Bitcoin hat Geschichte geschrieben – allerdings keine, die Anleger gerne sehen. Laut Daten von Coinglass schloss Bitcoin vier Monate hintereinander im Minus. Das gab es zuletzt im Jahr 2018, mitten im damaligen Bärenmarkt. Die aktuelle Grafik zu den monatlichen Bitcoin-Renditen zeigt eindrücklich, wie selten solche Phasen sind – und warum sie von vielen Marktteilnehmern sehr genau beobachtet werden.

Die Heatmap stellt die monatlichen Kursveränderungen von Bitcoin seit 2013 dar. Grün steht für positive, Rot für negative Monate. Auffällig ist, dass längere Serien roter Monate historisch eher die Ausnahme als die Regel sind. Selbst in schwachen Marktphasen folgten oft rasch Erholungen. Vier aufeinanderfolgende Verlustmonate markieren daher eine statistische Extremzone, die meist nur in Phasen massiver Unsicherheit, Liquiditätsabflüsse oder struktureller Marktbrüche auftrat.
Der Vergleich mit 2018 drängt sich auf. Damals folgte auf die rote Serie zunächst Kapitulation, später jedoch der langfristige Boden für den nächsten Zyklus. Die Grafik zeigt zudem, dass bestimmte Monate historisch besonders stark sind, vor allem Oktober und November, während Sommermonate wie August und September häufiger schwächeln. Dass die aktuelle Schwäche genau über mehrere dieser traditionell durchwachsenen Monate lief, verstärkt zwar den negativen Eindruck, relativiert ihn aber im historischen Kontext.
Wichtig ist auch der Blick auf Durchschnitt und Median am unteren Rand der Grafik. Während einzelne Monate im Schnitt sehr positiv erscheinen, zeigt der Median, dass Bitcoin oft weniger spektakulär, aber dafür zyklisch verläuft. Extreme Abwärtsphasen waren in der Vergangenheit häufig Vorboten größerer Bewegungen – allerdings ohne Garantie für Richtung oder Timing.
Was bedeutet das für Anleger? Die Grafik liefert kein kurzfristiges Kaufsignal und auch keine sichere Crash-Prognose. Sie zeigt vielmehr, dass der Markt aktuell in einer historisch seltenen Stressphase steckt. Genau solche Phasen waren in der Vergangenheit entweder der Beginn tieferer Bärenmärkte oder – und das ist ebenso Teil der Bitcoin-Geschichte – der Bereich, in dem langfristige Trends gedreht haben.
Kurz gesagt: Vier rote Monate in Folge sind kein alltägliches Rauschen, sondern ein statistisches Ausrufezeichen. Ob es diesmal Warnsignal oder Chance ist, wird sich erst im weiteren Verlauf des Jahres zeigen. Bitcoin bleibt damit, was es immer war: brutal ehrlich, zyklisch – und nichts für schwache Nerven.







