Der niederländische Anbieter für composable Banking, Mambu, hat mit „Intelligent Core“ eine neue strategische Architektur vorgestellt, die Kernbankensysteme, Zahlungsverkehr und agentenbasierte KI erstmals unter einem gemeinsamen, offenen Dach zusammenführt. Das Unternehmen positioniert den Schritt als Antwort auf ein Problem, das viele Banken derzeit umtreibt: KI wird zwar zunehmend eingesetzt, läuft aber meist als zusätzliche Schicht auf gewachsenen Legacy-Systemen, die für Echtzeitverarbeitung und autonome Entscheidungen schlicht nicht gebaut wurden.
Mambu selbst positioniert sich seit fünfzehn Jahren als Gegenentwurf zu genau solchen monolithischen Kernbankensystemen. Über seine composable Plattform haben Finanzinstitute weltweit Einlagen-, Kredit- und islamische Bankprodukte modular aufgebaut, statt sich an starre All-in-one-Lösungen zu binden. Mit Intelligent Core will Mambu nun einen weiteren Schritt gehen: Diese modulare Basis soll nicht nur flexibel, sondern intelligent werden.
Drei Bausteine, ein Ökosystem
Technisch stützt sich Intelligent Core auf drei bestehende beziehungsweise neue Komponenten, die ineinandergreifen: das Kernbankensystem Mambu Core, die Zahlungsverkehrslösung Mambu Payments sowie das neu eingeführte Mambu Agentic. Letzteres ist als native Intelligenzschicht gedacht, die KI-Konnektivität, spezialisierte Agenten und autonome Workflows direkt mit dem Kern der Bank verbindet – statt KI, wie bisher üblich, über Umwege und zusätzliche Middleware anzubinden.
Innerhalb von Mambu Agentic führt das Unternehmen drei neue Funktionsebenen ein:
- Eine Lösung auf Basis des Model Context Protocol (MCP), die Unternehmens-KI-Agenten direkt mit Kernbanken- und Zahlungsdaten verbindet. Sie liefert Echtzeitkontext ohne komplexe Integrationsarbeit und ersetzt Middleware durch einen kontrollierten, geregelten Zugriff auf genau die Daten und Funktionen, die ein Agent für seine Aufgabe braucht.
- Eine Ebene namens AI Insights, die als kuratierte Datenschicht dafür sorgt, dass die Datengrundlage für KI-Entscheidungen verlässlich bleibt. Gleichzeitig soll sie fortlaufend automatisiert Erkenntnisse zu Wachstumschancen, Risiken und Auffälligkeiten über Portfolios und Geschäftsbereiche hinweg liefern.
- Vorgefertigte Agenten, die Daten sammeln, innerhalb konfigurierbarer Leitplanken Entscheidungen ableiten, dort handeln, wo sie dazu autorisiert sind, und jede Aktion nachvollziehbar begründen. Banken sollen diese Agenten an ihre eigenen Richtlinien, Freigabegrenzen und Geschäftsregeln anpassen können.
Der Gedanke dahinter: Intelligenz und Kernsystem sollen nicht länger getrennte Welten sein, sondern in derselben offenen Architektur zusammenwachsen. Für Banken verspricht sich Mambu davon vor allem drei Effekte – schnellere Markteinführungen, die Automatisierung arbeitsintensiver operativer Prozesse und personalisierte Services in Echtzeit und im großen Maßstab. Je stärker die Systeme dabei genutzt werden, so das Versprechen, desto wertvoller soll die gewonnene Intelligenz über die gesamte Plattform hinweg werden.
CEO Fernando Zandona ordnet den Schritt in die Unternehmensgeschichte ein: „Seit 15 Jahren befreit Mambu Finanzinstitute weltweit von den Zwängen monolithischer Legacy-Kerne – durch composable Banking. Diese composable Basis entwickelt sich jetzt zu einer intelligenten Basis weiter. Intelligent Core ist unsere Vision für die Zukunft der Finanzdienstleistungen: Kernbankensystem, Zahlungsverkehr und agentenbasierte KI arbeiten als Einheit.“ Mambu Agentic mache das konkret erlebbar, so Zandona, mit KI-Agenten, die direkt an das Hauptbuch angebunden seien, innerhalb strikter Leitplanken agierten und jede Entscheidung erklärten. Die Frage, die ihm Banken derzeit stellten, laute nicht mehr, ob sie KI einsetzen sollten, sondern ob sie sie sicher, zuverlässig und im großen Maßstab betreiben könnten. Mambus Antwort darauf: Mit der neuen Architektur soll genau das möglich sein.
Einordnung
Für den Finanzsektor ist die Ankündigung ein weiteres Signal dafür, wie stark sich der Wettbewerb rund um Banking-Infrastruktur derzeit auf KI-Fähigkeiten verlagert. Während viele etablierte Kernbankenanbieter KI bislang eher als Zusatzfunktion vermarkten, versucht Mambu mit Intelligent Core, KI-Agenten von Grund auf als integralen Bestandteil der Plattform zu positionieren – inklusive Governance-Mechanismen wie konfigurierbaren Freigabegrenzen und lückenloser Nachvollziehbarkeit von Agentenentscheidungen, ein Punkt, der bei Aufsichtsbehörden und Compliance-Abteilungen zunehmend im Fokus steht. Ob sich das Konzept in der Breite durchsetzt, wird sich zeigen, wenn erste Finanzinstitute Intelligent Core produktiv einsetzen.
Weitere Informationen zu Mambu Agentic sowie Kontaktmöglichkeiten für Finanzinstitute stellt Mambu auf seiner Website bereit.







