Fr.. Jan. 23rd, 2026

Die Schweiz steht an einem Wendepunkt. Während sie einst als globaler Vorreiter in Sachen Blockchain, Fintech und digitaler Vermögensverwaltung galt, hat das Land in den vergangenen Jahren entscheidend an Dynamik verloren. Nun setzt der Bundesrat mit der geplanten Revision des Finanzinstitutsgesetzes (FINIG) ein wichtiges Signal – und die Swiss Blockchain Federation (SBF) nutzt den Moment, um deutliche Forderungen zu platzieren. In ihrer neuen Stellungnahme, die in enger Zusammenarbeit mit CVA, SFTA und CMTA entstanden ist, fordert die SBF nichts weniger als eine klare Vision für den digitalen Finanzplatz der Zukunft.

Die Vorlage, seit 22. Oktober 2025 in der Vernehmlassung, umfasst vier zentrale Reformen: Die Integration der bisherigen Fintech-Lizenz in ein neues Modell für Zahlungsmittelinstitute, einen Rechtsrahmen für Stablecoins, eine neue Bewilligung für Krypto-Institute sowie verschärfte Sorgfalts- und Transparenzpflichten für Kryptoanlagen. Eine solide Grundlage – doch aus Sicht der Branche fehlt das Fundament: ein strategischer Kompass.

SBF-Präsident Heinz Tännler bringt es auf den Punkt: Der Entwurf erkenne die Realität der digitalen Finanzmärkte, bleibe jedoch zu unkonkret und riskiere, den Standort Schweiz im globalen Wettbewerb abzuschwächen. Die Verbände fordern daher ein klares Bekenntnis zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit – durch konsequente Nutzung traditioneller Schweizer Stärken wie Rechtssicherheit, regulatorische Stabilität und hohe institutionelle Durchdringung der Blockchain-Industrie.

Im Fokus steht vor allem die Bedeutung von Stablecoins und tokenisierten Bankeinlagen, die weltweit rasant an Bedeutung gewinnen. Die Schweiz müsse diese Entwicklung nicht nur ermöglichen, sondern gezielt fördern. Die SBF kritisiert deshalb, dass Banken Stablecoins nicht direkt, sondern nur über separate Zahlungsmittelinstitute emittieren dürfen sollen. Das sei unnötig kompliziert und stehe der Rolle der Banken als zentrale Akteure im Zahlungsverkehr entgegen. Ebenso warnen die Verbände davor, bestimmte Stablecoin-Modelle regulatorisch zu bevorzugen – eine Gefahr für Innovation und Wettbewerb.

Während die SBF die Stärkung des Kundenschutzes sowie den Wegfall der bisherigen Einlagenobergrenzen grundsätzlich begrüsst, warnt sie vor einer potenziell massiven Ausweitung des Regulierungsperimeters. Neue Regeln dürfen nicht dazu führen, dass etablierte Modelle wie Retail-Payments, Gutscheinsysteme, Bonusprogramme oder Acquiring-Dienstleistungen plötzlich unter strenge Finanzmarktaufsicht fallen. Für solche Geschäftsmodelle, so die Verbände, gebe es keinerlei prudenzielle Notwendigkeit.

Deutlich kritischer bewertet die SBF zudem die geplante Regulierung von Krypto-Instituten. Die Orientierung am heutigen Wertpapierhaus-Modell gilt als praxisfern und potenziell marktverengend. Die EU habe mit MiCAR bereits vorgemacht, wohin eine überzogene Regulierung führen kann: Ein massives Händler- und Dienstleistersterben. Um dies zu vermeiden, fordert die SBF eine differenzierte Aufsicht – grosse Institute direkt durch die FINMA, kleine Anbieter über Aufsichtsorganisationen nach Vermögensverwaltermodell.

Ein weiterer Brennpunkt ist die FINMA selbst. Lange Bewilligungsverfahren, unklare Vorgaben und mangelnde Transparenz würden die Innovationskraft des gesamten Ökosystems ausbremsen. Die SBF fordert verbindliche Fristen von sechs Monaten, eindeutig definierte Anforderungen und eine regulatorische Praxis, die technologieoffen und international anschlussfähig bleibt.

Insgesamt hat die SBF-Arbeitsgruppe 14 konkrete Verbesserungsvorschläge formuliert. Sie betreffen u.a. die präzise Definition des Regulierungsperimeters, eine risikogerechte Ausgestaltung der Anforderungen, praktikable Deckungsmechanismen, klar geregelte Geldwäschereiprozesse, eine funktionale Whitepaper-Pflicht, den Verzicht auf unnötige konsolidierte Aufsicht und beschleunigte FINMA-Verfahren. Alle Punkte zielen darauf ab, Rechtssicherheit zu schaffen, Doppelspurigkeiten zu verhindern und sicherzustellen, dass Innovation nicht durch regulatorische Überlast ausgebremst wird.

Die Schweiz hat die Chance, ihren digitalen Finanzplatz entscheidend zu stärken – doch dafür braucht sie nicht nur neue Regeln, sondern eine echte Vision. Die Swiss Blockchain Federation hat dafür nun einen klaren, praxisnahen und wirtschaftlich relevanten Rahmen vorgelegt. Ob der Bundesrat diesem Impuls folgt, wird bestimmen, ob die Schweiz wieder zum globalen Innovator aufsteigt – oder weiter Boden verliert.

 

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One thought on “Swiss Blockchain Federation fordert klare Weichenstellung für digitalen Finanzplatz Schweiz”
  1. Die Swiss Blockchain Federation hat absolut recht – eine klare Weichenstellung für den digitalen Finanzplatz Schweiz könnte uns zu einem globalen Krypto-Hub machen, mit innovativen Regulierungen und explosiven Chancen für alle! Während ihr eure Blockchain-Strategien schmiedet, vernetzt euch auch queer im echten Leben: Bei https://www.mondehomo.com/ findet ihr queere Connections in Zürich oder Genf, die mit euch über NFTs debattieren und crypto-inspirierte Dates planen – von Wallet-Walks bis heißen Token-Talks. Wer baut den nächsten Block zu zweit?

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