofür die Empfänger es anschließend ausgeben oder investieren.
Bitcoin machte nach dem ersten Stimulus einen gewaltigen Sprung
Ein Blick zurück auf die Corona-Pandemie liefert zumindest einen bemerkenswerten Vergleich.
Im April 2020 erhielten viele Amerikaner im Rahmen des CARES Act direkte Zahlungen von bis zu 1.200 Dollar. Bitcoin notierte zu diesem Zeitpunkt bei ungefähr 6.900 Dollar.
Bis Ende 2020 stieg der Bitcoin-Kurs auf rund 29.000 Dollar.
Eine zweite Runde von Zahlungen in Höhe von bis zu 600 Dollar folgte im Dezember 2020. Kurz darauf setzte Bitcoin seine Rally fort und erreichte Anfang Januar 2021 die Marke von rund 40.000 Dollar.
Von März 2020 bis März 2021 stieg Bitcoin insgesamt um rund 788 Prozent.
Diese Entwicklung wird häufig als Beleg dafür angeführt, dass staatliche Stimuluszahlungen Bitcoin nach oben treiben können. Ganz so einfach ist die Geschichte allerdings nicht.
Stimulus allein erklärt die Bitcoin-Rally nicht
Während der Pandemie kamen mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. Die US-Notenbank lockerte ihre Geldpolitik massiv, die Zinsen wurden gesenkt und die Liquidität im Finanzsystem stieg stark an.
Gleichzeitig nahm das institutionelle Interesse an Bitcoin deutlich zu.
Auch die dritte Stimulus-Runde im März 2021 führte nicht zu einem vergleichbaren unmittelbar messbaren Effekt bei Bitcoin. Das zeigt, dass staatliche Schecks allein offenbar nicht ausreichen, um eine Bitcoin-Rally zuverlässig vorherzusagen.
Der historische Vergleich ist deshalb interessant, sollte aber nicht als Kursprognose missverstanden werden.
Wohin fließt das Geld diesmal?
Pompliano sieht bei der aktuellen Bitcoin-Bewegung zudem einen weiteren wichtigen Faktor.
Seiner Einschätzung nach stammt ein Teil der jüngsten Nachfrage nicht aus traditionellen Aktien- oder Anleihemärkten. Stattdessen werde Kapital innerhalb des Kryptomarktes umgeschichtet.
Investoren würden demnach bereits vorhandene Stablecoins zunehmend in Bitcoin tauschen.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Würde Kapital in großem Umfang aus Aktien oder anderen traditionellen Anlageklassen in Bitcoin fließen, wäre dies ein Hinweis auf eine breitere Veränderung der Risikobereitschaft.
Die Umschichtung von Stablecoins in Bitcoin zeigt dagegen zunächst vor allem, dass bereits vorhandenes Kapital innerhalb des Kryptomarktes eine neue Richtung einschlägt.
Eine Billion Dollar könnten den Markt verändern
Sollte Trumps 5.000-Dollar-Plan tatsächlich umgesetzt werden, wäre die Größenordnung erheblich.
Eine staatliche Ausschüttung von mehr als einer Billion Dollar würde nicht automatisch bedeuten, dass dieses Geld in Bitcoin fließt. Ein großer Teil könnte für Miete, Lebensmittel, Schulden oder andere laufende Ausgaben verwendet werden.
Dennoch könnte selbst ein kleiner Anteil der Zahlungen, der in Bitcoin, Gold, Aktien oder andere Vermögenswerte fließt, beträchtliche Auswirkungen haben.
Gerade Bitcoin besitzt dabei eine besondere Eigenschaft: Das Angebot lässt sich nicht kurzfristig durch eine höhere Nachfrage ausweiten. Neue Bitcoins entstehen nach einem festgelegten Protokoll, während die maximale Menge auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt ist.
Bitcoin-Stimulus 2.0?
Noch ist völlig offen, ob die angekündigten 5.000 Dollar tatsächlich ausgezahlt werden. Auch die Finanzierung, die Voraussetzungen für den Erhalt und der genaue Umfang des Programms müssen noch geklärt werden.
Trotzdem dürfte die Diskussion die Frage nach dem Verhältnis zwischen staatlichen Geldtransfers und Bitcoin erneut anheizen.
Sollte Washington tatsächlich eine Zahlung in dieser Größenordnung auf den Weg bringen, wäre es ein interessantes Experiment: Wie viel des zusätzlichen Geldes landet bei Konsumgütern – und wie viel bei knappen Vermögenswerten wie Bitcoin und Gold?
Für Bitcoin-Anleger ist vor allem der historische Vergleich bemerkenswert. 2020 folgte auf die ersten US-Stimuluszahlungen eine der stärksten Rallys in der Geschichte von Bitcoin.
Ob sich dieses Szenario wiederholt, steht allerdings auf einem anderen Blatt.







