Do.. März 12th, 2026

Am 8. März 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Bargeld ist Freiheit» und den direkten Gegenvorschlag des Bundesrates. Es ist die erste Abstimmung mit Stichfrage seit 15 Jahren. Das Ziel: die Zukunft des Bargelds in der Verfassung zu regeln.

Die Initiative im Kern
Die Initiative der Freiheitlichen Bewegung Schweiz (FBS) fordert zwei neue Verfassungsartikel:

  1. Bargeld-Garantie: Der Bund muss sicherstellen, dass Münzen und Banknoten stets in genügender Menge verfügbar sind.

  2. Franken-Schutz: Sollte der Schweizer Franken durch eine andere Währung ersetzt werden, braucht es zwingend eine Volks- und Ständeabstimmung.

Hinter der Initiative steht der Verein FBS um den Initianten Richard Koller. Er warnt vor den Risiken einer bargeldlosen Gesellschaft: Abhängigkeit von Technik, Strom und Datennetzen, erhöhte Überwachungsgefahr und die Möglichkeit unbegrenzter Negativzinsen.

Der Gegenvorschlag des Bundesrates
Bundesrat und Parlament anerkennen das Anliegen, kritisieren aber die Formulierung der Initiative als zu unpräzise. Ihr Gegenvorschlag formuliert die Garantie etwas offener – er spricht von «Bargeld» statt explizit von «Münzen und Noten». Die zweite Forderung (Franken-Schutz) erachten sie als unnötig, da ein Währungswechsel bereits heute dem obligatorischen Referendum unterliegt. Der Gegenvorschlag wird von einer breiten Mehrheit der Parteien (SVP, SP, FDP, Mitte, Grüne) unterstützt.

Das Besondere an dieser Abstimmung
Die Stimmbürger:innen beantworten drei Fragen:

  1. Volksinitiative: Ja oder Nein?

  2. Gegenvorschlag: Ja oder Nein?

  3. Stichfrage: Falls beide angenommen werden, welche Vorlage soll gelten?

Wie stehen die Chancen?
Laut frühen Umfragen stösst die Grundidee auf Sympathie: Rund 62 % der Befragten sind laut Tamedia dafür, besonders in der Romandie, bei SVP-nahen Personen und Wenigverdienern. Allerdings könnte die präzisere Formulierung des Gegenvorschlags viele überzeugen.

Zusammenfassung der Positionen

  • Befürworter der Initiative argumentieren mit Freiheit, Datenschutz und Systemrisiken. Für sie ist nur die explizite Erwähnung von «Münzen und Noten» in der Verfassung ein wirksamer Schutz.

  • Befürworter des Gegenvorschlags halten das Ziel für richtig, aber die Initiative für zu starr. Der Gegenentwurf sei praktikabler und rechtlich sauberer.

  • Gegner beider Vorlagen (eine kleine Minderheit) finden, das geltende Recht reiche aus.

Am 8. März geht es also nicht um die Frage, ob Bargeld geschützt werden soll, sondern wie. Soll der Verfassungsschutz explizit und technologieneutral (Initiative) oder flexibler und an bestehende Gesetze angelehnt (Gegenvorschlag) ausgestaltet sein? Die Stimmbevölkerung hat das letzte Wort.

 

 

 

Schweizer Bargeld-Initiative II: 111‘197 beglaubigte Unterschriften

By Christian Mäder

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