Jedes Jahr hat seine Besonderheiten – seien es tolle Events, neue Stars, innovative Produkte oder neue Technologien. Das Jahr 2016 hatte davon viel zu bieten, unter anderem aber auch neue Jobtrends, das zeigen Daten von Ideed. Zunächst einmal ein Rückblick:

Pokémon Go und VR-Brillen

Wer im Jahr 2016 sein Haus einmal verlassen hat, der wird sich daran erinnern können. Auf vielen Straßen sah man nichts anderes mehr – die Rede ist vom Spiel Pokémon Go. Das Spiel ist mit der realen Lebenswelt verknüpft und um zu spielen muss man sich in der normalen Welt bewegen. Deshalb sah man überall auf einmal Leute, die nur noch auf ihr Handy starrten und nicht selten gab es deshalb auch Unfälle. Auf große Menschenansammlungen an einigen öffentlichen Plätzen musste sogar teilweise mit Spielverboten reagiert werden. Die Technologie, die dahinter steht, heißt „Augmented Reality“. Auch Virtual-Reality-Brillen waren eine Produktneuheit im Jahr 2016, damit konnte man ganz einfach in seine eigene kleine 360-Grad Welt abtauchen und die Realität vergessen. Die Brillen waren auf diversen Publikumsmessen der Hingucker, zum Beispiel auf der IFA, der Zukunft Personal oder der CeBit.

Die hohe Beliebtheit dieser beiden Spieltrends hatten auch einen signifikanten Einfluss auf den Arbeitsmarkt. Viele Leute weltweit begannen sich nun für Jobs in Augmented Reality oder Virtual Reality zu interessieren, das zeigen die Suchanfragen auf der weltgrößten Jobplattform und Stellenbörse Indeed. Die Suche nach den eben genannten Arbeitsplätzen stieg allein in Deutschland von 2014 bis 2016 um 630 Prozent an. Damit zählt Augmented Reality definitiv zu den beliebtesten Jobtrends des Jahres 2016.

FinTech und Blockchain

Und es werden immer neue Technologien entwickelt, die wiederum neue Jobtrends auslösen werden. Für das Jahr 2017 wird sich die FinTech-Branche größter Beliebtheit erfreuen. Experten erwarten, dass vor allem Job im Zusammenhang mit der Technologie Blockchain gefragt sein werden.

Darum hier nochmals kurz erklärt: Unter FinTech versteht man Startups, die für den Finanz- und Bankensektor digitale Angebote entwickeln und bereitstellen. Das Wort leitet sich von „Financial & Technology“ ab. Dabei spielt die Technologie Blockchain eine zentrale Rolle, denn damit kann man Datensätze schreiben, die dann später nicht mehr verändert werden können, da alles Publik ist und die ganze Datenbank via P2p-Neztwerk geteilt wird. Die Blockchain Technologie hat definitiv das Potential, das etwas angestaubte Banken- und Finanzwesen zu reformieren. Vor allem eines: Die Blockchain Technolgoie wird das Vertrauten ins Finanzwesen stärken.

Der Durchbruch steht bevor

Bisher konnten weder FinTech noch Blockchain einen Durchbruch (Tipping Point) feiern, wie das im Jahr 2016 Pokémon Go und VR Brillen gelang. Aber man kann davon ausgehen, dass sich auch die neuen Trends in 2017 durchsetzen werden, denn viele Fachmedien haben FinTech und Blockchain seit einiger Zeit in ihre Berichterstattung aufgenommen und auch in der Bevölkerung scheint es schon durchzusickern, dass die Branche im Jahr 2017 den Maßstab setzen wird. Auf Indeed kann man nämlich schon einen deutlichen Anstieg der Suchanfragen für Jobs in dem Bereich feststellen. Dabei suchten rund 86 Prozent mehr Leute nach „FinTech“ als noch 2016, während „Blockchain“ sogar einen Anstieg der Suchen um 241 Prozent verzeichnen konnte. Kritiker reden von sogenannten Buzz-Words. Daher haben wir hier mal in die Datensätze geschaut, insbesondere in die Datensätze des Buisness-Networks LinkedIn:

Jobtrends 2017 gemäss LinkedIn Datensatz

Wenn man bei LinkedIn (USA) nach offenen Stellen (>1000) filtert und dann auf die Branchen / Berufsbezeichnung herunterbricht, dann sind folgende Berufe im Januar 2017 am meisten gefragt [2]:

#10 Java development
#9 Algorithm design
#8 Web architecture and development framework
#7 Middleware and integration software
#6 Network and information security
#5 User interface design
#4 Storage systems and management
#3 Mobile development
#2 Statistical analysis and data mining
#1 Cloud and distributed computing

Wobei es ja auch noch die sogenannten Soft-Skills [1] gibt. Und da sieht man, wer Kommunizieren kann und erst noch Teamfähig ist, der ist klar im Vorteil. Unabhängig vom Beruf.

Quellen

[1] LinkedIn: Data Reveals The Most In-demand Soft Skills Among Candidates
[2] How To Update Your Profile and Apply For A Job, After You’ve Learned Top Skills

Foto: Pokémon Go Spieler in Bern / CC 4.0 by Fred Schaerli