Der sogenannte Bitcoin-Vierjahreszyklus gehört zu den am häufigsten zitierten Erklärungsmodellen für die langfristige Preisentwicklung von Bitcoin. Sein Ursprung liegt im Halving-Mechanismus, bei dem sich etwa alle vier Jahre die Blockbelohnung für Miner halbiert. Diese Angebotsverknappung traf historisch immer auf eine steigende Nachfrage, was zeitversetzt zu starken Aufwärtsphasen führte, gefolgt von Übertreibung, Korrektur und längeren Konsolidierungen. Seit 2012 lässt sich dieses Muster mehrfach beobachten: Auf jedes Halving folgte ein mehrjähriger Bullenmarkt, der seinen Höhepunkt meist deutlich nach dem eigentlichen Halving erreichte.
Der bekannte Twitter-User und Bitcoin-On-Chain-Analyst Willy Woo widerspricht nun der These, der aktuelle Vierjahreszyklus sei bereits vorbei. Seine Argumentation stützt sich weniger auf Preisprognosen als auf Kapitalflüsse im Netzwerk. In seinen Modellen, unter anderem den sogenannten „Long Term Flows“, wird sichtbar, wie langfristiges Kapital in das Bitcoin-Netzwerk hinein- und wieder herausfließt. Historisch zeigen diese Daten ein klares Bild: Die großen Zyklen endeten nicht abrupt, sondern erst dann, wenn die Kapitalzuflüsse ihren Höhepunkt erreicht und anschließend deutlich gedreht hatten.
Genau das sieht Woo derzeit noch nicht. In seinem Statement betont er, dass die orangefarbene Kurve der langfristigen Kapitalflüsse bislang weder ein extremes Hoch erreicht noch ein eindeutig zyklisches Top ausgebildet hat. Solange diese Flows weiter ansteigen oder zumindest nicht in eine ausgeprägte Distribution übergehen, sei die Erzählung vom „Ende der Vierjahreszyklen“ aus Datensicht nicht haltbar. Erst wenn sich die Kapitalbewegungen bis weit ins Jahr 2026 hinein anders verhalten und „seltsam nicht-zyklische Muster“ zeigen, wäre diese These laut Woo ernsthaft zu prüfen.
Ein weiterer Punkt seiner Analyse ist der Vergleich mit früheren Zyklen. Auch damals gingen dem eigentlichen Preis-Top längere Phasen nachlassender, aber noch positiver Netzwerkinflows voraus. Der aktuelle Rückgang der Flows entspreche eher einer typischen Zwischenphase innerhalb eines laufenden Zyklus als einem finalen Wendepunkt. Für Woo ist das ein Hinweis darauf, dass Bitcoin sich zeitlich weiterhin im bekannten Vierjahresrahmen bewegt, selbst wenn sich Marktstruktur, ETFs und institutionelle Akteure verändert haben.
Damit stellt sich Willy Woo klar gegen das Narrativ, Bitcoin habe seine zyklische Natur bereits hinter sich gelassen. Seine Schlussfolgerung ist nüchtern und datengetrieben: Solange die Kapitalflüsse das historische Muster widerspiegeln, gibt es keinen belastbaren Beweis für ein vorzeitiges Zyklusende. Oder wie er selbst formuliert: Until orange climbs higher into 2026 and starts to weird non-cyclical stuff, this narrative on the end of four year cycles is not supported by data.
Until orange climbs higher into 2026 and starts to weird non-cyclical stuff, this narrative on THE END OF 4 YEAR CYCLES is NOT supported by data.
Flows into the BTC network declining according to past cycles. pic.twitter.com/cpsm1e2Z4V
— Willy Woo (@woonomic) January 9, 2026







