Bitcoin ist eigentlich so ziemlich alles, nur nicht anonym. Auch wenn das der Mehrheit fälschlicherweise denkt. Jede Bitcoin-Transaktion ist in der Blockchain, der öffentlichen Datenbank, registriert und wird auf unzähligen Rechnern im Internet verteilt. Das ist so ziemlich das Gegenteil von Anonymität. Viele intelligente Köpfe arbeiten nun daran, eine bessere und vor allem eine anonymere Internetwährung zu erschaffen.

Unter anderem Forscher der Universität of Illinois. Diese Woche veröffentlichten 3 Wissenschaftler einen höchst interessanten Ansatz. Im Paper „Dandelion: Redesigning the Bitcoin Network for Anonymity“ heisst es ganz am Anfang im Abschnitt 1.2 wortwörtlich:

We aim to address the Bitcoin P2P network’s poor anonymity
properties through a ground-up redesign of the networking
stack.

Und genau das Problem der fehlenden Anonymität soll Dandelion, ein neuartiges P2P Netzwerk, lösen. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass mit Dandelion bis jetzt noch keine Feldversuche stattgefunden haben. Es handelt sich um einen theoretischen Ansatz. Daher gibt es auch noch kein Dandelion Netzwerk und auch keine Dandelion Coin. Im Paper ist die Rede von Messages, allerdings können Messages ja allerlei Informationen enthalten. Beispielsweise eine Transaktion und somit eine Coin, Smart Contracts usw. Und so wie wir das Papier interpretieren, ist bei Dandelion der wesentliche Punkt folgender: Die Messages werden, einmal losgeschickt, mit anderen Messages vermixt, wie in folgender Grafik dargestellt wird:

Dandelion Skizze

Wozu soll das gut sein? Hier der Clou: Die Messages können von keinem mehr getrackt werden. Dies ist ein neuer Ansatz für ein anonymeres P2P Netzwerk und damit möchten die Erfinder u.a. verhindern, dass Bots usw. die Transaktionen und damit die User tracken können. Angewendet auf Bitcoin hiesse das also, die versendeten Coins kommen an und werden dem Empfängerwallet gutgeschrieben. Nur liesse sich durch den anonymen Mix aus Transaktionen die Herkunft der Coins nicht mehr feststellen.

Fazit

Vielleicht könnte dieser Ansatz sogar funktionieren, wenn die beteiligten Nodes im Netzwerk dieses Protokoll korrekt integrieren. Denn dann wäre Dandelion sowas wie Bitcoin, einfach viel viel besser und vor allem anonymer. Dass der Bedarf an anonymeren Cryptocurrencies da ist, zeigen Ansätze wie ZCash und der Erfolg von Monero. Ob Dandelion aber wirklich funktionieren wird, kann nur ein Feldversuch mit einem „echten“ P2P-Netzwerk zeigen.

Quelle

Dandelion: Redesigning the Bitcoin Network for Anonymity

Foto: Hauptcampus der University of Illinois, CC 4.0 by Daniel Schwen