Der non-custodial Zahlungsdienstleister MakePay hat seine Integration mit dem Cross-Chain-Protokoll Chainflip ausgebaut. Neu läuft die Anbindung nicht mehr nur über das eigene Payment-Gateway, sondern auch über ein offizielles Plugin für BTCPay Server – die bekannteste Open-Source-Lösung für selbstgehostete Krypto-Zahlungen. Für Händler, die bislang nur Bitcoin annehmen konnten, ist das ein spürbarer Funktionssprung.
Das Problem, das gelöst wird
Wer bisher über BTCPay Server verkaufte, konnte ausschliesslich Bitcoin entgegennehmen. Kundinnen und Kunden, die nur ETH, USDC auf Solana oder DOT im Wallet hatten, mussten zuerst auf einer externen Plattform tauschen und erst danach BTC an den Händler senden. Das bedeutete zwei Transaktionen, zusätzliche Gebühren und nicht selten eine gescheiterte Conversion, weil der Kaufabschluss an dieser Hürde scheiterte.
Wie das Plugin funktioniert
Das MakePay-Plugin fasst diesen Umweg in einen einzigen Schritt zusammen. Der Händler stellt wie gewohnt eine BTC-Rechnung. Zahlt die Kundschaft stattdessen mit ETH, SOL, USDC, DOT oder einem anderen von Chainflip unterstützten Asset, erhält sie eine Zahladresse auf der jeweiligen Chain, sendet dort das native Asset – und Chainflip rechnet im Hintergrund in BTC um, die direkt beim Händler ankommt. Es entstehen keine Wrapped Tokens, es ist kein zentraler Zahlungsanbieter zwischengeschaltet, und keine der beiden Seiten muss sich für den Vorgang irgendwo neu registrieren. Die Konfiguration – Abrechnungswährung und Empfangs-Wallet – nimmt der Händler einmalig vor; jede folgende Rechnung übernimmt automatisch die erweiterten Zahlungsoptionen.
Warum das für den Markt relevant ist
BTCPay Server gilt als Referenzlösung für dezentrale Krypto-Zahlungsabwicklung: Händler betreiben ihre eigene Instanz und behalten die volle Kontrolle über ihre Schlüssel. Bekanntester Anwendungsfall ist der Domain-Registrar Namecheap, der die Software seit September 2021 einsetzt und darüber bereits über 73 Millionen US-Dollar in Bitcoin abgewickelt hat, darunter ein einzelner Domainverkauf über 2 Millionen Dollar. Angebunden ist BTCPay Server zudem an mehr als 30 E-Commerce-Plattformen wie Shopify, WooCommerce und Magento.
Mit dem neuen Plugin kann jeder Händler, der BTCPay Server bereits für die Bitcoin-Annahme nutzt, mit einer einzigen Installation Cross-Chain-Zahlungen freischalten. Am Prinzip ändert sich dabei nichts Grundlegendes: Der Händler erhält weiterhin BTC. Was sich ändert, ist der Kreis der Kundschaft, die bezahlen kann – nämlich auch jene, die ihr Vermögen in anderen Assets halten.
MakePay-CEO Ethan Carter beschreibt die Nachfrage, die zur Entwicklung geführt hat, so: Viele Händler seien entweder ganz von BTCPay Server zu MakePay gewechselt, um mehr Kryptowährungen akzeptieren zu können, oder hätten beide Systeme parallel betrieben. Der meistgenannte Wunsch aus der Händlerschaft sei gewesen, mehr als nur Bitcoin annehmen zu können, ohne dabei vom dezentralen Ansatz abzurücken.
Chainflip als Infrastruktur im Hintergrund
Chainflip selbst ist nicht neu – das Protokoll läuft bereits als Swap-Layer hinter Wallets wie SubWallet, Phantom oder Cake Wallet, hinter Aggregatoren wie Rango und Symbiosis sowie hinter Broker-as-a-Service-Integrationen für Anbieter wie ShapeShift oder GemWallet. Mit MakePays Gateway und dem BTCPay-Plugin kommt nun der Checkout-Bereich als weiteres Einsatzfeld hinzu. Für Endkundinnen bleibt Chainflip dabei unsichtbar: Sie sehen lediglich, dass „mit ETH bezahlen“ oder „in DOT tauschen“ zuverlässig funktioniert. Laut eigenen Angaben hat das Protokoll inzwischen ein kumuliertes Produktionsvolumen von über 8 Milliarden US-Dollar erreicht.
Was als Nächstes ansteht
Über das Zahlungs-Plugin hinaus deutet MakePay eine mögliche Erweiterung in Richtung BTC-besicherte Kredite an – primär gedacht für Firmenkunden mit grösseren Bitcoin-Beständen, etwa Mining-Betreiber. Statt BTC zu verkaufen, um neue Hardware zu finanzieren, könnten diese den Bestand künftig als Sicherheit hinterlegen und stattdessen einen Stablecoin-Kredit aufnehmen. Konkret umgesetzt ist davon aber noch nichts – MakePay befindet sich hier laut eigener Aussage noch in der Recherche- und Validierungsphase.
Fazit
Für den Schweizer Krypto-Handel, wo BTCPay Server bei kleineren und dezentral orientierten Anbietern verbreitet ist, senkt die Integration eine reale Hürde: die Beschränkung auf Bitcoin als einzige Zahlwährung. Ob sich das in messbarem Zusatzumsatz niederschlägt, hängt nun davon ab, wie viele Händler das Plugin tatsächlich aktivieren und welche Abrechnungswährungen sie wählen – Kennzahlen, die sich über Chainflip Scan öffentlich nachverfolgen lassen.
Quelle: MakePay / Chainflip, Ankündigung vom 23. Juli 2026.







