Sa.. März 14th, 2026

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat eine Entscheidung von großer Tragweite für die europäischen Derivatemärkte, insbesondere für Kryptowährungen, getroffen. In einer aktuellen Mitteilung stellt die ESMA klar, dass ein Derivat, das eine Exponierung gegenüber einem Basiswert bietet und nicht ausschließlich physisch abgewickelt wird, grundsätzlich in den Anwendungsbereich der Produktinterventionsmaßnahmen für CFDs fällt, sofern es nicht ausdrücklich als ausgenommene Produktkategorie klassifiziert ist.

Damit unterliegen künftig auch die auf Kryptomärkten weit verbreiteten und häufig gehandelten Perpetual Futures in der Regel der strengen Regulierung für Contracts for Difference (CFDs). CFD-Anbieter sind in der EU bereits heute verpflichtet, gut sichtbare Risikowarnungen zu veröffentlichen und dabei den konkreten Prozentsatz der Kundenkonten anzugeben, die in den vergangenen zwölf Monaten Verluste durch CFD-Handel erlitten haben.

Professor Patrick Gruhn, LL.M., MBA, Professor of Practice für Entrepreneurship, digitale Innovation und Ethik am European Institute of Management in Malta sowie Co-CEO des börsennotierten Unternehmens Perpetuals.com Ltd., begrüßt die Entscheidung grundsätzlich:

„Ich begrüße die Entscheidung der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, denn dadurch wird gesetzlich festgelegt, was ich seit Langem betone: Die existierenden Handelsinstrumente auf Derivatemärkten, insbesondere im Kryptobereich, benachteiligen Privatanleger in den allermeisten Fällen massiv.“

Gleichzeitig äußert Gruhn deutliche Kritik an der juristischen Umsetzung der ESMA-Mitteilung. Zwar sei die Entscheidung inhaltlich richtig, handwerklich jedoch problematisch: „Die Mitteilung ist juristisch erschreckend schlecht gemacht und wird daher leider zu erheblichen Unsicherheiten in der Praxis führen. Das hätte vermieden werden können.“

Mit Blick auf die weitere Marktentwicklung zeigt sich Gruhn dennoch optimistisch. Durch die neue Einstufung könnten extreme Liquidationskaskaden, wie sie in den vergangenen Wochen auf den Kryptomärkten immer wieder zum Nachteil von Privatanlegern zu beobachten waren, künftig deutlich seltener auftreten. Viele Broker würden sich nun sehr genau überlegen müssen, ob Instrumente wie Perpetual Futures unter diesen regulatorischen Rahmenbedingungen weiterhin für sie geeignet seien.

Über Professor Patrick Gruhn

Patrick Gruhn ist Professor of Practice für Unternehmertum, digitale Innovation und Ethik am European Institute of Management (EIM). Er verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Unternehmer, Jurist und Softwareentwickler in den Bereichen Technologie, Recht und Finanzen. Seine Arbeit verbindet FinTech-Innovation, regulatorische Rahmenbedingungen und künstliche Intelligenz mit einem besonderen Fokus auf blockchainbasierte Finanzinfrastruktur.

Er gründete zahlreiche Unternehmen in Europa und den USA, darunter Perpetuals.com sowie zuvor DigitalAssets.AG, das später von der FTX Group übernommen wurde. Weitere Stationen umfassen unter anderem ein KI-gestütztes LegalTech-Unternehmen sowie einen mehrfach ausgezeichneten Webhosting-Anbieter. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagiert sich Prof. Gruhn stark in Wissenschaft, Philanthropie und Medienarbeit.