Der legendäre Vier-Jahres-Zyklus von Bitcoin – einst nahezu ein Naturgesetz der Krypto-Märkte – hat laut Matt Hougan, CIO von Bitwise, ausgedient. In einem aktuellen Gespräch mit Kyle Chassé erklärt Hougan, warum die traditionellen Mechanismen immer weniger Bedeutung haben und was stattdessen die Richtung vorgibt. Sein Fazit: 2026 wird ein starkes Jahr für Bitcoin – aber aus ganz anderen Gründen als früher.
Die alten Kräfte verlieren an Einfluss
Früher war der Bitcoin-Kurs eng an den Vier-Jahres-Zyklus gebunden, der durch das sogenannte „Halving“ ausgelöst wurde – die alle vier Jahre stattfindende Halbierung der Bitcoin-Blockbelohnung. Doch laut Hougan verliert dieses Ereignis zunehmend an Bedeutung. Jede Halbierung sei „nur noch halb so wichtig“ wie die vorherige, da der Anteil neuer Bitcoins im Verhältnis zum Gesamtbestand weiter schrumpft.
Gleichzeitig ist das makroökonomische Umfeld diesmal nicht feindlich, sondern freundlich gegenüber Kryptowährungen. Während Zinserhöhungen in den Jahren 2018 und 2022 für starken Gegenwind sorgten, profitiert Bitcoin aktuell von einem eher lockeren geldpolitischen Klima.
Ein weiterer Unterschied: Die Risiken durch interne Marktverwerfungen – wie Börsenpleiten oder illegale Aktivitäten – nehmen ab. Gründe dafür sind strengere Regulierung und eine zunehmende Institutionalisierung des Marktes.
Neue Kräfte bestimmen den Takt
Statt eines klaren Vier-Jahres-Rhythmus sieht Hougan nun größere, langfristige Bewegungen am Werk, deren Zeithorizont eher 5 bis 10 Jahre beträgt – und damit nicht mehr mit dem alten Zyklus synchron läuft. Besonders bedeutend ist aus seiner Sicht der Trend zur Verlagerung von Kapital in Bitcoin-ETFs, der erst 2024 richtig Fahrt aufgenommen hat.
Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Stiftungen steigen erst jetzt ernsthaft in den Markt ein. Regulatorische Fortschritte, die Anfang 2025 begannen, schaffen Vertrauen – und eröffnen neue Zugänge zu Bitcoin. Gleichzeitig wird die Infrastruktur von Wall Street ausgebaut: Mit dem im Juli 2025 verabschiedeten „Genius Act“ beginnt eine Phase milliardenschwerer Investitionen durch große Finanzhäuser.
Die Ära der Treasury-Unternehmen
Ein Aspekt, der laut Hougan besonders beachtet werden sollte, ist der Aufstieg von Treasury-Unternehmen, die Bitcoin in ihre Unternehmensbilanzen aufnehmen – wie es etwa MicroStrategy oder Tesla vorgemacht haben. Diese Bewegung könnte neue Risiken, aber auch neue Marktimpulse erzeugen.
Fazit: Kein Superzyklus – aber gute Jahre voraus
Hougan glaubt nicht an einen plötzlichen Superzyklus mit explodierenden Preisen, sondern eher an einen „nachhaltigen, stetigen Boom“. Die Kräfte, die heute auf Bitcoin wirken, seien robuster und langfristiger als die alten Muster. Zwar wird es weiterhin starke Kursschwankungen geben, doch die Richtung sei klar: Die nächsten Jahre – insbesondere 2026 – dürften für Bitcoin ausgesprochen positiv verlaufen.
Why is the four-year cycle dead?
1) The forces that have created prior four-year cycles are weaker:
i) The halving is half as important every four years;
ii) The interest rate cycle is positive for crypto, not negative (as it was in 2018 and 2022);
iii) Blow-up risk is… https://t.co/F9ybjHEeB5
— Matt Hougan (@Matt_Hougan) July 25, 2025


