Di.. Okt. 13th, 2026

Der Schweizer Crowdfunding-Markt ist 2025 nach drei Jahren rückläufiger Volumen wieder auf Wachstumskurs zurückgekehrt. Laut dem aktuellen «Crowdfunding Monitor Schweiz 2026» der Hochschule Luzern stieg das vermittelte Volumen um 14 Prozent auf 629 Millionen Franken.

Besonders bemerkenswert: Haupttreiber des Aufschwungs ist das Crowdlending im Immobilienbereich – ein Segment, das zunehmend auch für Bitcoin- und Krypto-affine Investoren interessant wird.

Basel-III-Regulierung stärkt alternative Finanzierungen

Mehr als 75 Prozent des gesamten Crowdfunding-Volumens entfielen 2025 auf Crowdlending-Plattformen. Dabei dominierte insbesondere das sogenannte Real Estate Crowdlending, also die Finanzierung von Immobilienprojekten über digitale Plattformen. Das Volumen dieses Bereichs stieg um 38 Prozent auf 275 Millionen Franken.

Als zentralen Wachstumstreiber nennt die Studie die verschärfte Bankenregulierung. Seit Inkrafttreten von Basel III Final Anfang 2025 müssen Banken für risikoreichere Immobilienkredite höhere Eigenmittel hinterlegen. Dadurch werden klassische Finanzierungen teurer und restriktiver.

Studienleiter Andreas Dietrich erklärt:

«Crowdlending-Plattformen profitieren von dieser Lücke und positionieren sich als Alternative.»

Für 2026 erwartet die HSLU in diesem Segment ein weiteres Wachstum von rund 30 Prozent.

Parallelen zur Bitcoin-Ökonomie

Die Entwicklung zeigt einen grundlegenden Trend: Alternative Finanzierungsmodelle gewinnen dort an Bedeutung, wo traditionelle Banken durch Regulierung, Kosten oder Risikoappetit eingeschränkt werden.

Genau an dieser Schnittstelle bewegen sich auch Bitcoin-native Finanzierungsmodelle. Während Crowdlending-Plattformen klassische Fiat-Kredite digital vermitteln, experimentieren Krypto-Unternehmen zunehmend mit tokenisierten Immobilien, Bitcoin-besicherten Krediten oder dezentralen Kreditmärkten.

Die Zahlen aus der Schweiz deuten darauf hin, dass Investoren und Projektentwickler offener für alternative Kapitalquellen werden – insbesondere im Immobilienbereich, der traditionell stark bankenabhängig war.

Crowdsupporting feiert Comeback

Neben dem Lending-Sektor verzeichneten auch Crowdsupporting und Crowddonating erstmals seit 2020 wieder Wachstum. Insgesamt wurden über 9’200 Projekte mit einem Volumen von 35 Millionen Franken finanziert.

Am stärksten war die Kategorie «Sport & Gesundheit», die allein 13 Millionen Franken vermittelte.

Interessant ist zudem die Entwicklung der Plattform Lokalhelden von Raiffeisen Schweiz. Die Bank begann 2025 damit, Teile ihres Sponsorings über Crowdfunding-Mechanismen abzuwickeln. Mitglieder regionaler Genossenschaftsbanken konnten dabei mitbestimmen, welche Projekte finanziell unterstützt werden.

Der Markt konzentriert sich auf wenige Plattformen

Die Studie zeigt ausserdem eine zunehmende Konsolidierung des Schweizer Crowdfunding-Markts. Mehr als 80 Prozent des Crowdsupporting-Volumens entfallen mittlerweile auf die drei grössten Plattformen.

Laut der HSLU profitieren grosse Anbieter vor allem von Netzwerkeffekten, Vertrauen und Markenbekanntheit – ein Muster, das sich auch im Krypto-Sektor beobachten lässt, wo Kapital und Liquidität häufig auf wenige dominante Plattformen konzentriert sind.

Crowdfunding bleibt Teil der digitalen Finanzzukunft

Der aktuelle Crowdfunding Monitor zeigt deutlich: Digitale Finanzierungsmodelle etablieren sich zunehmend als Ergänzung zum traditionellen Bankensystem.

Für die Bitcoin- und Kryptoindustrie ist das relevant, weil dieselben strukturellen Treiber – Digitalisierung, regulatorischer Druck auf Banken und die Suche nach alternativen Renditen – auch die Adoption von tokenisierten Assets und dezentralen Finanzierungsmodellen vorantreiben dürften.

Die Schweiz bleibt damit nicht nur ein wichtiger Standort für Blockchain-Innovationen, sondern auch ein spannendes Labor für die Zukunft alternativer Finanzierungen.

Quelle:

By Christian Mäder

Publisher and Founder » Christian Mäder on LinkedIn Covering Bitcoin from Switzerland — in English and German. News, press releases, embargoes and story tips: christian@bitcoinnews.ch