Do.. März 12th, 2026

Die Swiss Blockchain Federation (SBF) hat ihre aktuelle „Steuerliche Standortbestimmung 2026/01“ veröffentlicht. Das Dokument ist Pflichtlektüre für alle, die im Schweizer Krypto-Ökosystem unterwegs sind – von Investoren bis hin zu Dienstleistern. Während die Schweiz lange als unangefochtener „Crypto Heaven“ galt, zeigt der Bericht nun deutlich: Der internationale Druck steigt, und im Inland gibt es teils erheblichen Modernisierungsbedarf.

Hier sind die fünf wichtigsten Punkte für die Community:

1. CARF & CRS 2.0: Das Ende der steuerlichen „Privatsphäre“ naht

Ab 2026 wird es ernst mit dem neuen internationalen Meldesystem (CRS 2.0), gefolgt vom Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) ab 2027.

  • Was das bedeutet: Ein zweistufiges globales System sorgt für Transparenz. Nicht nur Banken, sondern auch SRO-regulierte Provider und nicht-finanzielle Anbieter fallen unter die Meldepflichten.

  • Die Herausforderung: Die Schweiz muss die Umsetzung beschleunigen, um international anschlussfähig zu bleiben und keine Wettbewerbsnachteile zu riskieren.

2. Mehrwertsteuer: Technologieneutral, aber teils veraltet

Die Schweiz punktet zwar mit einem attraktiven, technologieneutralen MWST-System. Doch der Bericht warnt:

  • Bestehende Praxispublikationen (wie die MWST-Info 04 von 2019) sind teilweise veraltet und bilden moderne dezentrale Rollen nur schwer ab.

  • Anfrage erfolgreich

    Gemini said

    Divergierende Auslegungen schaffen Rechtsunsicherheit, was innovative Geschäftsmodelle bremsen kann.

3. Flickenteppich bei den Kantonen

Ein grosser Kritikpunkt bleibt die uneinheitliche Praxis der Kantone. Während die Bundesebene solide Grundlagen bietet, führen kantonal unterschiedliche Handhabungen und komplexe Bewertungsfragen zu Hürden für Unternehmen und Investoren. Hier fordert die SBF mehr Harmonisierung.

4. Klassifizierung von Token: Die Dreifaltigkeit bleibt

Die ESTV hält an ihrer bewährten Einteilung fest, die jedoch im Detail (z. B. bei hybriden Modellen) Tücken aufweist:

  • Zahlungstoken: Reine Zahlungsmittel ohne Anspruch auf Leistungen.

  • Nutzungstoken: Berechtigen zum Zugang zu einer Plattform oder zum Bezug einer Leistung.

  • Anlage-Token: Gewähren Ansprüche auf Erträge oder Umsatzbeteiligungen, ähnlich wie Wertpapiere, aber ohne gesellschaftsrechtliche Beteiligung.

5. Fazit & Ausblick: Handeln ist gefragt

Die Schweiz hat ein starkes Fundament, läuft aber Gefahr, von schnelleren Jurisdiktionen überholt zu werden. Der Bericht betont, dass wir mehr Klarheit bei der Bewertung von Token und eine schnellere Anpassung an internationale Standards brauchen, um langfristig Planungssicherheit zu garantieren.

Für dich als Anleger oder Unternehmer bedeutet das: Die Zeiten der „Grauzonen“ gehen vorbei. Transparenz und eine saubere Dokumentation werden durch die neuen Meldepflichten (CARF/CRS) ab 2026/2027 zum absoluten Standard.

Quelle:

Swiss Blockchain Federation (SBF), „Digital Assets – Steuerliche Standortbestimmung 2026/01“ (PDF) , Version 1.3 GER, publiziert am 13.02.2026.