Sa.. März 14th, 2026

Bitcoin ist längst mehr als ein spekulatives Asset. Er ist Projektionsfläche für Hoffnungen auf finanzielle Freiheit, Zielscheibe regulatorischer Begehrlichkeiten und zugleich Referenzpunkt in der Debatte um staatliche Digitalwährungen. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich der aktuelle Podcast der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit mit dem Titel „Bitcoin zwischen Freiheit, Regulierung und digitalem Euro“ – eine sehens- und hörenswerte Diskussion für alle, die sich professionell mit Geldpolitik, Blockchain und Regulierung befassen.

Im Rahmen der Reihe „Fokus Wirtschaftspolitik“ diskutiert Prof. Dr. Gunther Schnabl mit Dr. Marcus Dapp, Gründer des Swiss Bitcoin Institute, über die Rolle von Bitcoin im gegenwärtigen geldpolitischen Umfeld. Im Zentrum stehen die bekannten, aber weiterhin brisanten Fragen: Ist Bitcoin nach den jüngsten Kursschwankungen weiterhin ein „Lichtblick“ im globalen Währungssystem? Oder droht ihm angesichts von Volatilität und politischem Druck ein Bedeutungsverlust? Kann sich ein dezentrales, nicht-staatliches Geld langfristig gegen Fiat-Währungen wie Euro und Dollar behaupten?

Für die Schweizer Bitcoin-Community besonders spannend ist die Einordnung der aktuellen Regulierungspläne in der Schweiz und der Europäischen Union. Während die Schweiz traditionell als kryptoaffiner Standort gilt, verschärft sich in der EU der regulatorische Rahmen zunehmend. Die Diskussion berührt dabei auch die strategische Frage, ob der digitale Euro der EZB als Ergänzung oder als gezielte Konkurrenz zu Bitcoin verstanden werden muss. Hinter der technischen Debatte um CBDCs steht letztlich eine ordnungspolitische Grundsatzfrage: Wie viel staatliche Kontrolle verträgt ein freies Geldsystem – und wo beginnt die Einschränkung individueller Freiheit?

Auch andere Kryptowährungen werden thematisiert, darunter politisch aufgeladene Token wie der „Trump-Coin“. Dabei wird deutlich, wie stark Narrative, Politik und Marktpsychologie im Krypto-Sektor miteinander verwoben sind. Bitcoin erscheint in diesem Kontext weniger als isoliertes Technologieprojekt, sondern als Teil einer grösseren Auseinandersetzung um Geldordnung, Wettbewerb der Währungen und wirtschaftliche Souveränität.

Die Diskussion bleibt nicht bei Marktpreisen stehen, sondern geht tiefer: Welche geldpolitischen und ordnungspolitischen Entscheidungen sind notwendig, damit Bitcoin als Chance für Stabilität und Freiheit verstanden wird – und nicht bloss als Spekulationsobjekt? Welche Rolle spielen Geldwertstabilität, fiskalische Disziplin und Wettbewerb in einer Zeit, in der Staaten mit digitalen Zentralbankwährungen experimentieren?

Für Leserinnen und Leser von Bitcoin News Schweiz bietet dieser Podcast wertvolle Denkanstösse. Er verbindet wirtschaftswissenschaftliche Analyse mit aktueller Regulierungspolitik und schlägt eine Brücke zwischen Schweizer Perspektive und europäischer Geldordnung. Gerade in einer Phase, in der institutionelle Investoren, Zentralbanken und Regulierungsbehörden den Ton mitbestimmen, lohnt sich der Blick auf die grundsätzlichen Fragen hinter der Technologie.

Unser Fazit: Wer Bitcoin nicht nur als Investment, sondern als geldpolitisches und gesellschaftliches Phänomen verstehen will, sollte in diese Episode reinhören. Sie zeigt eindrücklich, dass die Debatte um Bitcoin längst eine Debatte über Freiheit, Wettbewerb und die Zukunft unseres Geldsystems ist.

By Christian Mäder

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