In der Welt der globalen Finanzen wird derzeit viel über die Ambitionen der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) diskutiert. Aktuell wird mit UNIT eine gmeinsame Digitalwähgrung getestet. UNIT ist eine Art Stablecoin auf Gold plus den Währungen der BRICS-Staaten. Die neue Digitalwährung ist auch nicht als Alternative zum US-Dollar geplant, sondern soll additiv dort unterstützen, wo die Anbindung an Globale Zahlungssysteme wie SWIFT nicht gewährleistet ist. Und es ist auch ziemlich unwahrscheinlich, dass eine neue Währung der BRICS-Staaten die Weltherrschaft des US-Dollars ablösen kann:
Die Dominanz des Dollars in Zahlen
Ein Hauptgrund für die Skepsis der Experten ist die schiere Marktmacht des US-Dollars. Rund 90 % aller Devisentransaktionen weltweit werden in Dollar abgewickelt. Diese tiefe Verwurzelung im globalen Finanzsystem macht es für jede neue Währung extrem schwierig, auch nur annähernd einen ähnlichen Status zu erreichen.
Das Gold-Argument: Ein Trugschluss?
Oft wird angeführt, dass eine neue BRICS-Währung durch Gold ist, um Vertrauen zu schaffen. Doch auch hier haben die USA einen massiven Vorsprung: Die Vereinigten Staaten besitzen zweimal so viel Gold wie alle BRICS-Staaten zusammen. Eine Golddeckung allein rauseicht also nicht, um den Dollar zu entthronen, da die US-Reserven schlichtweg überlegen sind.
Politische Einigkeit als Hürde
Ein weiteres Problem ist die politische Struktur. Damit eine gemeinsame Währung funktioniert, müssten Staatschefs wie Wladimir Putin und Xi Jinping in der Lage sein, einstimmige wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Angesichts der unterschiedlichen nationalen Interessen und geopolitischen Spannungen innerhalb der BRICS-Gruppe erscheint eine harmonisierte Geldpolitik derzeit wenig wahrscheinlich.
Historische Lehren: Wandel braucht Zeit (und Krisen)
Selbst wenn die BRICS-Staaten alle technischen und politischen Hürden überwinden könnten, lehrt uns die Geschichte, dass sich Reservewährungen nicht über Nacht ändern:
- 1916: Die USA lösten das Vereinigte Königreich als größte Volkswirtschaft der Welt ab.
- 1944: Erst fast 30 Jahre später – und nach einem Weltkrieg – wurde der US-Dollar offiziell zur Weltreservewährung.
Fazit
Der Status des US-Dollars als Weltreservewährung ist fest zementiert. Es bedurfte historisch gesehen massiver globaler Umwälzungen, um eine Währung abzulösen. Die Idee, dass die BRICS-Staaten den Dollar kurzfristig durch eine eigene Währung ersetzen könnten, wird von Profis an der Wall Street daher eher belächelt. Für den Moment bleibt der Dollar unangefochten an der Spitze. Und zu guter Letzt schreiben die BRICS-Staaten auf ihrer Webseite gleich selber, dass die neuen Digitalwährungen und Apps keine Alternative zum US-Dollar, sondern als additive Währungen für ein Inklusives-Finanzwesen sind:
BRICS Pay does not replace SWIFT, Visa, or Mastercard. It offers a parallel, compatible option — giving businesses and individuals choice in how they transact globally.







