Do.. Apr. 16th, 2026

Eine aktuelle Studie der Frankfurt School of Finance & Management zeigt deutliche Unterschiede bei den tatsächlichen Handelskosten für Kryptowährungen – insbesondere für Bitcoin. Für Privatanleger sind diese Kosten ein oft unterschätzter Faktor, der die Nettorendite erheblich beeinflusst.

Gesamtkosten statt nur Gebühren im Fokus

Die Untersuchung betrachtet nicht nur klassische Handelsgebühren, sondern die gesamten Transaktionskosten. Dazu zählen:

  • explizite Gebühren (Trading Fees)
  • implizite Kosten wie Spreads
  • volumenabhängige Effekte

Die Methodik basiert auf sogenannten „Roundtrips“, also dem Kauf und unmittelbaren Verkauf eines Assets. Insgesamt wurden 432 Transaktionen über neun Anbieter hinweg analysiert.

Massive Unterschiede: Von 0,5 % bis über 6 %

Die Ergebnisse zeigen eine enorme Bandbreite:

  • Niedrigste durchschnittliche Gesamtkosten: ca. 0,53 %
  • Höchste Kosten: bis zu 6,45 %

Damit ergibt sich eine Spanne von über sechs Prozentpunkten – ein signifikanter Unterschied, gerade für aktive Trader.

Auffällig: Anbieter wie Bitvavo oder justTRADE liegen unter 1 %, während Plattformen wie Coinbase im Durchschnitt die höchsten Kosten aufweisen.

Bitcoin oft am günstigsten

Ein zentrales Ergebnis für den Markt:
Bitcoin weist bei mehreren Anbietern die niedrigsten durchschnittlichen Kosten auf.

Das deutet darauf hin, dass die hohe Liquidität von Bitcoin zu engeren Spreads und damit geringeren Gesamtkosten führt. Andere Assets wie Chainlink oder Avalanche sind dagegen häufiger unter den teuersten.

Ordervolumen: Kaum Einfluss – mit einer Ausnahme

Ein überraschendes Ergebnis betrifft die Ordergröße:

  • Zwischen 100 € und 500 € zeigen die meisten Anbieter kaum Unterschiede
  • Kein einheitliches Muster (weder steigende noch fallende Kosten)

Eine klare Ausnahme ist Coinbase:

  • 100 € Order: ~7,96 % Kosten
  • 500 € Order: ~4,94 % Kosten

Das entspricht einer Reduktion um rund 3 Prozentpunkte.

Transparenz bleibt ein Problem

Die Studie kritisiert zudem die mangelnde Transparenz:

  • Gebühren werden meist klar ausgewiesen
  • Spreads hingegen oft nicht separat angegeben

Für Anleger bedeutet das: Die tatsächlichen Kosten sind häufig erst nach der Transaktion vollständig sichtbar.

Einordnung für den Schweizer Markt

Für Leser in der Schweiz sind die Ergebnisse besonders relevant:

  • Viele der untersuchten Anbieter sind auch für Schweizer Kunden zugänglich
  • Die MiCAR-Regulierung in der EU könnte mittelfristig auch Auswirkungen auf den Schweizer Markt haben
  • Kostenunterschiede bleiben ein zentraler Wettbewerbsfaktor

Fazit

Die Analyse der Frankfurt School of Finance & Management macht deutlich:

  • Nicht alle Krypto-Plattformen sind gleich – im Gegenteil
  • Die Wahl des Anbieters hat direkten Einfluss auf die Rendite
  • Gerade bei Bitcoin profitieren Anleger häufig von geringeren Kosten

Für Privatanleger – ob in Deutschland oder der Schweiz – gilt daher mehr denn je:
Nicht nur der Preis von Bitcoin zählt, sondern auch der Preis des Handels.

Quelle / Weitere Infos:

 

 

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By Christian Mäder

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