Sa.. Okt. 10th, 2026

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Forschungsbericht 2025 veröffentlicht. Während klassische Themen wie Geldpolitik, Inflation und Zinsen weiterhin dominieren, zeigt der Bericht auch deutlich: Digitale Assets, Stablecoins und Blockchain-Technologien gewinnen innerhalb der Schweizer Zentralbank zunehmend an Bedeutung.

Mehrere Forschungsprojekte, Fachpublikationen und internationale Konferenzen beschäftigten sich im vergangenen Jahr mit der Zukunft digitaler Finanzmärkte.

Stablecoins stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit

Ein besonderes Highlight war die SNB-CIF Conference on Cryptoassets and Financial Innovation, die im Juni 2025 in Zürich stattfand. Rund 80 Vertreter aus Wissenschaft, Finanzindustrie und Politik diskutierten dort aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Vermögenswerte.

Laut SNB lag der Schwerpunkt der Veranstaltung insbesondere auf Stablecoins – einem Marktsegment, das weltweit immer stärker wächst und zunehmend als Brücke zwischen traditionellen Finanzmärkten und der Blockchain-Welt fungiert.

Dass die SNB diesem Thema eine eigene internationale Konferenz widmet, zeigt die strategische Relevanz, die Stablecoins mittlerweile auch für Zentralbanken besitzen.

Forschung zu Marktstrukturen digitaler Assets

Die Nationalbank veröffentlichte 2025 zudem eine eigene Analyse zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte.

Unter dem Titel „Digital Asset Market Structure: Lessons From and For the Institutional Foreign Exchange Spot Market“ untersuchten SNB-Forscher, welche Erkenntnisse aus dem traditionellen Devisenhandel auf digitale Märkte übertragen werden können.

Die Studie verdeutlicht, dass die SNB digitale Assets längst nicht mehr als Nischenphänomen betrachtet, sondern als eigenständigen Forschungsbereich innerhalb moderner Finanzmärkte.

Blockchain-Infrastruktur für den Finanzsektor

Auch die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) spielte im Berichtsjahr eine wichtige Rolle.

In einer weiteren Publikation analysierte die SNB die Abwicklung von Repurchase Agreements (Repos) auf einer Blockchain-Infrastruktur. Die Studie basiert auf Erkenntnissen aus dem Helvetia-Pilotprojekt, einem der bekanntesten DLT-Experimente im institutionellen Finanzsektor der Schweiz.

Zusätzlich untersuchten Forscher grenzüberschreitende Zahlungssysteme auf Basis verteilter Netzwerke. Im Fokus standen dabei Sicherheit, Compliance und die Effizienz internationaler Transaktionen.

Digitale Vermögenswerte werden Teil des Mainstreams

Der Forschungsbericht zeigt, dass digitale Vermögenswerte zunehmend als Bestandteil des zukünftigen Finanzsystems betrachtet werden.

Während die SNB weiterhin vorsichtig gegenüber Kryptowährungen als Geldform bleibt, wächst das Interesse an den zugrunde liegenden Technologien. Themen wie Stablecoins, tokenisierte Vermögenswerte, digitale Marktinfrastrukturen und Blockchain-basierte Zahlungsnetzwerke entwickeln sich zu festen Bestandteilen der Forschungsagenda.

Für den Schweizer Kryptostandort ist dies ein positives Signal. Die intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung der Nationalbank mit digitalen Assets unterstreicht die Rolle der Schweiz als eines der weltweit führenden Zentren für Blockchain-Innovation.

Fazit

Der neue Forschungsbericht der SNB liefert zwar keine spektakulären Ankündigungen zu Bitcoin oder einer digitalen Zentralbankwährung. Dennoch wird deutlich, dass digitale Assets, Stablecoins und Blockchain-Technologien mittlerweile einen festen Platz in der Forschungsarbeit der Schweizer Nationalbank einnehmen.

Mit eigenen Studien, Pilotprojekten und internationalen Konferenzen positioniert sich die SNB zunehmend als aktive Beobachterin der digitalen Transformation des Finanzsystems – ein Trend, der in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.

By Christian Mäder

Publisher and Founder » Christian Mäder on LinkedIn Covering Bitcoin from Switzerland — in English and German. News, press releases, embargoes and story tips: christian@bitcoinnews.ch