Di.. Okt. 13th, 2026

Die Kritik an Ethereum wird lauter. Während Bitcoin weiterhin als dezentrales und stabiles Netzwerk wahrgenommen wird, kämpft Ethereum zunehmend mit internen Problemen, Führungswechseln und Fragen zur langfristigen Ausrichtung des Ökosystems. Nun sorgt ein ehemaliger Forscher der Ethereum Foundation mit einem drastischen Vorschlag für Schlagzeilen: Ein neuer, mit über 1 Milliarde US-Dollar ausgestatteter Fonds soll Ethereum wieder auf Kurs bringen.

Ex-Ethereum-Forscher fordert neue Milliarden-Organisation

Dankrad Feist, früherer Forscher bei der Ethereum Foundation (EF), fordert die Community auf, eine neue Organisation aufzubauen, die wirtschaftlich direkt mit Ethereum verbunden ist. Laut Feist sei dies „der einzige glaubwürdige Weg“, um das Netzwerk langfristig zu stabilisieren und wieder wettbewerbsfähig zu machen.

Die geplante Organisation soll laut seinem Vorschlag:

  • mindestens 1 Milliarde USD Kapital erhalten,
  • von einer starken Führungspersönlichkeit geleitet werden,
  • gegenüber ETH-Investoren rechenschaftspflichtig sein,
  • sowie dauerhaft Einnahmen aus Ethereum-Staking erhalten.

Besonders brisant: Feist kritisiert offen die aktuelle Struktur der Ethereum Foundation und deren schwindenden Einfluss auf das Netzwerk.

Ethereum Foundation verliert an Einfluss

Die Ethereum Foundation hält inzwischen weniger als 0,1 % aller ETH. Gleichzeitig verfügt sie über keine nachhaltigen Einnahmen aus Netzwerkgebühren oder Staking-Erträgen. Laut aktuellen Angaben umfasst die Treasury nur noch rund 92.548 ETH.

Das Problem: Um laufende Kosten zu finanzieren, musste die Foundation in den vergangenen Jahren regelmäßig ETH verkaufen – ein Umstand, der in der Community immer wieder Kritik auslöst.

Zwar startete die Ethereum Foundation Anfang 2026 eine neue Staking-Initiative mit dem Ziel, rund 70.000 ETH einzusetzen, um laufende Renditen zu erzielen. Für Kritiker wie Feist reicht dies jedoch bei weitem nicht aus.

Warum Ethereum immer wieder in der Kritik steht

Die aktuelle Debatte zeigt ein tiefer liegendes Problem: Ethereum verliert zunehmend an Vertrauen innerhalb der eigenen Community. Dafür gibt es mehrere Gründe.

1. Zentralisierungsvorwürfe

Ethereum steht seit Jahren in der Kritik, zu stark von wenigen Akteuren abhängig zu sein. Die Ethereum Foundation, große Staking-Anbieter wie Lido oder zentrale Börsen kontrollieren erhebliche Teile des Netzwerks.

Im Gegensatz dazu gilt Bitcoin für viele Anleger als deutlich dezentraler und robuster.

2. Komplexität des Netzwerks

Mit Layer-2-Lösungen, Staking-Modellen, Rollups und zahlreichen technischen Änderungen wird Ethereum immer komplexer. Viele Nutzer kritisieren, dass das Netzwerk dadurch schwer verständlich und anfälliger für Fehler werde.

Bitcoin verfolgt dagegen bewusst einen konservativen Entwicklungsansatz.

3. Schwache Kursentwicklung gegenüber Bitcoin

ETH konnte in den vergangenen Jahren trotz zahlreicher Updates nicht mit der Entwicklung von Bitcoin mithalten. Aktuell notiert Ethereum rund 57 % unter seinem Allzeithoch von über 4.900 USD.

Immer mehr Investoren stellen daher die Frage, ob Ethereum seine Rolle als führende Smart-Contract-Plattform langfristig verteidigen kann.

4. Führungsprobleme und interne Spannungen

Allein im Jahr 2026 sollen mindestens acht Führungskräfte die Ethereum Foundation verlassen haben. Fünf davon traten Berichten zufolge allein im Mai zurück.

Diese personellen Veränderungen verstärken den Eindruck einer strategischen Krise innerhalb des Ethereum-Ökosystems.

Ethereum bleibt wichtig – aber der Druck steigt

Trotz aller Kritik bleibt Ethereum weiterhin das größte Smart-Contract-Netzwerk der Welt. DeFi, NFTs und zahlreiche Web3-Anwendungen basieren weiterhin auf ETH.

Doch der aktuelle Vorstoß von Dankrad Feist zeigt, wie ernst die Lage inzwischen eingeschätzt wird – selbst von ehemaligen Insidern der Ethereum Foundation.

Ob eine milliardenschwere Organisation tatsächlich das Vertrauen in Ethereum zurückbringen kann, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Diskussion um Governance, Zentralisierung und wirtschaftliche Anreize dürfte Ethereum noch lange begleiten.

Bitcoin profitiert vom Ethereum-Chaos

Während Ethereum intern um seine Zukunft ringt, profitiert Bitcoin zunehmend von seinem klaren Narrativ: maximale Dezentralisierung, begrenztes Angebot und stabile Governance.

Gerade institutionelle Investoren setzen deshalb weiterhin verstärkt auf Bitcoin statt auf komplexere Altcoin-Ökosysteme. Die jüngsten Entwicklungen rund um Ethereum könnten diesen Trend weiter verstärken.

By Christian Mäder

Publisher and Founder » Christian Mäder on LinkedIn Covering Bitcoin from Switzerland — in English and German. News, press releases, embargoes and story tips: christian@bitcoinnews.ch