Sa.. März 14th, 2026

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist in Deutschland nach Jahren zäher Bemühungen endlich in Bewegung geraten. Laut Heinz-Peter Steiner, Leiter des Sektors Öffentliche Verwaltung bei der IT-Dienstleistungsgruppe Timetoact Group, sind die Jahre 2026 und 2027 entscheidend für den Fortschritt von „Digitaldeutschland“. Zentraler Treiber ist die Weiterentwicklung der digitalen Identität BundID hin zur DeutschlandID, die künftig als EU-weit standardisiertes digitales Bürgerkonto fungiert.

Deutschland zeigt, wie digitale Bürgerkonten, standardisierte eIDs und Online-Verfahren Verwaltung, Wirtschaft und Bürger entlasten – ein Modell, von dem die Schweiz lernen kann.

Dieses digitale Bürgerkonto ermöglicht das sogenannte Once-Only-Prinzip: Bürgerinnen und Bürger müssen bestimmte Daten nur einmal angeben, während Behörden diese Informationen digital austauschen können. Ein solcher Ansatz reduziert Bürokratie und beschleunigt Verwaltungsprozesse erheblich. Besonders Vorzeigebeispiele wie das Online-Notarverfahren zeigen, wie Digitalisierung Wirtschaft und Bürger gleichermaßen entlasten kann. Vollständig rechtsgültige Beglaubigungen und notarielle Beurkundungen lassen sich per Videokonferenz durchführen, was Unternehmensgründungen und die Eintragung in Register deutlich einfacher macht.

Für die Schweiz bietet Deutschland damit wertvolle Impulse. Auch hier ist die Verwaltung historisch stark föderal strukturiert, und digitale Prozesse laufen oft fragmentiert. Die Einführung eines standardisierten eID-Systems für Bürgerinnen und Bürger könnte die Effizienz drastisch erhöhen. Gerade in Bereichen wie Firmenregistrierungen, notarielle Beglaubigungen, Führungszeugnisse oder bei Behördenanfragen, die in der Wirtschaft und im Alltag häufig benötigt werden, ließe sich die Bearbeitungszeit signifikant verkürzen.

Ein weiterer Punkt: Deutschland setzt auf Tempo statt auf endlose Diskussionen. Obwohl das Land international noch nicht an der Spitze steht – Länder wie Estland sind hier Pioniere – zeigt der schnelle Vorstoß Deutschlands, dass selbst komplexe föderale Systeme Digitalisierung erfolgreich umsetzen können. Die Schweiz könnte von diesem Machen-statt-meckern-Ansatz profitieren: Strategische Bündelung, klare digitale Standards und verpflichtende eIDs für Verwaltungsdienste könnten hier ähnlich effizient wirken.

Schließlich zeigt das Beispiel Deutschlands, wie eng Digitalisierung, Bürgerfreundlichkeit und wirtschaftliche Effizienz zusammenhängen. Die Schweiz, mit ihrem starken Mittelstand und der internationalen Finanz- und Startup-Szene, hätte durch ähnliche Initiativen die Chance, Verwaltung, Unternehmen und Bürger gleichermaßen zu entlasten und die digitale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Deutschland zeigt: Mit strategischem Fokus, eID-Integration und innovativen Online-Verfahren können Verwaltungshürden erheblich reduziert werden. Die Schweiz kann daraus lernen, dass digitale Bürgerkonten, einheitliche Standards und klare Verantwortlichkeiten den Weg zu einer modernen, effizienten Verwaltung ebnen.