Seit dem Start des 7″ Raspberry Pi Touch Display 2 hat Raspberry Pi seine Display-Familie kontinuierlich erweitert: zunächst mit einer kompakten 5″-Variante, jetzt mit einem deutlich größeren 10″-Modell. Ab sofort ist das neue Display für 80 US-Dollar erhältlich – und bringt einige handfeste Verbesserungen mit, die es für zahlreiche Projekte interessant machen.
Was ist neu?
Der offensichtlichste Unterschied ist die Größe: Mit 10 Zoll Diagonale bietet das Display deutlich mehr Fläche als seine kleineren Geschwister. Aber Größe ist nicht der einzige Fortschritt:
- Höhere Auflösung: 1200 × 1920 Pixel sorgen für ein schärferes, detailreicheres Bild als bei den bisherigen Modellen.
- Größerer Betrachtungswinkel: 85 Grad ermöglichen ein gutes Bild auch aus seitlichen Blickwinkeln – praktisch für Dashboards oder Infoterminals, die nicht immer frontal betrachtet werden.
- Zehn-Finger-Multitouch: Statt der bisherigen Fünf-Finger-Erkennung unterstützt der neue Touchscreen-Controller nun bis zu zehn gleichzeitige Berührungspunkte – ideal für komplexere Bedienoberflächen oder Multiplayer-Anwendungen.

Konkreter Nutzen: Wo das Display glänzt
Dank seiner Größe und Auflösung eignet sich das 10″-Display besonders für:
- Smart-Home-Dashboards – mehr Platz für Statusanzeigen, Steuerungselemente und Übersichten auf einen Blick
- Kiosksysteme – etwa für Self-Service-Terminals, Empfangsanzeigen oder Infopoints
- Robotik-Interfaces – größere Bedienflächen für Steuerungs- und Diagnoseanzeigen
- Digital Signage – Werbe- oder Informationsanzeigen mit mehr visueller Wirkung
- Gaming-Systeme – etwa als Bildschirm für portable oder feststehende Retro-Konsolen
- Steuerpaneele in Werkstatt oder Labor – für Mess-, Steuer- und Kontrollanwendungen
Einfache Inbetriebnahme
Wie bei allen Displays aus der Raspberry-Pi-Reihe ist die Einrichtung unkompliziert gehalten:
- Stromversorgung direkt über den angeschlossenen Raspberry Pi – kein separates Netzteil nötig
- Alle notwendigen Kabel, Steckverbinder und Montagematerialien liegen bei
- Volle Treiberunterstützung in Raspberry Pi OS ab Werk – keine manuelle Kalibrierung des Touchscreens erforderlich
Damit lässt sich das Display im Prinzip anschließen und sofort nutzen.

Wichtige Einschränkung: Nur für Raspberry Pi 5 und Compute Module
Ein zentraler Punkt für die Kaufentscheidung: Das 10″-Display ist nicht kompatibel mit dem Raspberry Pi 4 oder älteren Modellen, ebenso wenig mit der Raspberry-Pi-Zero-Serie.
Der Grund liegt in der Technik: Frühere Touch Displays nutzen nur zwei DSI-Datenleitungen – das funktioniert gut mit dem älteren Display-Anschluss der Raspberry-Pi-Modelle 1 bis 4. Die höhere Auflösung des 10″-Modells erfordert jedoch vier DSI-Leitungen. Dafür ist ein schmaleres, aber bandbreitenstärkeres Flachbandkabel sowie der neuere Display-Anschluss notwendig, der ausschließlich beim Raspberry Pi 5 und den Compute-Module-IO-Boards vorhanden ist.
Wer ein Display für ältere Raspberry-Pi-Modelle sucht, ist weiterhin mit der 5″- oder 7″-Variante des Touch Display 2 oder dem Raspberry Pi Monitor gut bedient.
Interessant: Laut Angaben aus der Raspberry-Pi-Community funktioniert das Display auch an den Compute-Modulen 1, 3 und 4 über den DISP1-Anschluss – ein Betrieb mit nur zwei Datenleitungen wurde zwar geprüft, aber verworfen, da das Display zahlreiche interne Funktionen (sogar das Touch-Polling) an den Video-Takt koppelt und bei einer Bildwiederholrate unter 60 Hz Fehlfunktionen auftreten können.
Fazit
Mit dem 10″ Raspberry Pi Touch Display 2 schließt Raspberry Pi eine Lücke in seinem Display-Portfolio und liefert – nach eigenen Aussagen der Community sogar ein rund elf Jahre altes Versprechen ein. Für alle, die einen Raspberry Pi 5 oder ein Compute Module besitzen und ein größeres, hochauflösendes Touch-Display für Dashboards, Kiosksysteme oder eigene Bastelprojekte suchen, ist es zum Preis von 80 US-Dollar eine attraktive Option – vorausgesetzt, die Hardware-Kompatibilität passt.







