Die Schweizer Bevölkerung blickt überraschend optimistisch auf die Zukunft von Künstlicher Intelligenz (KI). Gleichzeitig wächst aber auch das Bedürfnis nach Kontrolle, Datenschutz und digitaler Souveränität. Das zeigt der neue DigitalBarometer 2026, der am Digital Gipfel von digitalswitzerland vorgestellt wurde.
Die Studie macht deutlich: Die Schweiz steht an einem digitalen Wendepunkt.
Mehrheit sieht Chancen bei KI
Fast jede zweite Person in der Schweiz (48 Prozent) glaubt, dass die Chancen von KI in den nächsten fünf Jahren die Risiken überwiegen werden. Besonders positiv wird KI dort wahrgenommen, wo sie bereits konkret eingesetzt wird – etwa in Industrie und Produktion.
Gleichzeitig bleibt die Bevölkerung vorsichtig. Nur 27 Prozent erwarten, dass KI neue berufliche Chancen schafft. Fast die Hälfte der Befragten rechnet zwar mit starken Veränderungen in der Arbeitswelt, weiss aber nicht, wohin die Entwicklung führen wird.
Besonders kritisch wird KI in sensiblen Bereichen wie Bildung oder Gesundheitswesen beurteilt.
Vertrauen bleibt ein Schweizer Standortvorteil
Ein zentrales Ergebnis des DigitalBarometers: Vertrauen wird zum entscheidenden Faktor der Digitalisierung.
83 Prozent der Befragten geben an, digitalen Diensten stärker zu vertrauen, wenn diese ein «Made in Switzerland»-Label tragen. Damit liegt das Vertrauen in Schweizer Lösungen deutlich über vergleichbaren europäischen Angeboten.
Gerade im Kontext von Bitcoin, Blockchain und digitalen Identitäten ist diese Entwicklung relevant. Die Diskussion rund um digitale Souveränität gewinnt in der Schweiz weiter an Bedeutung – insbesondere bei Themen wie:
- digitale Identität (e-ID)
- Datenschutz
- selbstverwahrte digitale Assets
- dezentrale Infrastrukturen
- Schweizer Hosting- und Cloud-Lösungen
Auffällig ist zudem, dass staatliche Institutionen bei sensiblen digitalen Anwendungen mehr Vertrauen geniessen als private Unternehmen. So bevorzugt die Mehrheit den Staat als Träger für e-ID oder digitale Patientendossiers.
Stimmung gegenüber Digitalisierung kippt erstmals
Trotz technologischer Offenheit zeigt die Studie auch eine zunehmende gesellschaftliche Skepsis.
Erstmals seit 2020 wird der Einfluss der Digitalisierung mehrheitlich negativ bewertet:
- 41 Prozent sehen die Auswirkungen eher negativ
- nur noch 34 Prozent eher positiv
Auch das persönliche Überforderungsgefühl nimmt zu. Jede vierte Person fühlt sich vom Tempo der Digitalisierung abgehängt.
Diese Entwicklung dürfte auch die Debatte rund um KI-Regulierung, digitale Bildung und technologische Eigenverantwortung weiter prägen.
KI-Kompetenz: Reflexion hoch, Anwendung schwach
Spannend ist die Einschätzung der eigenen KI-Kompetenzen:
- 80 Prozent halten sich für reflektiert im Umgang mit KI
- aber nur 53 Prozent fühlen sich sicher bei der praktischen Anwendung
Viele erkennen Risiken wie Desinformation oder Manipulation, verfügen jedoch noch nicht über genügend konkrete Fähigkeiten im Umgang mit KI-Tools.
74 Prozent befürchten zudem, dass KI kreatives Denken und Eigenständigkeit schwächen könnte.
Datenschutz wichtiger als Komfort
Die Schweizer Bevölkerung formuliert klare Erwartungen an die nächste Phase der Digitalisierung:
- 76 Prozent priorisieren Datenschutz über digitalen Komfort
- 69 Prozent befürworten strengere Regeln gegen Desinformation und Hassrede
- 59 Prozent wollen dennoch, dass die Schweiz KI und neue Technologien aktiv fördert
Die Bevölkerung lehnt Technologie also nicht ab – sie verlangt vielmehr transparente Regeln, Kontrolle und verantwortungsvollen Einsatz.
Warum das auch für Bitcoin relevant ist
Die Ergebnisse des DigitalBarometers zeigen, warum Themen wie Bitcoin und dezentrale Technologien in der Schweiz weiter an Bedeutung gewinnen könnten.
Viele der geäusserten Sorgen – fehlende Kontrolle, Abhängigkeit von internationalen Plattformen, Datenschutz oder digitale Souveränität – gehören seit Jahren zu den Kernargumenten der Bitcoin-Community.
Gerade in einem Umfeld wachsender Skepsis gegenüber zentralisierten digitalen Strukturen könnte die Nachfrage nach offenen, transparenten und selbstbestimmten Technologien weiter steigen.
Die Schweiz verfügt dabei über einen wichtigen Vertrauensvorsprung: politische Stabilität, starke Datenschutztradition und hohe Glaubwürdigkeit im internationalen Vergleich.
Über den DigitalBarometer 2026
Der DigitalBarometer basiert auf einer repräsentativen Umfrage mit 1’278 Personen aus der Schweiz ab 16 Jahren. Die Studie wurde von der Stiftung Risiko-Dialog durchgeführt, unterstützt von Die Mobiliar und erstmals gemeinsam mit digitalswitzerland realisiert.
Die vollständigen Ergebnisse sind ab dem 24. Mai 2026 auf der offiziellen Website verfügbar:
Quellen / Digital Barometer herunterladen:
- Digital Barometer (PDF)
- Medienmitteilung: Der neue DigitalBarometer 2026: So digital tickt die Schweiz







