Sa.. Okt. 10th, 2026

Soeben hat der Bitcoin-Preis wieder die magische Marke von 80’000 US-Dollar geknackt. Sehen wir noch im Jahr 2026 ein neues Allzeithoch?

September ist historisch ein schlechter Monat für den Bitcoin-Preis

„Uptober“ und „Pumpvember“ incoming?
„Uptober“ und „Pumpvember“ incoming?

Der September hat unter Bitcoin-Anlegern keinen besonders guten Ruf. Ein Blick auf die historischen Monatsrenditen zeigt tatsächlich: September war über viele Jahre der schwächste Monat für Bitcoin. Das saisonale Muster ist allerdings kein zuverlässiges Kursorakel.

„Rektember“ statt Bitcoin-Rally?

An den Kryptomärkten wird der September deshalb teilweise scherzhaft als „Rektember“ bezeichnet. Historische Daten von CoinGlass zeigen, dass Bitcoin im September seit 2013 im Durchschnitt eine negative Rendite erzielt hat. Je nach betrachteter Datenreihe liegt der durchschnittliche Verlust bei rund 3 Prozent. Damit gehört der September zu den schwächsten Monaten im gesamten Bitcoin-Jahresverlauf.

Noch interessanter ist der Blick auf die einzelnen Jahre. Der September war beispielsweise 2014 mit rund 19 Prozent Minus, 2019 mit rund 13 Prozent Minus und 2021 mit rund 7 Prozent Minus besonders schwach. Es gab allerdings auch positive September: 2015, 2016, 2023 und 2024 gehörten zu den Jahren, in denen Bitcoin im September zulegen konnte.

Das zeigt bereits das wichtigste Problem der saisonalen Statistik: Ein schwacher Durchschnitt bedeutet nicht automatisch einen fallenden Bitcoin-Preis.

Warum ist der September problematisch?

Eine eindeutige Ursache für die schlechte September-Performance gibt es nicht. Bitcoin ist mittlerweile stark mit den internationalen Finanzmärkten verbunden. Wenn Anleger im September Risiko aus ihren Portfolios nehmen, kann das auch Bitcoin treffen.

Hinzu kommt, dass der September traditionell auch für Aktienmärkte ein schwieriger Monat ist. Steigende Anleiherenditen, Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank und eine höhere Risikoaversion können deshalb gleichzeitig Druck auf Aktien und Kryptowährungen ausüben.

2026 kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Märkte beobachten die Geldpolitik der Federal Reserve besonders genau. Aktuelle Marktprognosen haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September deutlich nach oben bewegt. Höhere Zinsen beziehungsweise die Erwartung einer restriktiveren Geldpolitik können Risikoanlagen belasten.

2026 könnte allerdings anders verlaufen

Für Bitcoin-Bullen gibt es durchaus Grund zur Hoffnung. Denn die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die alte September-Regel nicht immer funktioniert.

Besonders bemerkenswert: Die drei vergangenen September verliefen positiv. 2023 stieg Bitcoin im September um rund 3,9 Prozent, 2024 um rund 7,3 Prozent und 2025 ebenfalls deutlich.

Auch der Start in den September 2026 muss deshalb nicht zwangsläufig bearish interpretiert werden.

Hinzu kommt die Entwicklung im August: Bitcoin konnte im August 2026 um rund 25 Prozent zulegen und damit den stärksten Monatsgewinn seit November 2024 verbuchen. Nach einer derart starken Bewegung wäre eine Konsolidierung im September allerdings nicht ungewöhnlich.

Der Blick auf Oktober und das vierte Quartal

Für Bitcoin-Anleger ist deshalb nicht nur die Frage interessant, was im September passiert. Historisch folgten auf schwächere Sommermonate teilweise deutlich bessere Entwicklungen im vierten Quartal.

Der Oktober besitzt unter Bitcoin-Anlegern sogar den Ruf eines vergleichsweise starken Monats. Noch wichtiger ist jedoch die Kombination aus mehreren Faktoren: Liquidität, US-Geldpolitik, ETF-Zuflüsse, institutionelle Nachfrage und die allgemeine Risikobereitschaft der Anleger.

Die historische September-Schwäche könnte daher auch bedeuten, dass eine Korrektur lediglich eine Zwischenphase innerhalb eines grösseren Aufwärtstrends darstellt.

Fazit: Statistik ist kein Kursziel

September ist historisch tatsächlich ein schlechter Monat für Bitcoin. Die durchschnittliche Rendite liegt im negativen Bereich, und nur ein Teil der bisherigen September endete mit einem Kursgewinn.

Doch aus dieser Statistik lässt sich kein zuverlässiges Kursziel für September 2026 ableiten. Die vergangenen drei positiven September zeigen, dass sich saisonale Muster jederzeit verändern können.

Für Bitcoin könnte der September 2026 deshalb erneut ein Monat mit erhöhter Volatilität werden. Ein Rückgang wäre historisch keine Überraschung – ein weiterer Anstieg wäre aber ebenfalls keineswegs ausgeschlossen.

Wer Bitcoin im September betrachtet, sollte deshalb nicht nur auf die Jahreszeit schauen, sondern vor allem auf Liquidität, Zinspolitik, ETF-Nachfrage und die Entwicklung der globalen Finanzmärkte.

 

By Christian Mäder

Publisher and Founder » Christian Mäder on LinkedIn Covering Bitcoin from Switzerland — in English and German. News, press releases, embargoes and story tips: christian@bitcoinnews.ch