Di.. Sep. 15th, 2026

Der Gründer des Investmentfonds Pantera Capital, Dan Morehead, erwartet in den kommenden Jahrzehnten einen strategischen Wettlauf zwischen den Vereinigte Staaten und China um die Kryptowährung Bitcoin. In einem Interview im Februar 2026 erklärte der Investor, dass beide Staaten langfristig versuchen könnten, jeweils rund eine Million Bitcoin zu akkumulieren – eine Menge, die etwa fünf Prozent des maximal möglichen Angebots der Kryptowährung entspricht.


Morehead begründet seine Einschätzung mit einem strukturellen Wandel im globalen Finanzsystem. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass internationale Reserven zunehmend als geopolitisches Instrument eingesetzt werden. Besonders Dollarreserven und US-Staatsanleihen können im Konfliktfall eingefroren oder sanktioniert werden. Für Staaten außerhalb des direkten Einflussbereichs Washingtons entsteht dadurch ein Risiko, das früher in dieser Form kaum existierte.

Gerade China hält weiterhin große Bestände an amerikanischen Staatsanleihen, reduziert diese jedoch seit Jahren schrittweise. Die Abhängigkeit von einem Finanzsystem, das von einer geopolitischen Rivalenmacht dominiert wird, schafft laut Morehead einen starken Anreiz zur Diversifikation. Digitale Vermögenswerte könnten dabei eine neue Rolle spielen.

Bitcoin besitzt aus Sicht vieler Beobachter eine Eigenschaft, die klassische Reservewerte nicht vollständig bieten: monetäre Neutralität. Das Netzwerk wird nicht von einer einzelnen Regierung kontrolliert, Transaktionen lassen sich nicht zentral stoppen und Guthaben können nicht durch politische Entscheidungen eingefroren werden. Diese Unabhängigkeit macht Bitcoin zu einer potenziellen Alternative zum dollarbasierten Finanzsystem. Während Gold ebenfalls als neutraler Vermögenswert gilt, ist es physisch gebunden und deutlich schwieriger zu transportieren. Bitcoin kombiniert dagegen Knappheit mit digitaler Übertragbarkeit.

Morehead beschreibt die mögliche Entwicklung deshalb als eine Art monetären Rüstungswettlauf. Da das Angebot von Bitcoin dauerhaft auf 21 Millionen Einheiten begrenzt ist und ein Teil davon bereits verloren oder langfristig gebunden sein dürfte, könnte ein Wettlauf großer Staaten die verfügbaren Mengen schnell verknappen. Wenn zwei globale Großmächte gleichzeitig beginnen würden, strategische Reserven aufzubauen, würden sie zwangsläufig um denselben begrenzten Pool konkurrieren.

Ein weiterer Faktor ist die Möglichkeit, solche Akkumulationsstrategien im Hintergrund umzusetzen. Staaten könnten über staatliche Fonds, institutionelle Vehikel oder indirekte Marktteilnehmer Bitcoin erwerben, ohne ihre Strategie sofort öffentlich zu machen. Damit würde sich ein Szenario ergeben, in dem geopolitische Rivalen parallel eine knappe digitale Ressource aufbauen.

Ob die USA und China tatsächlich jeweils Millionen Bitcoin erwerben werden, bleibt spekulativ. Doch Moreheads Argumentation verweist auf eine grundlegende Verschiebung der globalen Finanzarchitektur: Wenn Vertrauen in traditionelle Reserveinstrumente schwindet, suchen Staaten nach Alternativen. Bitcoin könnte in diesem Kontext nicht nur als Anlageklasse, sondern als strategischer Vermögenswert betrachtet werden.

By Christian Mäder

Publisher and Founder » Christian Mäder on LinkedIn Covering Bitcoin from Switzerland — in English and German. News, press releases, embargoes and story tips: christian@bitcoinnews.ch