Do.. Okt. 8th, 2026

Wer ein Technologie-Start-up hat, kann von UNICEF bis zu 100.000 US-Dollar erhalten. Das Geld ist ohne Unternehmensanteile abzugeben. Das bedeutet: UNICEF wird nicht zum Mitbesitzer des Unternehmens.

Das Angebot richtet sich aber nicht an jedes Start-up. UNICEF sucht Unternehmen, die mit Technologie das Leben von Kindern und Jugendlichen verbessern wollen.

Was ist der UNICEF Venture Fund?

Der UNICEF Venture Fund ist ein Förderprogramm für Technologieunternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern.

UNICEF unterstützt damit junge Unternehmen, die neue technische Lösungen entwickeln. Das Programm gibt es bereits seit 2014. Die ersten Investitionen wurden 2016 vergeben.

Nach Angaben von UNICEF verfügt der Fonds inzwischen über ein Volumen von 35 Millionen US-Dollar und hat bereits 147 Investitionen unterstützt. Die geförderten Lösungen haben laut UNICEF mehr als 128 Millionen Menschen erreicht, darunter rund 42,9 Millionen Kinder.

Wer kann bis zu 100.000 US-Dollar bekommen?

Das Geld gibt es nicht einfach für eine gute Geschäftsidee. Das Start-up muss bereits eine funktionierende technische Lösung oder einen Prototyp haben.

Wichtige Voraussetzungen sind:

  • Das Unternehmen muss ein gewinnorientiertes Technologie-Start-up sein.
  • Es muss in einem UNICEF-Programmland registriert sein.
  • Es muss bereits einen funktionierenden Prototypen geben.
  • Die Technologie muss Open Source sein oder unter eine passende Open-Source-Lizenz gestellt werden können.

Das bedeutet: Wer bisher nur eine Idee hat, kann sich normalerweise noch nicht bewerben.

Welche Start-ups sucht UNICEF?

Besonders interessant sind Technologien, die konkrete Probleme von Kindern und Jugendlichen lösen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Bildung
  • Gesundheit
  • Klimaschutz und Klimaanpassung
  • Kinderschutz
  • soziale Unterstützung
  • digitale Lösungen

Auch moderne Technologien wie künstliche Intelligenz, Blockchain, Datenanalyse, Drohnen oder Extended Reality können gefördert werden. Entscheidend ist aber nicht die Technologie allein. Sie muss ein echtes Problem lösen und einen messbaren Nutzen haben.

Ein Beispiel wäre ein Start-up, das mit künstlicher Intelligenz das Lernen von Kindern verbessert. Auch eine digitale Gesundheitsplattform oder eine Technologie, die Gemeinden besser auf extreme Wetterereignisse vorbereitet, könnte interessant sein.

Warum muss die Technologie Open Source sein?

Für viele Gründer ist diese Voraussetzung zunächst ungewohnt.

Open Source bedeutet vereinfacht gesagt, dass der Quellcode nicht vollständig geheim bleibt. Andere können die Technologie unter bestimmten Bedingungen nutzen, weiterentwickeln oder an andere Länder anpassen.

UNICEF möchte damit erreichen, dass gute technische Lösungen möglichst vielen Menschen zugutekommen.

Open Source bedeutet außerdem nicht automatisch, dass ein Unternehmen kein Geld verdienen kann. Unternehmen können zum Beispiel Geld mit Dienstleistungen, Support, Premium-Funktionen oder der technischen Umsetzung verdienen.

UNICEF bietet nicht nur Geld

Die Förderung besteht nicht nur aus bis zu 100.000 US-Dollar.

Die Start-ups bekommen auch Mentoring und technische Unterstützung. Dabei kann es zum Beispiel um die Entwicklung des Produkts, die Geschäftsstrategie, die Technologie oder Tests mit Nutzern gehen.

Für junge Unternehmen kann das sehr wertvoll sein. Denn ein Start-up braucht nicht nur Geld. Es muss auch herausfinden, ob Kunden die Lösung wirklich brauchen, wie das Produkt verbessert werden kann und wie es wachsen kann.

Die Konkurrenz ist allerdings groß. Bei einer früheren Klima-Ausschreibung wurden beispielsweise nur acht Start-ups aus mehr als 400 Bewerbungen ausgewählt.

Wie kann man sich bewerben?

Die Bewerbung beginnt mit einer Prüfung der Voraussetzungen. Wenn das Start-up die Bedingungen erfüllt, kann eine Expression of Interest, also eine Interessensbekundung, eingereicht werden.

Die erste Bewerbung soll laut UNICEF ungefähr 30 Minuten dauern. Trotzdem sollten Gründer sich gut vorbereiten.

Wichtig sind unter anderem:

  • Informationen über das Unternehmen
  • eine klare Beschreibung des Problems
  • Informationen über die Nutzer
  • Ergebnisse des Prototyps oder eines Pilotprojekts
  • ein Plan für die Verwendung des Geldes
  • eine Erklärung, wie die Lösung Kindern oder Jugendlichen hilft

Die Bewerbung läuft laut der Vorlage über einen laufenden Bewerbungsprozess.

Fazit

Der UNICEF Venture Fund ist mehr als eine Möglichkeit, 100.000 US-Dollar zu bekommen.

Ein erfolgreiches Start-up kann zusätzlich Mentoring, technisches Wissen, Kontakte und mehr Glaubwürdigkeit erhalten. Die Unterstützung kann außerdem helfen, die Technologie in der Praxis zu testen und später weitere Investoren zu gewinnen.

Für Gründer ist deshalb eine Frage besonders wichtig:

Kann meine Technologie das Leben von Kindern oder Jugendlichen verbessern und bereits heute in der Praxis eingesetzt werden?

Wenn die Antwort „Ja“ lautet und die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, kann der UNICEF Venture Fund eine interessante Chance sein

Anmeldung via: https://www.unicefventurefund.org/apply-funding