Do.. Apr. 16th, 2026

Der Chief Investment Officer von Bitwise Asset Management, Matt Hougan, sorgt mit einer steilen These für Aufmerksamkeit: Bitcoin könnte langfristig einen Preis von 1 Million US-Dollar erreichen – und das nicht durch Spekulation, sondern durch vergleichsweise konservative Annahmen.

Hougan argumentiert, dass viele Investoren einen grundlegenden Denkfehler machen. Sie betrachten Bitcoin isoliert, statt ihn als Teil eines viel größeren Marktes zu verstehen – dem globalen „Store-of-Value“-Segment, also Vermögensspeichern wie etwa Gold. Derzeit liegt dieser Markt bei rund 38 Billionen US-Dollar, wobei Bitcoin nur etwa vier Prozent davon ausmacht. Auf den ersten Blick scheint es daher unrealistisch, dass Bitcoin auf 1 Million steigen könnte, denn dafür müsste er mehr als die Hälfte dieses Marktes dominieren.

Doch genau hier setzt Hougans zentrale These an: Der Markt wächst. Und zwar stark. In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Goldmarkt von rund 2,5 Billionen auf fast 40 Billionen US-Dollar angewachsen – getrieben durch Inflation, Staatsverschuldung und geopolitische Unsicherheiten. Sollte sich dieses Wachstum fortsetzen, könnte der gesamte Store-of-Value-Markt in zehn Jahren auf über 120 Billionen Dollar steigen.

In diesem Szenario müsste Bitcoin lediglich rund 17 Prozent dieses Marktes erobern, um die Marke von 1 Million Dollar zu erreichen. Ein ambitioniertes, aber laut Hougan keineswegs unrealistisches Ziel. Schließlich habe sich die Akzeptanz von Bitcoin in den letzten Jahren massiv verändert: Institutionelle Investoren steigen ein, Bitcoin-ETFs verzeichnen Rekordwachstum und selbst große Fonds prüfen mittlerweile Allokationen von bis zu fünf Prozent.

Trotzdem bleibt das Szenario nicht ohne Risiken. Sollte das Wachstum des Gesamtmarktes stagnieren oder Bitcoin Marktanteile verlieren, wäre die Prognose hinfällig. Umgekehrt könnte sich die Entwicklung auch beschleunigen – etwa wenn das Vertrauen in Fiat-Währungen weiter sinkt.

Am Ende steht weniger eine konkrete Preisvorhersage als vielmehr ein Perspektivwechsel: Wer Bitcoin nicht nur als spekulativen Vermögenswert, sondern als digitalen Wertspeicher versteht, kommt zwangsläufig zu deutlich höheren Bewertungsmodellen. Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob 1 Million möglich ist – sondern ob man die Dynamik dieses Marktes unterschätzt.

Kritik:

Die Argumentation wirkt schlüssig, blendet jedoch zentrale Unsicherheiten aus – insbesondere regulatorische Eingriffe und technologische Konkurrenz. Zudem basiert die Prognose stark auf der Annahme, dass vergangenes Wachstum linear in die Zukunft fortgeschrieben werden kann, was historisch selten der Fall ist.

By Christian Mäder

Publisher and Founder >> Christian Mäder auf LinkedIn