Mi.. Feb. 18th, 2026

Eine neue Umfrage des Online-Vergleichsdienstes moneyland.ch zeigt ein vertrautes Bild: Schweizer Bankkundinnen und Bankkunden fühlen sich bei ihrer Bank grundsätzlich gut aufgehoben – zumindest, wenn es um Sicherheit und digitale Dienstleistungen geht. Deutlich kritischer fallen die Bewertungen jedoch bei Zinsen sowie Gebühren und Kosten aus. Die Studie wurde im Frühjahr 2024 vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt und basiert auf den Einschätzungen von 1500 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz.

Gemessen auf einer Skala von 1 bis 10 attestieren die Befragten den Schweizer Banken insgesamt eine solide Zufriedenheit. Besonders positiv wird die Sicherheit bewertet. Mit durchschnittlich 8,2 Punkten ist sie das klar stärkste Kriterium und unterstreicht den anhaltend hohen Vertrauensvorschuss gegenüber dem Schweizer Bankensystem. Ebenfalls sehr gut schneiden das Online-Banking, das Mobile-Banking sowie die Freundlichkeit der Mitarbeitenden ab. Die digitale Infrastruktur der Banken wird damit als modern, stabil und benutzerfreundlich wahrgenommen.

Im Mittelfeld liegen Aspekte wie allgemeine Zufriedenheit, Kundendienst, Beratung und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Bereiche erreichen Werte im oberen Siebenerbereich und gelten als gut, ohne jedoch zu begeistern. Deutlich schwächer fallen hingegen die Urteile über Zinsen und Gebühren aus. Die Zinsen erreichen im Durchschnitt lediglich 6,4 Punkte, die Gebühren und Kosten 6,9 Punkte. Damit bestätigen die Resultate die verbreitete Kritik an tiefen Sparzinsen und vergleichsweise hohen Bankkosten in der Schweiz.

Regionale Unterschiede zeigen sich nur in Nuancen. Während die allgemeine Zufriedenheit in der Deutschschweiz mit 7,8 Punkten minimal höher liegt als in der Romandie mit 7,7 Punkten, werden die Zinsen in der Westschweiz sogar noch kritischer beurteilt. Markante Differenzen nach Geschlecht oder Alter gibt es hingegen kaum. Auffällig ist lediglich, dass die Gruppe der 50- bis 74-Jährigen insgesamt etwas zufriedener ist als jüngere Kundinnen und Kunden.

Besonders interessant ist der Blick auf die einzelnen Banken. In der Gesamtzufriedenheit liegen digitale Anbieter und Kantonalbanken vorne. Zak erreicht mit 8,8 Punkten den Spitzenplatz, gefolgt von der Thurgauer Kantonalbank, den Clientis-Banken, Neon, Yuh sowie mehreren Kantonal- und Regionalbanken. Diese Institute profitieren offenbar von einer Kombination aus Vertrauen, regionaler Verankerung und zeitgemässen digitalen Angeboten.

Auch bei einzelnen Dienstleistungen zeigen sich klare Präferenzen. Debitkarten schneiden insgesamt am besten ab, gefolgt von Privat- und Sparkonten. Hypotheken und Wertschriftendepots werden zwar ebenfalls positiv bewertet, erreichen aber nicht ganz die Spitzenwerte der klassischen Zahlungs- und Alltagsprodukte. Gerade im Anlagebereich scheint das Preis-Leistungs-Verhältnis für viele Kundinnen und Kunden noch Luft nach oben zu lassen.

Ein Sonderfall ist Zak, die Neobanking-App der Bank Cler. Sie profitiert nicht nur von einer schlanken digitalen Nutzererfahrung, sondern auch vom Zugang zu persönlicher Beratung und physischen Geschäftsstellen. Dieses hybride Modell erweist sich offenbar als Erfolgsfaktor. Die starke Bewertung spiegelt sich auch im Wachstum wider: Innerhalb kurzer Zeit wurden über 15’000 Sparkonten eröffnet, auf denen mittlerweile mehr als 250 Millionen Franken liegen. Neue Funktionen und weitere Ausbauten sind bereits angekündigt.

Unterm Strich zeigt die Studie ein stabiles, aber nicht spannungsfreies Bild. Schweizer Banken geniessen nach wie vor grosses Vertrauen, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und digitale Services. Gleichzeitig wächst der Unmut über tiefe Zinsen und hohe Gebühren. Für die Institute bedeutet das: Wer künftig nicht nur sicher, sondern auch preislich attraktiv sein will, muss an seinem Angebot weiter feilen.

 

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By Christian Mäder

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