Stell dir vor, du willst Bitcoin kaufen – aber keiner will mehr verkaufen. Genau dieses Szenario wird zunehmend diskutiert, denn mit der rasant steigenden Nachfrage nach der führenden Kryptowährung könnte auf den Börsen bald ein akuter Bitcoin-Engpass entstehen.
Die Ursache liegt im fundamentalen Design von Bitcoin: Es gibt ein festes Limit von 21 Millionen Coins, von denen bereits über 19,7 Millionen im Umlauf sind. Täglich werden nur noch etwa 450 neue Bitcoins geschürft – nach dem letzten Halving sogar noch weniger. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der langfristigen Halter, die ihre Coins nicht verkaufen wollen, kontinuierlich zu. Laut aktuellen On-Chain-Daten befinden sich über 70 % aller Bitcoins seit mehr als einem Jahr in denselben Wallets – ein Rekordwert.
Hinzu kommt die zunehmende Nachfrage institutioneller Investoren. Spot-ETFs in den USA kaufen derzeit mehr Bitcoin auf, als täglich neue entstehen. Am 9. Juli 2025 etwa überstieg die ETF-Nachfrage die tägliche Bitcoin-Produktion um das 22-Fache. Der Effekt: Börsen müssen auf ihre Reserven zurückgreifen – doch auch diese schrumpfen.
Wenn der Punkt erreicht ist, an dem keine Verkäufer mehr bereit sind, ihre Coins zu aktuellen Preisen abzugeben, könnten die Bitcoin-Börsen buchstäblich leergekauft sein. Das hätte weitreichende Folgen: Volatilität, Preisexplosionen und möglicherweise ein völliges Umdenken in der Handelsstruktur. In einem solchen Szenario müssten Börsen den Handel einschränken oder pausieren – eine Ironie, denn gerade das Vertrauen in die ständige Verfügbarkeit war bisher ein zentraler Faktor für viele Anleger.
Bitcoin war schon immer knapp. Doch wenn Angebot und Nachfrage weiter so stark auseinanderdriften, erleben wir vielleicht bald eine neue Ära – in der nicht der Preis, sondern die Verfügbarkeit das zentrale Thema ist.







