Ab dem 19. November 2026 streamt Netflix die achtteilige Miniserie über den größten Krypto-Skandal der jüngeren Geschichte. In den Hauptrollen: Julia Garner und Anthony Boyle.
Es ist eine Geschichte, die kaum jemand erfunden hätte: zwei hochbegabte Twens, angetrieben von der Idee, die Welt mit Geld besser zu machen – und am Ende beschuldigt, acht Milliarden Dollar veruntreut zu haben. Netflix bringt den Fall FTX nun als Serie ins Programm. „The Altruists“ erscheint am 19. November 2026, alle acht Folgen auf einmal.
Worum es geht
Die Serie verfolgt Aufstieg und Zusammenbruch der globalen Kryptobörse FTX – und die Beziehung der beiden Menschen, die im Zentrum des Kollapses standen. Sam Bankman-Fried, in der Öffentlichkeit lange als wohlmeinender Nerd im T-Shirt inszeniert, und Caroline Ellison, die Chefin des Schwesterunternehmens Alameda Research, waren zeitweise ein Paar. 2024 sprach der zuständige US-Bezirksrichter Lewis A. Kaplan von einem der womöglich größten Finanzbetrugsfälle, die es in den Vereinigten Staaten je gegeben habe.
Was die Serie interessiert, ist allerdings weniger die Chronologie der Anklageschrift als das, was zwischen den Schlagzeilen passierte. Co-Showrunner Graham Moore („The Imitation Game“, „The Outfit“) beschreibt genau das als Reiz des Stoffes: Eine Zeitung könne nur dokumentieren, was vor der Kamera geschah – eine Serie dürfe sich auch die privaten, unbeobachteten Momente vorstellen.
Ein zweiter Aspekt zieht sich durch Moores Erzählung des Projekts: das Alter der Beteiligten. Als die entscheidenden Ereignisse stattfanden, waren Bankman-Fried und Ellison Mitte bis Ende zwanzig – und trafen Entscheidungen, an denen Milliardenbeträge hingen. Moore selbst sagt, er sei froh, in diesem Lebensalter nicht unter vergleichbarem Druck gestanden zu haben.
Co-Showrunnerin Jacqueline Hoyt („The Underground Railroad“, „The Leftovers“) kannte den Skandal, wie die meisten, aus den Nachrichten – über die Motive und Beziehungen der realen Personen habe sie dagegen wenig gewusst. Genau diese Lücke soll die Serie füllen: moralisch widersprüchliche Figuren, deren Handeln am Ende zumindest nachvollziehbar wird.
Die Besetzung
Julia Garner („Ozark“, „Inventing Anna“, „The Fantastic Four: First Steps“) spielt Caroline Ellison, Anthony Boyle („Say Nothing“, „Masters of the Air“, „House of Guinness“) verkörpert Sam Bankman-Fried. Garner fungiert zusätzlich als ausführende Produzentin.
Als Serienhauptrollen ebenfalls dabei:
| Darsteller:in | Rolle |
|---|---|
| Alex Lawther | Sam Trabucco |
| Matt Rife | Ryan Salame |
| Madison Hu | Constance Wang |
| Karan Soni | Nishad Singh |
| Eugene Young | Gary Wang |
| Naomi Okada | Claire Watanabe |
In wiederkehrenden Rollen treten unter anderem Jennifer Grey („Dirty Dancing“) als Sarah Fisher Ellison, Paul Reiser als Joe Bankman, Robin Weigert („Big Little Lies“) als Barbara Fried sowie Terry Chen („House of Cards“) als CZ auf. Komplettiert wird das Ensemble von Hudson Williams, Elizabeth Adams, Hannah Galway, William Mapother, Maddie Hasson und Marianna Phung.
Wer dahintersteckt
Moore und Hoyt zeichnen gemeinsam als Showrunner, Autoren und ausführende Produzenten verantwortlich. Regie bei der ersten Folge führte James Ponsoldt („The Spectacular Now“, „Daisy Jones & The Six“, „Shrinking“), ebenfalls als ausführender Produzent an Bord.
Produziert wird die Serie unter anderem von Higher Ground Productions, der Firma von Barack und Michelle Obama, deren Partnerschaft mit Netflix bereits Titel wie „Leave the World Behind“, „Bodkin“, „Rustin“ und „American Symphony“ hervorgebracht hat. Für New York Magazine/Vox Media Studios ist Scoop Wasserstein beteiligt – die Serie basiert auf Recherchen des New York Magazine.
Einordnung
„The Altruists“ reiht sich in eine mittlerweile gut gefüllte Schublade ein: Streaming-Dramen über gescheiterte Wunderkinder der Tech- und Finanzwelt, von „The Dropout“ bis „WeCrashed“. Auffällig ist, dass Netflix erneut auf Julia Garner setzt, die bereits in „Inventing Anna“ eine reale Hochstaplerin spielte.
Die spannendste Frage dürfte sein, wie weit die Serie mit ihrem Verständnis für die Hauptfiguren geht. Der Titel spielt auf den „effektiven Altruismus“ an – jene Bewegung, die maximales Geldverdienen zum moralischen Projekt erklärte und Bankman-Fried lange als Aushängeschild diente. Ob „The Altruists“ diese Ideologie ernst nimmt, seziert oder schlicht als Alibi entlarvt, wird darüber entscheiden, ob die Serie mehr ist als eine gut besetzte Nacherzählung bekannter Schlagzeilen.
„The Altruists“, acht Folgen, ab 19. November 2026 auf Netflix.







