Do.. Okt. 8th, 2026

Wer heute nach einer Firma, einem Produkt oder einer Dienstleistung sucht, fragt nicht mehr nur Google. Immer häufiger wird ChatGPT, Claude, Gemini oder eine andere KI gefragt. Doch wird Ihre Firma dort überhaupt genannt? Und wenn nicht: Was können Sie dagegen tun?

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Jemand sucht eine Schweizer Firma, die Bitcoin sicher verwahren kann.

Früher hätte diese Person vielleicht Google geöffnet und „Bitcoin Verwahrung Schweiz“ eingegeben.

Heute könnte sie einfach ChatGPT fragen:

„Welche Anbieter in der Schweiz eignen sich für die sichere Verwahrung von Bitcoin?“

Die KI erstellt daraufhin eine Antwort und nennt einige Unternehmen.

Die entscheidende Frage lautet: Ist Ihre Firma dabei?

Genau darum geht es bei AI Visibility, also der Sichtbarkeit in Antworten von künstlicher Intelligenz.

Der einfache Test

Sie können das sofort selbst ausprobieren.

Öffnen Sie beispielsweise ChatGPT und stellen Sie Fragen, die ein potenzieller Kunde zu Ihrem Angebot stellen könnte.

Nicht:

„Was macht Firma XY?“

Sondern ganz normale Fragen, die ein Kunde stellen würde.

Zum Beispiel:

  • „Welche Schweizer Banken bieten Krypto-Dienstleistungen an?“
  • „Welche Anbieter gibt es für Bitcoin-Verwahrung in der Schweiz?“
  • „Welche Schweizer Firmen bieten Blockchain-Beratung an?“
  • „Wo kann ich in der Schweiz Bitcoin kaufen?“
  • „Welche sind die besten Schweizer Anbieter für Krypto-Steuern?“

Schauen Sie anschließend nach:

Wird Ihre Firma genannt?

Und noch wichtiger:

Wird sie positiv beschrieben?

Machen Sie den Test mehrmals

Eine einzelne Frageu reicht allerdings nicht.

KI-Systeme können bei derselben Frage unterschiedliche Antworten geben. Deshalb sollten Sie ungefähr 10 bis 20 verschiedene Fragen ausprobieren.

Noch besser: Lassen Sie auch andere Personen den Test machen.

Denn für Sie ist Ihre Firma natürlich offensichtlich relevant. Für eine KI muss sie es aber nicht sein.

Ein einfaches Excel-Sheet reicht dafür zunächst völlig aus:

Frage KI Wird Firma genannt? Welche Position?
Beste Bitcoin-Anbieter Schweiz ChatGPT Nein –
Krypto-Banken Schweiz Gemini Ja 5
Bitcoin-Verwahrung Schweiz ChatGPT Ja 3

So entsteht mit der Zeit ein sehr einfaches Bild Ihrer AI Visibility.

Warum das wichtig wird

Das Entscheidende ist: Menschen fragen KI nicht nur nach Fakten.

Sie fragen:

„Welche Firma ist die beste?“

„Welchen Anbieter sollte ich wählen?“

„Welche Lösung würden Sie empfehlen?“

Damit wird die KI gewissermaßen zu einem digitalen Berater.

Wenn Ihre Firma in diesen Antworten nicht vorkommt, kann es passieren, dass ein potenzieller Kunde Ihre Firma überhaupt nicht sieht.

Das ist besonders interessant, weil viele Unternehmen bisher sehr stark auf Google optimiert haben.

Bei Google geht es beispielsweise darum, auf der ersten Seite zu erscheinen.

Bei KI lautet die Frage dagegen:

„Wird meine Firma überhaupt erwähnt?“

Wie kann eine Firma in KI-Antworten auftauchen?

Hier wird es interessant.

Eine KI entscheidet nicht einfach nach dem Motto:

„Diese Firma hat die schönste Website, also empfehle ich sie.“

Sie verarbeitet Informationen aus vielen Quellen.

Dazu gehören unter anderem Websites, Fachartikel, Nachrichten, Unternehmensprofile, Verzeichnisse und andere öffentlich zugängliche Informationen.

Deshalb ist es wichtig, dass eine Firma im Internet eindeutig und glaubwürdig beschrieben wird.

Wenn beispielsweise zehn seriöse Quellen eine Firma als wichtigen Schweizer Anbieter in einem bestimmten Bereich beschreiben, ist das etwas anderes, als wenn praktisch niemand über diese Firma spricht.

Schritt 1: Finden Sie heraus, was die KI bereits weiß

Der erste Schritt ist deshalb nicht Werbung.

Der erste Schritt ist Messen.

Stellen Sie Fragen zu Ihrem Unternehmen und zu Ihrem Markt.

Zum Beispiel:

„Welche Unternehmen sind führend bei [Thema] in der Schweiz?“

Oder:

„Welche Anbieter würden Sie einem Schweizer Kunden empfehlen, der [Problem] lösen möchte?“

Und:

„Welche Firmen bieten [Dienstleistung] in der Schweiz an?“

Notieren Sie die Antworten.

Welche Firmen werden immer wieder genannt?

Und:

Warum werden diese Firmen genannt?

Das ist besonders interessant.

Vielleicht stellt sich heraus, dass Ihre Konkurrenten in vielen Artikeln erwähnt werden, während Ihre Firma kaum vorkommt.

Dann haben Sie einen konkreten Ansatzpunkt.

Schritt 2: Sorgen Sie dafür, dass andere über Sie sprechen

Eine eigene Website ist wichtig.

Aber sie ist nicht die einzige Informationsquelle.

Wenn eine Firma beispielsweise in Fachmedien, Interviews, Studien, Branchenartikeln oder seriösen Verzeichnissen auftaucht, entsteht ein viel breiteres Bild.

Deshalb können PR und Fachartikel auch für AI Visibility interessant sein.

Ein Artikel wie

„Firma XY entwickelt neue Lösung für Schweizer Bitcoin-Verwahrung“

kann langfristig mehr bewirken als nur ein paar Besucher auf der Website.

Er schafft eine weitere öffentliche Quelle, die beschreibt, wer die Firma ist und wofür sie steht.

Schritt 3: Schreiben Sie über konkrete Themen

Ein häufiger Fehler ist, nur über die eigene Firma zu schreiben.

Zum Beispiel:

„Wir sind ein innovatives Unternehmen mit einer einzigartigen Lösung.“

Das hilft einer KI nur begrenzt.

Besser sind konkrete Informationen.

Zum Beispiel:

„Die Firma XY bietet Bitcoin-Verwahrung für Schweizer Unternehmen an und ist auf institutionelle Kunden spezialisiert.“

Das ist eine klare Aussage.

Auch die eigene Website sollte solche Informationen leicht verständlich beantworten:

Was macht die Firma?

Für wen?

Wo?

Bei welchem Problem hilft sie?

Was unterscheidet sie von anderen Anbietern?

Je klarer diese Informationen sind, desto einfacher ist es für Menschen – und auch für Maschinen –, das Unternehmen einzuordnen.

Schritt 4: Denken Sie wie ein Kunde

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt.

Schreiben Sie nicht nur über die Begriffe, die intern verwendet werden.

Fragen Sie sich:

Was würde ein Kunde tatsächlich in ChatGPT eingeben?

Ein Steuerberater denkt vielleicht an „steuerliche Behandlung von digitalen Vermögenswerten“.

Ein Kunde schreibt vielleicht:

„Wie muss ich Bitcoin in der Schweiz versteuern?“

Ein Unternehmen spricht vielleicht von „Digital Asset Custody“.

Ein Kunde fragt:

„Wo kann meine Firma Bitcoin sicher aufbewahren?“

Genau diese Fragen sollten Sie kennen.

Schritt 5: Vergleichen Sie sich mit der Konkurrenz

Nehmen Sie fünf bis zehn Unternehmen aus Ihrem Markt.

Stellen Sie der KI dieselben Fragen.

Dann vergleichen Sie:

  • Wer wird genannt?
  • Wer wird besonders häufig genannt?
  • Wer wird als Experte beschrieben?
  • Wer wird empfohlen?
  • Welche Websites und Medien werden erwähnt?
  • Welche Themen werden mit den Unternehmen verbunden?

Damit sehen Sie sehr schnell, wer in der digitalen Wahrnehmung bereits einen Vorsprung hat.

Und wenn Ihre Firma fast nie auftaucht?

Dann ist das kein Grund zur Panik.

Im Gegenteil.

Es kann eine große Chance sein.

Viele Unternehmen haben ihre AI Visibility bisher überhaupt noch nicht untersucht.

Das bedeutet:

Der Markt ist noch nicht verteilt.

Wenn heute nur wenige Unternehmen bei bestimmten Fragen regelmäßig in KI-Antworten erscheinen, können andere Unternehmen versuchen, diese Lücke zu schließen.

Dafür braucht es keine magische „KI-Optimierung“.

Es geht zunächst um etwas viel Einfacheres:

Relevante Informationen schaffen, veröffentlichen und dafür sorgen, dass das Unternehmen im richtigen Umfeld sichtbar wird.

Ein einfacher 30-Minuten-Test

Wer es selbst ausprobieren möchte, kann noch heute beginnen.

1. Schreiben Sie zehn typische Kundenfragen auf.

2. Stellen Sie diese Fragen an ChatGPT, Gemini und andere KI-Systeme.

3. Notieren Sie, welche Unternehmen genannt werden.

4. Prüfen Sie, ob Ihre Firma dabei ist.

5. Schauen Sie, welche Firmen immer wieder auftauchen.

6. Prüfen Sie anschließend, wo diese Firmen im Internet erwähnt werden.

Nach einer halben Stunde haben Sie möglicherweise bereits eine erstaunliche Erkenntnis:

Sie wissen, ob Ihre Firma für die KI überhaupt existiert.

Und genau das ist der erste Schritt zu mehr AI Visibility.

By Christian Mäder

Publisher and Founder » Christian Mäder on LinkedIn Covering Bitcoin from Switzerland — in English and German. News, press releases, embargoes and story tips: christian@bitcoinnews.ch