Di.. Okt. 13th, 2026

Bei der offiziellen Eröffnungszeremonie der Tamchy SFIT am 3. Juli 2026 am Issyk-Kul-See überreichte der kirgisische Präsident Sadyr Japarov den ersten fünf internationalen Unternehmen ihre Ansiedlungszertifikate. OnchainLabs aus Zug war als einziges Schweizer Unternehmen unter den ersten Residenten vertreten.

Die Schweiz exportiert ihre Tokenisierungskompetenz

Während viele Länder erst damit beginnen, regulatorische Rahmenbedingungen für digitale Vermögenswerte zu schaffen, verfügt die Schweiz bereits über mehrere Jahre praktische Erfahrung.

Seit Inkrafttreten des DLT-Gesetzes im Jahr 2021 gilt die Schweiz als einer der weltweit führenden Standorte für die Tokenisierung von Real World Assets (RWA). Das Gesetz schafft Rechtssicherheit für Registerwertrechte und digitale Wertpapiere und bildet die Grundlage für zahlreiche Blockchain- und Tokenisierungsprojekte.

Genau diese Erfahrung möchte OnchainLabs nun nach Kirgisistan bringen.

Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung der rechtlichen und technischen Infrastruktur zur Tokenisierung realer Vermögenswerte – von Edelmetallen wie Gold bis hin zu weiteren Sachwerten und Finanzinstrumenten.

«Die Aufnahme als einer der ersten Residenten der Tamchy SFIT ist für OnchainLabs ein bedeutender Meilenstein», sagt Florian Ehrbar, CEO von OnchainLabs. «Kirgisistan baut einen Finanzplatz mit klaren Ambitionen auf. Wir sehen eine natürliche Verbindung zwischen der regulatorischen Klarheit, welche die Schweiz im Bereich Tokenisierung geschaffen hat, und der Infrastruktur, die Tamchy SFIT derzeit aufbaut.»

Warum das für die Schweiz wichtig ist

Die Nachricht ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sie zeigt, dass die Schweiz ihre Rolle als Innovationsstandort nicht nur innerhalb Europas ausbaut, sondern zunehmend als Exporteur von regulatorischem und technischem Know-how wahrgenommen wird.

Tokenisierung besteht längst nicht mehr nur aus Blockchain-Technologie. Erfolgreiche Märkte benötigen:

  • rechtliche Sicherheit,
  • regulatorische Standards,
  • technische Infrastruktur,
  • institutionelle Investoren,
  • und internationale Compliance.

Genau in diesen Bereichen hat sich die Schweiz in den vergangenen Jahren eine starke Reputation aufgebaut.

Mit der Ansiedlung von OnchainLabs könnte erstmals systematisch Schweizer Expertise in den Aufbau eines vollständig neuen internationalen Finanzplatzes einfliessen. Geplant ist ein strukturierter Wissensaustausch zwischen Schweizer Juristen, Regulatoren, Investoren und den Institutionen der Tamchy SFIT.

Tamchy SFIT will internationales Finanzzentrum werden

Die Tamchy Special Financial Investment Territory wurde durch das kirgisische Gesetz Nr. 136 vom Juli 2025 geschaffen und umfasst rund 6’000 Hektaren am Issyk-Kul-See.

Besonders bemerkenswert sind die Rahmenbedingungen:

  • Rechtssystem nach englischem Common Law
  • Eigene Finanzmarktaufsicht
  • Unabhängiges Schiedsgericht
  • 0 % Steuern auf Gewinne, Dividenden und Kapitalgewinne für 49 Jahre
  • Vollständige Ausrichtung auf internationale Finanzdienstleistungen, Fintech und digitale Vermögenswerte.

Die Initiatoren positionieren Tamchy als Brücke zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion, China und dem Nahen Osten und möchten damit internationale Unternehmen anziehen.

Wissensaustausch statt Standortkonkurrenz

Anstatt lediglich eine weitere Niederlassung im Ausland zu eröffnen, verfolgt OnchainLabs einen anderen Ansatz.

Das Unternehmen hat dem Managementrat der Tamchy SFIT ein strukturiertes Knowledge-Exchange-Programm vorgeschlagen. Ziel ist es, Schweizer Erfahrungen in den Bereichen Tokenisierung, Regulierung, Investmentstrukturen und digitale Finanzmarktinfrastruktur mit den neuen Institutionen in Kirgisistan zu teilen.

Damit könnte ein direkter Wissenstransfer zwischen einem der weltweit etabliertesten Blockchain-Standorte und einem aufstrebenden Finanzplatz in Zentralasien entstehen.

Ein Signal für den Schweizer Blockchain-Standort

Für den Schweizer Blockchain-Sektor ist diese Entwicklung ein positives Signal.

Während sich viele Länder im Wettbewerb um die Ansiedlung von Krypto-Unternehmen vor allem über Steueranreize positionieren, zeigt das Beispiel OnchainLabs, dass der eigentliche Wettbewerb zunehmend über Regulierungskompetenz, Rechtssicherheit und institutionelles Know-how entschieden wird.

Dass ein neu entstehender internationaler Finanzplatz gezielt auf Schweizer Expertise im Bereich Tokenisierung setzt, unterstreicht die internationale Bedeutung des hiesigen Blockchain-Ökosystems – und bestätigt einmal mehr die Rolle der Schweiz als einer der globalen Vorreiter im Bereich digitaler Vermögenswerte und Real World Assets.

Quellen:

By Christian Mäder

Publisher and Founder » Christian Mäder on LinkedIn Covering Bitcoin from Switzerland — in English and German. News, press releases, embargoes and story tips: christian@bitcoinnews.ch