Tiefzinsumfeld, Negativzinsen, Gebühren aufs Sparkonto – wer sein Geld in der Schweiz klassisch bei der Bank parkt, kennt das Problem: Wachstum findet praktisch nicht statt. Wer ohnehin schon Krypto-Assets hält, hat mit Kraken Auto Earn eine Möglichkeit, aus „totem Kapital“ eine Einnahmequelle zu machen – ganz ohne, dass man sein Bitcoin oder Ethereum aktiv handeln oder verkaufen muss.
In diesem Beitrag erklären wir, wie Auto Earn funktioniert, was es bringt und worauf man achten sollte.

Was ist Kraken Auto Earn?
Auto Earn ist eine Funktion der Krypto-Börse Kraken, mit der man auf gehaltene Kryptowährungen automatisch Erträge generiert. Das Prinzip ist denkbar einfach: Auto Earn aktivieren, und die eigenen Bestände beginnen, passiv Rendite abzuwerfen – ganz ohne zusätzlichen Aufwand.
Die Erträge entstehen entweder durch sogenanntes Flex Staking (man stellt einen Teil der eigenen Coins dem jeweiligen Blockchain-Netzwerk zur Verfügung) oder über das Opt-In Rewards Programm von Kraken, je nach Asset.
So funktioniert es – Schritt für Schritt
- Krypto auf Kraken halten: Man benötigt ein Kraken-Konto und die entsprechenden Assets im eigenen Bestand.
- Auto Earn aktivieren: Mit wenigen Klicks wird die Funktion für ein unterstütztes Asset eingeschaltet.
- Zurücklehnen: Es ist keine weitere Aktion nötig. Im Hintergrund werden die Coins für Staking oder das Rewards-Programm eingesetzt.
- Wöchentliche Auszahlung: Die Erträge werden automatisch und regelmässig der Wallet gutgeschrieben und direkt dem Bestand hinzugefügt – sie wachsen also automatisch weiter mit (Zinseszinseffekt).
Das Besondere: Es gibt keine Lock-up-Periode. Die Assets bleiben jederzeit verfügbar – man kann sie weiterhin handeln, abheben oder als Trading-Collateral nutzen, während sie gleichzeitig Erträge erzielen.
Welche Renditen sind drin?
Die Höhe der Rendite (APY) hängt stark vom jeweiligen Asset ab. Ein Auszug aus dem aktuellen Angebot:
| Asset | Auto Earn APY |
|---|---|
| Mina (MINA) | 10.63 % |
| Dymension (DYM) | 10.23 % |
| Cosmos (ATOM) | 8.7 % |
| Kusama (KSM) | 8.19 % |
| Bittensor (TAO) | 5.74 % |
| Solana (SOL) | 2.86 % |
| Cardano (ADA) | 2.8 % |
| Polkadot (DOT) | 2.64 % |
| Ethereum (ETH) | 1.19 % |
| Bitcoin (BTC) | 0.02 % |
| USD | 4 % |
| USDC / USDT | 3.75 % |
Wichtig: Diese Sätze sind Schätzwerte und können sich jederzeit ändern, je nach Netzwerkbedingungen und Krakens Geschäftsbedingungen. Auch geografische Einschränkungen können die Verfügbarkeit einzelner Assets beeinflussen.
Wer Kraken+ Mitglied ist, profitiert bei bestimmten Stablecoins (USDG, USDE) zusätzlich von erhöhten APY-Sätzen gegenüber Nicht-Mitgliedern.
Warum das eine gute Sache ist
- Keine Bankgebühren, kein Mindestzins-Frust: Während klassische Schweizer Banken kaum bis keinen Zins zahlen, bietet Auto Earn auf viele Assets – auch auf USD-Bestände – spürbare Erträge.
- Volle Flexibilität: Anders als klassische Festgeld- oder Staking-Lösungen mit Sperrfristen bleiben die Coins jederzeit liquide.
- Automatischer Zinseszins: Die wöchentlichen Erträge werden direkt dem Bestand zugeschlagen und arbeiten so kontinuierlich weiter.
- Kein technisches Vorwissen nötig: Man muss kein eigenes Validator-Node betreiben oder sich mit komplexem On-Chain-Staking auskennen – Kraken übernimmt das im Hintergrund.
- Diversifikation der Einnahmequellen: Wer ohnehin in mehreren Coins investiert ist, kann aus praktisch jedem Bestand zusätzlichen Ertrag ziehen, statt die Assets ungenutzt liegen zu lassen.
Worauf man trotzdem achten sollte
So attraktiv das klingt – ein paar Punkte gehören zur Einordnung dazu, denn dies ist keine Finanzberatung, sondern eine Erklärung des Funktionsprinzips:
- APY ist nicht garantiert: Die genannten Sätze sind variabel und können sinken oder steigen.
- Marktrisiko bleibt: Auto Earn erzeugt Zusatzertrag auf das gehaltene Asset – das grundsätzliche Kursrisiko von Kryptowährungen wird dadurch nicht aufgehoben.
- Counterparty-Risiko: Wie bei jeder Krypto-Börse hält man die Assets nicht direkt in der eigenen, selbstverwalteten Wallet, sondern vertraut der Plattform.
- Regulatorischer Rahmen: Wer in der Schweiz wohnt, sollte sich über die steuerliche Behandlung von Krypto-Erträgen informieren, da automatisch generierte Erträge steuerlich relevant sein können.
Fazit
Während das klassische Schweizer Sparkonto kaum noch Wachstum bietet, zeigt Kraken Auto Earn, wie man bereits gehaltene Kryptowährungen ganz unkompliziert für sich arbeiten lassen kann – wöchentliche Auszahlung, volle Verfügbarkeit, kein Lock-up. Für alle, die ohnehin Krypto-Bestände halten, ist das eine einfache Möglichkeit, mehr aus dem eigenen Portfolio herauszuholen, statt die Coins ungenutzt im Wallet liegen zu lassen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. APY-Sätze sind Schätzwerte, unterliegen Schwankungen und können sich gemäss den Kraken-Nutzungsbedingungen ändern. Vor einer Investitionsentscheidung empfiehlt sich eine unabhängige Beratung.







