Di.. Okt. 13th, 2026

Revolut beginnt mit dem Rollout von EURR, einem Euro-gedeckten Stablecoin, für berechtigte Kundinnen und Kunden in Dänemark, Polen und Portugal. Die drei Märkte decken zusammen rund zwei Millionen Revolut-Nutzer ab. Rechtlicher Emittent ist Bridge, das Stablecoin-Unternehmen des Zahlungsdienstleisters Stripe, während Revolut den Token über seine App sowie über die Handelsplattform Revolut X vertreibt. Gestartet ist EURR auf Ethereum, externe Wallet-Transfers sind vorerst nur für ausgewählte Kundinnen und Kunden freigeschaltet.

Revolut rechnet damit, EURR im Laufe des Jahres auf den gesamten EWR auszuweiten, und arbeitet bereits an weiteren Stablecoins, die an andere Währungen gekoppelt sind. Emittent Bridge ist als E-Geld-Institut in Luxemburg unter der EU-Verordnung MiCA reguliert; Revolut vertreibt den Token über seine eigene, von der zyprischen Aufsicht CySEC regulierte Einheit Revolut Digital Assets Europe. Nach Angaben von Branchenmedien, die sich auf Onchain-Daten beziehen, war die im Umlauf befindliche Menge zum Start noch minimal – ein Hinweis darauf, dass es sich vorerst um einen kontrollierten Testlauf und nicht um einen breiten Markteintritt handelt.

Meine Einschätzung

Revoluts Vertriebsstärke allein macht EURR relevant. Der Stablecoin muss dafür kein grosses DeFi-Asset werden: Revolut hat bereits mehr als 75 Millionen Kundinnen und Kunden und verwaltet Guthaben von 67,5 Milliarden US-Dollar. Wenn EURR im Hintergrund als technische Infrastruktur eingesetzt wird, während Nutzerinnen und Nutzer weiterhin ein- und auszahlen können, wie sie es gewohnt sind, braucht es nicht viel, damit EURR das Angebot des Konkurrenzprodukts EURC mit einem Umlauf von rund 400 Millionen Euro übertrifft.

Der Rollout in nur drei Ländern könnte zudem ein gezieltes Treasury-Experiment sein. Denkbar ist, dass Revolut hier die technische Infrastruktur in drei unterschiedlichen Währungsumfeldern testet: Polen mit einer freischwankenden Währung, Dänemark mit einer an den Euro gekoppelten Krone und Portugal als Mitglied der Eurozone. Zeigt sich, dass EURR dort effizienter ist, wo Revoluts Bank- und SEPA-Schienen noch Reibungsverluste verursachen, könnte das Unternehmen das Modell auf die bereits in Entwicklung befindlichen Stablecoins für andere Währungen übertragen – während Kundinnen und Kunden in der App weiterhin genau die Guthaben sehen, die sie erwarten, und das Potenzial für die Nutzung on-chain ausserhalb der App zusätzlich bestehen bleibt.


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