Das Zuger Fintech Plusplus geht einen neuen Weg: Zum ersten Mal lassen sich Schweizer-Franken-Stablecoins als Finanzprodukte nutzen. Firmen, Anleger und Mieter können künftig von Frankencoin (ZCHF) profitieren – mit erwarteten Renditen von etwa 4 Prozent. Plusplus bringt drei Produkte auf den Markt: ein Treasury-Tool für Unternehmen, ein Exchange Traded Product (ETP) für Investoren und ein digitales Mietkautionskonto in Zusammenarbeit mit Zinsli. Ziel ist ein verwaltetes Investitionsvolumen von 20 Millionen Franken bis Ende 2026.
Wie Frankencoin funktioniert
Frankencoin unterscheidet sich von klassischen Stablecoins wie Tether oder USDC. Nutzer hinterlegen digitale Assets als Sicherheit und schöpfen daraus Frankencoins. Aktuell sind die Coins mit rund 230 Prozent überbesichert – also deutlich mehr Sicherheiten als ausgegebene Coins. Eine feste 1:1-Bindung an den Franken gibt es nicht. Stattdessen sorgt ein „Soft Peg“ dafür, dass der Kurs über ökonomische Anreize stabil bleibt. Entscheidungen über neue Sicherheiten trifft die Community über FPS-Token.
Die drei Produkte von Plusplus
Das Treasury-Produkt richtet sich an Firmen mit überschüssiger Liquidität. Statt Geld auf Bankkonten mit Negativzinsen zu parken, können Unternehmen über Frankencoin Zinsen verdienen. Das ETP soll privaten und institutionellen Anlegern einfachen Zugang zum ZCHF-Ökosystem geben, Details zu Handelsplätzen und Gebühren stehen noch aus.
Das Mietkautionsprodukt in Zusammenarbeit mit Zinsli soll im zweiten Quartal 2026 starten. Damit können Mieter ihre Kaution digital hinterlegen. Das Potenzial ist groß: In der Schweiz liegen rund 10 bis 11 Milliarden Franken in klassischen Mietkautionskonten.
Frankencoin im Überblick
Frankencoin wird von der Frankencoin Association in Zug entwickelt. Gründer Luzius Meisser erarbeitete das Konzept als Dissertation an der Universität Zürich. Der Coin ist mittlerweile auf acht Blockchains verfügbar und kann über Partner wie Mt Pelerin gegen Franken getauscht werden. Zahlungen sind über eine Visa-Karte von Gnosis Pay möglich.
Obwohl der Markt für Schweizer-Stablecoins noch klein ist, setzt Frankencoin ein Zeichen: Schweizer Franken können so digital, dezentral und renditefähig genutzt werden.






