Sa.. März 14th, 2026

Die Swiss Startup Association (SSA) hat heute gemeinsam mit einem breiten Bündnis ein politisches Positionspapier mit dem Titel „Startup-Agenda Schweiz“ veröffentlicht. Die Kernbotschaft: Die Schweiz läuft Gefahr, ihren Spitzenplatz als Innovations- und Startup-Standort zu verlieren. Grund seien nicht fehlende Ideen, sondern „selbst auferlegte Hürden“ wie träge Verfahren, regulatorische Bremsen und nicht wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.

Für die Bitcoin- und Blockchain-Community in der Schweiz ist dieses Papier von besonderer Relevanz. Viele der identifizierten Probleme sind uns aus erster Hand bekannt.

Die Kernforderungen – eine Chance für die Kryptobranche?

Die Agenda umfasst 20 konkrete Reformvorschläge. Drei davon sollten für jeden, der im Krypto- und Web3-Bereich tätig ist, besonders interessant sein:

  • Abbau unnötiger regulatorischer Belastungen: Ein Punkt, der direkt ins Herz der aktuellen Debatte um die Regulierung digitaler Vermögenswerte trifft. Wie oft behindern unklare oder überbordende Vorschriften Innovation, bevor sie überhaupt beginnen kann?
  • Attraktivere Bedingungen für Risikokapital: Der Zugang zu Kapital ist für Startups in hochinnovativen und langfristig ausgerichteten Bereichen wie Bitcoin-Layer-2-Lösungen oder dezentralen Finanzprotokollen entscheidend. Sind unsere Steuer- und Investitionsbedingungen noch zeitgemäß?
  • Zeitgemäße Mitarbeiterbeteiligungen: Das traditionelle Schweizer Modell stößt bei der Anwerbung globaler Talente für hochspezialisierte Tech-Rollen an Grenzen. Innovative Vergütungsmodelle sind ein Schlüssel, um die besten Köpfe auch in die Kryptoszene der Schweiz zu holen.

Ein Warnsignal, das ernst genommen werden muss

Raphael Tobler, Präsident der SSA, bringt es auf den Punkt: „Ohne gezielte Reformen werden Innovation und Wachstum zunehmend ausserhalb unseres Landes stattfinden. Dieser Trend existiert bereits.“

Dieser Satz sollte uns zu denken geben. Wir sehen bereits heute, wie viel Talent und Unternehmergeist in Länder mit klareren und förderlicheren Rahmenbedingungen abwandert – sei es für eine Gründung, eine Karriere oder eine Kapitalanlage. Die Schweiz kann es sich nicht leisten, in diesem Wettbewerb zurückzufallen, wenn sie ihre Pionierrolle im Fintech- und Blockchain-Bereich behalten will.

Was bedeutet das für die Bitcoin-Community?

Die „Startup-Agenda Schweiz“ ist mehr als ein Papier einer Interessengruppe. Sie ist ein konstruktiver und breit abgestützter Vorschlag, wie die Grundlagen für die nächste Generation von Schweizer Innovationen gelegt werden können – inklusive derer, die auf Bitcoin und dezentralen Technologien aufbauen.

Es liegt nun an uns als Community, diesen Dialog aktiv mitzugestalten. Die SSA wird die Vorschläge in den kommenden Monaten in den politischen Prozess einbringen. Es bietet sich die Chance, die spezifischen Herausforderungen und Chancen der Kryptobranche in diese Diskussion einzubringen.

Fazit:

Die Agenda ist ein wichtiger und längst überfälliger Impuls. Sie benennt die systemischen Bremsen, die auch viele Bitcoin- und Blockchain-Startups jeden Tag spüren. Ob daraus konkrete politische Maßnahmen werden, die den Standort Schweiz stärken, hängt nun vom Engagement aller Beteiligten ab. Der Schweizer Kryptoszene bietet sich die Gelegenheit, hier eine klare Stimme zu erheben und sich für Rahmenbedingungen einzusetzen, die wahre Innovation ermöglichen – nicht behindern.

 

Quelle:

 

 

 

By Christian Mäder

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