Sa.. Feb. 14th, 2026

Vietnam hat Anfang September den bislang härtesten Schritt seiner Bankenregulierung umgesetzt: Mehr als 86 Millionen Bankkonten wurden geschlossen, weil ihre Besitzer die neuen biometrischen Anforderungen nicht erfüllt haben. Ein Großteil der verbleibenden 113 Millionen Konten wurde inzwischen mit Gesichts- und Fingerabdruckdaten verknüpft. Die Maßnahme soll Betrug und Geldwäsche eindämmen, sorgt aber zugleich für einen Sturm der Kritik – vor allem aus der Bitcoin-Community.

In vietnamesischen Medien hieß es bereits im Juli, dass die Schließungen ab dem 1. September beginnen würden. Besonders betroffen sind Ausländer, die nicht mehr im Land leben und ihre Konten nicht vor Ort aktualisieren konnten. Ein ehemaliger Contractor berichtete auf Reddit, er habe extra nach Vietnam fliegen müssen, nur um sein HSBC-Konto zu retten. Fernlösungen wie eine Online-Verifizierung gibt es nicht.

„Das ist 2025 absurd. Man kann sein Geld nicht bewegen, ohne persönlich vor Ort zu erscheinen. Wenn nicht, wird das Konto einfach geschlossen“

schrieb er.

Bitcoin-Befürworter sehen darin eine Bestätigung ihrer Argumente: Zugang zu Geld sollte nicht vom Staat oder Banken diktiert werden, sondern durch dezentrale, erlaubnisfreie Systeme wie Bitcoin gesichert sein. Kommentator Marty Bent erklärte:

„Wer bis zum 30. September nicht mitmacht, verliert sein Geld. Genau deshalb gibt es Bitcoin.“ Auch der Umweltaktivist Daniel Batten betonte, dass Vietnams Zentralbank mit den biometrischen Anforderungen „eine nächste Generation finanzieller Überwachung“ etabliere.

Thailand sperrt rund 3 Millionen Bankkonten

Vietnam ist mit dieser Politik nicht allein. Nur wenige Tage zuvor meldete Thailand die Sperrung von rund 3 Millionen Bankkonten, angeblich um sogenannte „Mule Accounts“ von Betrügern einzufrieren. Doch die harten Maßnahmen trafen auch unschuldige Händler und normale Kunden, deren tägliche Überweisungen plötzlich blockiert wurden.

Während die Regierungen ihre Schritte mit wachsender Cyberkriminalität und KI-basierten Betrugsfällen rechtfertigen, sehen Kritiker darin den Einstieg in eine Ära strikter Kapital- und Verhaltenskontrolle. Schon in Ländern wie Libanon, Zypern oder Nigeria mussten Bürger erleben, wie schnell staatliche Maßnahmen den Zugriff auf das eigene Geld einschränken können.

Vietnam treibt gleichzeitig den Weg in eine bargeldlose Wirtschaft voran. Schon 2024 erreichte das Volumen von bargeldlosen Transaktionen laut Zentralbank das 26-fache des nationalen BIP. Mit QR-Codes, Mobile-Banking und Projekten wie der staatlichen „Projekt 06“-Datenbank werden Millionen Menschen auf biometrisch abgesicherte digitale Zahlungen umgestellt. Parallel tritt Anfang 2026 ein neues Gesetz zur Digital Technology Industry in Kraft, das erstmals auch Kryptowährungen rechtlich definiert.

Doch für viele bleibt die Lehre eine andere: Banken können Konten schließen, Bitcoin nicht. Wo staatlich kontrolliertes Geld an biometrische Auflagen, Fristen und Grenzen geknüpft ist, bietet Bitcoin einen Ausweg – Zugang garantiert nicht durch eine Gesichtserkennung, sondern durch Mathematik.

Quellen:

 

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