Di.. Okt. 13th, 2026

Die Finanz-App hat ihr eigenes Loyalty-Programm inzwischen massiv ausgebaut. Unter dem Namen „RevPoints“ integriert das Fintech ein klassisches Punktesystem direkt in die Privatkunden-App – und nähert sich damit immer stärker dem Modell moderner Super-Apps aus Asien an.

Sammeln statt sparen? Das steckt hinter den neuen Revolut-Punkten
Sammeln statt sparen? Das steckt hinter den neuen Revolut-Punkten

Wer mit der Revolut-Karte bezahlt, Reisen über die App bucht oder bestimmte Dienste nutzt, sammelt automatisch Punkte. Diese lassen sich später gegen Flugmeilen, Rabatte, Hotelbuchungen, Experiences oder Einkaufsvorteile eintauschen. Besonders interessant: Revolut positioniert das System nicht nur als Bonusprogramm, sondern als zentrales Instrument zur Kundenbindung.

Das System erinnert an Kreditkartenprogramme grosser US-Banken oder Airlines. Je nach Abo-Modell erhalten Nutzer unterschiedlich viele Punkte pro ausgegebenem Betrag. Ultra-Kunden sammeln deutlich schneller als Nutzer des kostenlosen Standardkontos. Teilweise gibt es laut Revolut bis zu einen Punkt pro ausgegebenem Pfund beziehungsweise erhöhte Multiplikatoren bei Reisen, Hotels oder In-App-Shopping.

Die Punkte können unter anderem in Airline-Meilen umgewandelt werden. Revolut arbeitet dabei mit verschiedenen Vielfliegerprogrammen zusammen. Zusätzlich lassen sich RevPoints für Hotelrabatte, sogenannte „Experiences“, Geschenkkarten oder direkte Rabatte bei Revolut-Pay-Zahlungen einsetzen.

Bemerkenswert ist vor allem die strategische Richtung dahinter. Revolut entwickelt sich immer stärker von einer simplen Banking-App zu einem geschlossenen Ökosystem. Nutzer sollen möglichst viele Finanz- und Lifestyle-Dienstleistungen innerhalb derselben App verwenden: Banking, Trading, Reisen, Versicherungen, eSIMs, Shopping und nun eben auch Gamification durch Punkte und Rewards.

Damit folgt Revolut einem Trend, den viele grosse Technologie- und Fintech-Unternehmen derzeit verfolgen. Die klassische Bankkarte wird zunehmend zur Eintrittskarte in ein digitales Bonus-Ökosystem. Wer viel konsumiert und innerhalb der App bleibt, wird belohnt.

Kritiker sehen darin allerdings auch einen psychologischen Mechanismus, der Nutzer zu mehr Ausgaben verleiten könnte. Denn Loyalty-Systeme funktionieren vor allem dann gut, wenn Kunden häufiger zahlen, reisen oder zusätzliche Premium-Abos abschliessen. Gerade bei jüngeren Nutzern könnte die Gamification des Konsums langfristig Fragen rund um Finanzverhalten und Konsumanreize aufwerfen.

Dennoch zeigt die Einführung von RevPoints klar, wohin sich moderne Fintech-Apps bewegen: weg vom reinen Banking, hin zu digitalen Alltagsplattformen mit Bonuswelten, Membership-Systemen und datengetriebenen Kundenbindungsprogrammen.

RevPoints: Wie Revolut seine Nutzer an die App bindet
RevPoints: Wie Revolut
seine Nutzer an die App bindet

Anmeldung bei Revolut:

Revolut wagt den radikalen Schritt: Warum die Digitalbank plötzlich auf echte Filialen setzt